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Tag der offenen Baustelle beim neuen Seniorenzentrum der Karlshöhe – Im Herbst soll es fertig sein – Sechs Wohneinheiten mit 90 Pflegeplätzen

Der Gemeinschaftsraum soll der Treffpunkt der Bewohner jeder Wohneinheit werden. Auch gegessen wird hier. Fotos: Holm Wolschendorf
Der Gemeinschaftsraum soll der Treffpunkt der Bewohner jeder Wohneinheit werden. Auch gegessen wird hier. Foto: Holm Wolschendorf
Viel Licht auf den Gängen. Die Bereiche im Südflügel sind in warmen Farben gestrichen, die auf der Nordseite in kalten Farben.
Viel Licht auf den Gängen. Die Bereiche im Südflügel sind in warmen Farben gestrichen, die auf der Nordseite in kalten Farben.
Im Erdgeschoss befindet sich der Mehrzweckraum. Hier werden Veranstaltungen und Gottesdienste stattfinden.
Im Erdgeschoss befindet sich der Mehrzweckraum. Hier werden Veranstaltungen und Gottesdienste stattfinden.
Die Zimmer sind alle 16 Quadratmeter groß.
Die Zimmer sind alle 16 Quadratmeter groß.

Ludwigsburg. Die Helligkeit in den Räumen begeistert. Auch einige Besuche beim Tag der offenen Baustelle auf der Karlshöhe. Dort entsteht derzeit ein neues Seniorenzentrum für 90 Bewohner. Beim Rundgang durch die Baustelle fällt eines auf: Dank großen Fenstern bis zum Boden, indirekter und direkter Beleuchtung sind alle Räume sehr hell und einladend.

Die Karlshöhe hat mit dem Neubau aus der Pflicht eine Kür gemacht. Er war notwendig wegen der neuen Landesheimbauverordnung. Diese schreibt unter anderem vor, dass die Bewohner ein Recht auf Einzelzimmer und ein dazugehöriges Badezimmer haben. Das war im „Haus des Salons“, dem bisherigen Seniorenzentrum auf der Karlshöhe, nicht so einfach umzusetzen, deshalb wurde das neue Gebäude geplant. Der Spatenstich war im Februar 2019. „Wir haben die gesetzlichen Vorgaben mit einer konzeptionellen Weiterentwicklung verbunden“, erklärte Dörte Bester, die Direktorin der Karlshöhe. Auf den drei Stockwerken wird es jeweils zwei Wohneinheiten geben. In diesen leben künftig dann jeweils 15 Menschen zusammen. Zu jeder Wohneinheit gehört ein großer Gemeinschaftsraum mit einer Küche. Dort werden gemeinsam die Speisen zubereitet und gegessen. Die Bewohner sollen so viel wie möglich selbst machen, so lange sie es noch können. Beim Kochen werden sie von den Mitarbeitern unterstützt. „Die Gerüche und Geräusche dabei wecken das Heimatgefühl der Bewohner“, so Julia Blickle. Sie leitet den Geschäftsbereich Altenhilfe. Statt in einem großen Speisesaal werden die Bewohner in ihrer Wohngemeinschaft essen.

Im Erdgeschoss gibt es einen Mehrzweckraum. Dort werden künftig alle Veranstaltungen stattfinden. Es sei geplant, dass diese via Laptops in die Zimmer übertragen werden, damit auch bettlägerige Bewohner teilhaben können. „Das ist uns besonders für die Gottesdienste wichtig“, so Blickle. Auch der Mehrzweckraum hat viele große Fenster. „So wollen wir den Bewohner die Möglichkeit geben, am Leben draußen teilzunehmen, gleichzeitig aber auch die Menschen zu uns einladen“, sagte Bester. Jede Wohngemeinschaft hat außerdem einen großen Balkon, damit die Bewohner auch draußen sitzen können. Die Wohneinheit im Erdgeschoss hat einen Zugang zum Garten. Dort ist auch ein geschützter Bereich für Menschen mit Demenz geplant.

„Für jedes Bedürfnis soll es bei uns Möglichkeiten geben“, so Dörte Bester. Im Mehrzweckraum könnten zum Beispiel große Geburtstage gefeiert werden, für kleine Treffen gibt es in den Wohneinheiten kleine Nischen mit Sitzgelegenheiten.

Der Boden in Holzoptik macht die Räume wohnlich, die Wände haben unterschiedlichen Farben. Die Wohneinheiten auf der Südseite sind in warmen Farben gestrichen. „Dort fällt nämlich nur kaltes Nordlicht rein“, erklärte Architektin Petra Schindler-Wilkins. Auf der anderen Seite, im Nordbereich wurden kalte Farben an die Wände gepinselt. Je höher das Stockwerk, desto dunkler die Farben, denn je mehr Licht fällt in die Räume. Auch der Boden im Badezimmer ist in den jeweiligen Farben gehalten. „Das soll den Bewohnern helfen, sich wohl und zuhause zu fühlen“, sagte Dörte Bester.

Noch sind viele Stellen des Gebäudes Baustelle, aber im Herbst soll das neue Seniorenzentrum fertig sein. „Weihnachten feiern wir im neuen Haus“,sagte Bester und lächelt. Das „Haus am Salon“ wird dann nicht mehr als Seniorenheim genutzt. Es bestehe bei der Karlshöhe aber großes Interesse, es nicht leer stehen zu lassen. „Es ist immer noch ein gutes Haus“, so Bester. Es sei geplant, es zu sanieren und dann im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben weiter zu nutzen.

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