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Schnelle Lösung für den Wengerter-Brunnen

Kleinbottwarer Weinbauern nutzen Quelle und Versorgungsstelle in der Seestraße zur Bewässerung

Mitarbeiter des Bauhofs haben gestern den Brunnen wieder in Gang gesetzt.Foto: Holm Wolschendorf
Mitarbeiter des Bauhofs haben gestern den Brunnen wieder in Gang gesetzt. Foto: Holm Wolschendorf

Steinheim. Die Kleinbottwarer Wengerter sind gerade wenig amüsiert: Die Pumpe im Wasserhäuschen an der Seestraße ist seit Montag kaputt. Nach Auskunft der Stadt dauere es aber rund sechs Wochen, bis eine neue Pumpe geliefert werden kann, so Wengerter Dieter Waldbüsser. „Der Brunnen tut wieder, er ist repariert“, konnte Bürgermeister Thomas Winterhalter aber schon gestern auf Nachfrage der LKZ Entwarnung geben. Der städtische Bauhof und die Landeswasserversorgung hätten gestern Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt und eine Ersatzlösung gefunden, so dass die Wengerter nun wieder ihr Wasser beziehen können.

Der Ausfall wäre gerade zur Unzeit gekommen, hatte Dieter Waldbüsser vom gleichnamigen Weingut zuvor geklagt. Er selbst habe vergangene Woche in der Seestraße Wasser geholt, die nächsten Tage versuche man, so durchzukommen, aber spätestens kommende Woche müsse man die jungen Pflanzen in den Weinbergen wieder gießen, da diese noch nicht so tiefe Wurzeln haben. Gerade jetzt sei die Hauptzeit, in der man das Wasser benötige, da sei es doch „schade“, wenn die Stadt sich nicht kümmern wolle. Es gebe doch bestimmt mehrere Firmen, die Pumpen liefern könnten.

Besonders ärgerlich sei, dass man bereits im Frühjahr, als die ersten Wengerter ihr Wasser geholt haben, Probleme an der Pumpe festgestellt habe. Sie habe dauerhaft gepumpt, die Zähluhr lief immer weiter. Das hätten die Wengerter auch der Stadt gemeldet, doch es sei nichts passiert. Auch später habe man nochmals auf das Problem hingewiesen. „Es ist auch klar, dass es nicht gut ist, wenn eine Pumpe dauerhaft läuft“, sagt Waldbüsser. Von den früheren Hinweisen wusste zumindest aber Thomas Winterhalter nicht, wie er auf Nachfrage betont.

Das Wasserhäuschen befindet sich an der Seestraße gegenüber vom Sportplatz. Das Wasser stammt aus der Kleinbottwarer Quelle, die früher den Ort mit Wasser versorgte. Als die Quelle hierfür nicht mehr verwendet werden konnte, wurde sie stillgelegt. Vom Netz genommen wurde sie Mitte der 90er Jahre, weil es Verunreinigungen im Wasser gab. Dabei war die Kleinbottwarer Quelle mit einer Schüttung von zwölf Litern pro Sekunde die ergiebigste Quelle der Stadt. Der Brunnen wurde später saniert, das Wasser für den Sportplatz verwendet.

Als 2003 der heiße und trockene Sommer große Probleme verursachte, entstand die Idee, die Quelle für die Wengerter wieder zu nutzen. Improvisiert wurde die Quelle kurzfristig in Betrieb genommen. Landwirte spendeten Geld für die Einrichtung der Brunnentechnik. Später wurde die Regelung gefunden, dass die Wengerter einen Euro pro Kubikmeter an die Stadt bezahlen. Abgerechnet wird mit einer Wasseruhr. Zu dem Häuschen haben nur die Wengerter einen Schlüssel.

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