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Sechs Marbacher Kurzgeschichten als Internet-Hörspiele

Neuntklässler des FSG führen ihre Hörspiele auf. Foto: Andreas Becker
Neuntklässler des FSG führen ihre Hörspiele auf. Foto: Andreas Becker
Hörspiele in sechs Stationen inszenierten Neuntklässler des Marbacher Friedrich-Schiller-Gymnasium. Ein Projekt aus der Corona-Not geboren, das am Freitagabend eine umso beeindruckendere Premiere hatte.

Marbach. „Eigentlich hatten wir ein Theaterstück machen wollen“, erzählen Sophie Mindt und Sascha Dangel vom Kurs „Kunstprofil intermediale Kommunikation“ (Kimko), den Lehrerin Anja Abele leitet. Aber die Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung. Proben wären unmöglich gewesen. Also entwickelten die 32 Teilnehmer in Gruppen auf Internetdistanz sechs Kurzgeschichten verschiedener Themen und vertonten sie.

Am Anfang stand das Brainstorming, wovon die Story überhaupt handeln soll. Eine Art „Drehbuch“ mit Spannungsbogen wurde geschrieben, Sprechrollen verteilt und nebst passenden Nebengeräuschen im Studio aufgezeichnet, schließlich zur Sendereife geschnitten. Das Spektrum der Geschichten ist vielfältig. „Das Mädchen in Rot“ ist ein Drama, in dem eine Schülerin im Suff den Tod einer Freundin verursacht. „Für immer eine Legende“ erzählt von einer Schatzsuche alter Männer. „Es war einmal“ ist ein klassisches Märchen auf der Suche nach Schönheit, aber in modernem Gewand. „Crash“ schildert einen tragischen Verkehrsunfall mit sehr überraschendem Ausgang. Auch „Unerwartete Wendung“ handelt von einem Unfall, in diesem Fall während des Sportunterrichts, von dem die Lokalpresse Wind bekommt. „Mission Vogelhäuschen“ ist ein tierischer Krimi: Der Täter hat vier Pfoten.

Zur Uraufführung am Freitag haben die Schülerinnen und Schüler sich an ihren Stationen meistens etwas einfallen lassen. Sie schauspielerten dann doch ihre Geschichten. Teilweise verkleidet. Neu an dem Projekt mit dem Namen „Hofgeflüster“ ist seine Nachhaltigkeit: Während bei einem Theaterstück die Aufführung vorbei ist, sobald der Vorhang fällt, können diese Hörspiele jederzeit wieder abgerufen werden. Jedes einzelne hat einen QR-Code, das mit dem Mobiltelefon auch barrierefrei abgerufen werden kann. Denn alle sind auf Wunsch untertitelt. Das und mehr erledigte Sascha Dangel. Er war alleine der Kurator der Aktion. Er ist auch der Lotse über den Pausenhof. Mit Drohnenaufnahmen leitet er von einer Station zur nächsten. Er war außerdem verantwortlich für die Umsetzung der Audiodateien und der Titelbilder. „Bis zu den Sommerferien steht der Rundgang mit Geschichten ab sofort jedem frei“, erklärt Anja Abele. Dafür braucht der Besucher ein geladenes Smartphone und am besten einen Kopfhörer. Für den Trip sollte man sich etwas mehr als 30 Minuten nehmen. Und auch für die FSG-Schüler wird an den letzten drei Unterrichtstagen ausnahmsweise das Handy-Verbot in gewissen Zeitfenstern gelockert. „Es war ein schönes Projekt aber auch viel Arbeit“, loben die Teilnehmer die Idee von Abele. Dem „Hofgeflüster“ wird am 7. Juli das „Hofgezwitscher“ folgen. Dann geben die Chöre und Orchester coronakonform ebenfalls eine virtuelle Kostprobe.