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Eishockey

Schoch erhöht den Druck auf Steelers-Coach Boisvert

Die Bietigheim Steelers stehen nach mehr als einem Viertel der Hauptrunde nur auf Rang acht. Der erfolgsverwöhnte Eishockey-Zweitligist ist damit unzufrieden. Alles steht auf dem Prüfstand, vor allem der Trainer.

Will Ergebnisse sehen: Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch.Foto: bm
Will Ergebnisse sehen: Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch. Foto: bm

Bietigheim-Bissingen. Eigentlich könnten die Bietigheim Steelers in der Deutschen-Eishockey-Liga 2 zufrieden sein. Nach 15 Spielen hat der SCB nur drei Punkte Rückstand auf den dritten Tabellenplatz und noch genug Zeit, um sich für die Play-offs in Stellung zu bringen. Es sind schließlich 52 Hauptrundenspiele.

Der Erzrivale auf Rang 1

Das ist aber nur eine Art, die Tabelle zu lesen. Immer mehr Anhänger des besten DEL 2-Teams der vergangenen Jahre sehen mit anderen Augen auf die Rangliste. Denn die Steelers stehen nur auf Rang acht. So schlecht wie seit dem 2. Spieltag der Saison 2017/18 nicht mehr und das war damals nur eine Momentaufnahme zu Saisonbeginn. Am Ende wurden die Bietigheimer in Kevin Gaudets Abschiedssaison als Coach Meister.

Hinzu kommt, dass ausgerechnet der Erzrivale, die Heilbronner Falken, die Liga anführen. „Die Tabellensituation ist objektiv noch nicht dramatisch, aber nicht zufriedenstellend“, sagt Geschäftsführer Volker Schoch. „Wir sitzen nicht untätig da. Wir prüfen, was man wem zutrauen kann.“

Eine große Rolle in diesen Überlegungen spielt auch Trainer Hugo Boisvert. Der unerfahrene Bandenchef hat als Nachfolger des langjährigen Erfolgscoaches Gaudet ohnehin einen schweren Stand. Der Kanadier war mit drei Meistertiteln nicht nur erfolgreich, sondern mit seiner offenen Art auch äußerst beliebt.

„Wir haben bewusst einen jungen Trainer geholt, der die Chance hat zu lernen. Aber irgendwann erwarten wir Ergebnisse“, betont Schoch und vermeidet dabei ein klares Bekenntnis zum 43-Jährigen Franco-Kanadier. „Was aktuell geliefert wird, passt nicht. Jeder weiß, das Geduld endlich ist.“ Mit Blick auf den Spielplan wird klar: Boisvert ist bei den Steelers auf Bewährung. Am Freitag um 17 Uhr empfangen die Bietigheim Steelers Titelverteidiger Ravensburg Towerstars in der Ege Trans-Arena. Am Sonntag geht es zur selben Uhrzeit zu den Bayreuth Tigers. Danach hat die DEL aufgrund des Deutschland-Cups Spielpause.

Konstellation offen

Dann bleiben zwölf Tage Zeit – Entweder für Boisvert, um eine letzte Chance auf erfolgsversprechendere Systemänderungen zu nutzen oder, um Veränderungen innerhalb des Trainerstabs vorzunehmen. „In welcher Konstellation wir in vier Wochen sein werden, kann ich noch nicht beurteilen, es steht alles auf dem Prüfstand“, erklärt Schoch. „Wir erwarten Reaktionen auf allen Teilen. Sie können davon ausgehen, dass wir nicht leichtfertig und nicht leichtsinnig mit unseren Steelers umgehen.“

Doch die ungewohnte Talfahrt der Steelers ist nicht alleine am Trainer festzumachen. Mit Torhüter Stephon Williams, Kapitän Nicolai Goc, Tim Schüle und Alexander Preibisch sind gleich vier wichtige Spieler verletzt.

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