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Schnelles Internet: Anschluss in Sicht

Digitalminister Thomas Strobl und Staatssekretär Steffen Bilger sehen das Land beim Breitbandausbau auf einem guten Weg. Allerdings ist der Gipfel noch längst nicht erreicht.

Kreis Ludwigsburg. Vor gut einer Woche gibt Baden-Württembergs Digitalminister Thomas Strobl (CDU) mehr als 100 Millionen Euro Fördergeld an Kommunen im ganzen Land für schnelles Internet weiter. Allein 560000 Euro fließen in den Kreis Ludwigsburg – nach Asperg, Besigheim, Freiberg oder Möglingen. „Die Versorgung der Menschen und unserer Wirtschaft mit schnellem Internet ist die größte Infrastrukturaufgabe unserer Zeit“, sagte Strobl am Montag in Stuttgart nun erneut. Dort stellte der stellvertretende Ministerpräsident mit dem Staatssekretär und Ludwigsburger Bundestagsabgeordneten Steffen Bilger (ebenfalls CDU) die Zahlen für Baden-Württemberg aus dem Breitbandatlas des Bundes vor.

Besonders freut es die beiden, dass mittlerweile rund 93,2 Prozent der Haushalte mit mindestens 50 Mbit in der Sekunde auf der Datenautobahn unterwegs seien – ein Sprung von mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Beginn der Legislaturperiode. Nach oben hätten sich auch die Gigabitanschlüsse mit bis zu 1000 Mbit in der Sekunde katapultiert – von 1,4 Prozent im Jahr 2016 auf jetzt 55 Prozent. Strobl: „Damit liegt der Südwesten zehn Prozent über dem Schnitt der Flächenländer.“

Verantwortlich dafür machen die beiden CDU-Politiker die Kraftanstrengungen von Bund, Ländern, Kommunen und Unternehmen. Laut Strobl werde das Land bis zum Ende dieser Legislaturperiode mehr als eine Milliarde Euro in den Breitbandausbau gebuttert haben. Der Staatssekretär Bilger sagte, dass der Bund in Baden-Württemberg bis Ende 2020 mit etwa 1,5 Milliarden Euro dabei war. „Das entspricht einer Förderung von 3000 Euro pro Haushalt.“

Nachzügler bei Glasfaser

Doch nicht überall sind Strobl und Bilger auf der Überholspur. Bei Glasfaseranschlüssen („fiber to the home“, FTTH) etwa kommt die Region Stuttgart auf sechs Prozent, das Land auf noch weniger (wir berichteten). Bundesweit liegt der Schnitt bei fast 14 Prozent. Immerhin: Der Kreis Ludwigsburg (zehn Prozent) schneidet mit Göppingen hierzulande noch am besten ab.

Für die beiden Christdemokraten ist das offenbar kein Grund zur Sorge. Sie verweisen darauf, dass die Daten auf der letzten Meile zumeist über Koaxialkabel fließen – und die Verbraucher mit 50 Mbit ohnehin hätten, was sie bräuchten. Bilger: „Die Debatte über Glasfaserkabel ist daher nicht von allergrößter Relevanz.“

Zufrieden wollen sie sich mit dem Erreichten dennoch nicht geben, zumal der Industrie- und Handelskammertag eine höhere Schlagzahl fordert. Der Minister: „Wir müssen weiter Geld in die Hand nehmen und kräftig investieren.“

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