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Schutz für Grundschullehrer sei überfällig

Grundschulen begrüßen Ausstattung mit FFP2-Masken – Das Tragen kann Quarantäne für Lehrer verhindern

Tragen Lehrer eine FFP2-Maske, müssen sie bei einem Coronafall in der Klasse nicht automatisch in Quarantäne. Foto: Angelika Warmuth/dpa
Tragen Lehrer eine FFP2-Maske, müssen sie bei einem Coronafall in der Klasse nicht automatisch in Quarantäne. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Kreis Ludwigsburg. Nun sollen auch die Lehrkräfte an Grundschulen mit FFP2-Masken ausgestattet werden. Das ist aus einem internen Schreiben von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) an das Sozialministerium diese Woche hervorgegangen. Bei den Grundschulen im Landkreis trifft dies durchweg auf Zuspruch.

Das Schreiben der Ministerin sieht jedoch vor, dass Masken nur außerhalb des Klassenzimmers getragen werden sollen. Doch sind die Kontakte im Klassenzimmer ebenfalls entscheidend, ob eine Lehrkraft in Quarantäne muss. Denn ist ein Kind infiziert oder Kontaktperson ersten Grades, muss nicht nur die ganze Klasse in Quarantäne, sondern auch der Lehrer. An der Theodor-Heuglin-Gesamtschule in Ditzingen seien dieses Schuljahr deswegen schon zwei Grundschullehrer ausgefallen, wie Direktor Jörg Fröscher darlegt. „Das Tragen einer FFP2-Maske hätte diesen Automatismus verhindert, hieß es vom Gesundheitsministerium“, so Fröscher. Gerade in den Grundschulen sei es nicht immer möglich, im Unterricht den Abstand zu den Kindern einzuhalten.

Manche Lehrer gehören auch Risikogruppen an. „In unserem Kollegium sind zwei Lehrer über 60 Jahre alt“, sagt Stephanie Rosenberg, Schulleiterin der Ludwig-Heyd-Schule in Markgröningen. Gerade für die Risikogruppen sei die Selbstschutzwirkung der FFP2-Masken entscheidend. „Zum Glück haben Lehrer wie Schüler alle freiwillig eine Maske dabei“, so Rosenberg. So würden im Unterricht Lehrkraft und Schüler ihren Mund-Nasen-Schutz aufsetzen, wenn beispielsweise um etwas zu erklären der Mindestabstand unterschritten wird. Den Grundschullehrern jetzt erst Masken zur Verfügung zu stellen, sei vom Land als Arbeitgeber fahrlässig, sagt Rosenberg. Denn in Grundschulen hätte es von Beginn des Schuljahres an Unterricht in vollen Klassenzimmern gegeben.

Auch an den Ludwigsburger Grundschulen begrüße man die Entscheidung der Ministerin, sagt Ludwigsburgs geschäftsführender Schulleiter Bernhard Bleil. Er leitet die Eberhard-Ludwig-Gesamtschule im Stadtteil Eglosheim. Da die Lehrer der dortigen Sekundarstufe mit Masken versorgt wurden, konnte Bleil auch Masken an seine Grundschullehrer ausgeben. Andere reine Grundschulen haben ihre Pädagogen nicht mit Masken ausstatten können. „Bei den Erst- bis Viertklässlern ist dies gefährlich, da sie keinen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen“, so Bleil. Dass eine Maskenpflicht für Grundschüler sinnvoll wäre, bezweifelt er: „Je jünger die Kinder sind, desto schwieriger ist es, das durchzusetzen.“

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