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SG Bietigheim setzt die Maßstäbe

Die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim sind zum zweiten Mal nach 2017 deutscher Meister! Mit dem 34:18 (19:7)-Sieg gegen Frisch Auf Göppingen machte das Team von Martin Albertsen den Titel perfekt.

Die Hand am Pokal: Bietigheims Handballerinnen feiern nach 2017 die zweite deutsche Meisterschaft. Foto: Baumann
Die Hand am Pokal: Bietigheims Handballerinnen feiern nach 2017 die zweite deutsche Meisterschaft. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Der gleichzeitige 36:19-Erfolg des punktgleichen Rivalen Thüringer HC gegen Bad Wildungen spielte keine Rolle mehr. Bietigheim durfte wegen des um 29 Treffer besseren Torverhältnisses feiern.

Der Titel krönt eine fast perfekte Bundesligasaison. Von den 26 Spielen gewann Bietigheim 25, lediglich beim Vizemeister Thüringer HC gab es eine 23:24-Niederlage. Die Enzstädterinnen setzten Maßstäbe: Mit 834 „Buden“ erzielte man die meisten Tore aller 14 Teams, hatte mit nur 601 Gegentreffern die stärkste Abwehr der Liga. Daraus resultiert zwangsläufig das beste Torverhältnis von plus 233 Toren – macht im Schnitt pro Spiel einen Vorteil von neun Toren aus.

Gegen Göppingen tat sich die SG nur anfangs schwer. Der BBM-Angriff agierte zu statisch. So konnte Göppingens 3:2:1-Abwehr oft den Spielfluss unterbrechen und Frisch Auf hielt bis zum 6:5 mit. Dann fand die SG die richtigen Mittel: Mit viel Bewegung ohne Ball wurde die FAG-Defensive geknackt. Auch die Abwehr mit der starken Dinah Eckerle im Tor steigerte sich, legte mit erfolgreichen Aktionen die Basis für schnelle Konter. Mit neun Toren in Serie zog Bietigheim bis zur 22. Minute auf 15:5 davon, ehe Göppingens beste Werferin Michaela Hrbkova (7 Treffer) die Durststrecke ihres Teams beendete.

Die erstmals nach ihrer Schulterverletzung wieder länger eingesetzte, enorm engagierte Karolina Kudlacz-Gloc mit einem Doppelpack, Kim Naidzinavicius und Fie Woller mit einem feinen Dreher schraubten das Ergebnis weiter nach oben. Beim Wechsel lag Bietigheim 19:7 vorn.

Der Pausenstand war auch ein Signal nach Nordhausen. Dort führte der Thüringer HC zu diesem Zeitpunkt gegen Bad Wildungen 15:6. Das THC-Ziel, Bietigheim mit einer viel höheren Halbzeitführung unter Druck zu setzen, war nicht aufgegangen. Im Gegenteil: Die SG hatte ihren Vorsprung auf 33 Treffer ausgebaut und Thüringens Meistertraum platzen lassen.

Malestein zeigt ihr großes Wurfrepertoire

Im zweiten Durchgang gab die SG gegen Göppingen weiter Gas und servierte den 2425 Zuschauern in der MHP-Arena einige Handball-Delikatessen. So spielte Kreisläuferin Luisa Schulze nach einer blitzschnellen Ballstaffette mit einem technisch anspruchsvollen Rückhand-Bodenpass Fie Woller frei, die von Linksaußen gekonnt vollendete. Angela Malestein zeigte auf dem rechten Flügel ihr großes Wurfrepertoire, düpierte mit ihren Trickwürfen Göppingens Torhüterinnen.

Nach 45 Minuten führten die Gastgeberinnen 27:12. BBM-Sportdirektor Gerit Winnen, der Architekt des Erfolges, steckte Coach Albertsen auf der Bank einen kleinen Zettel zu, der dem Dänen ein Lächeln entlockte. Das dort notierte Zwischenergebnis aus Thüringen – der THC hatte drei Tore gegen die SG aufgeholt – schreckte niemand mehr.

Für Albertsen war ohnehin die Zeit gekommen, sich bei einigen Akteurinnen zu bedanken. In der Schlussviertelstunde wechselte er mehrere Stammspielerinnen aus, schickte dafür Charris Rozemalen und Ines Ivancok (beide verlassen den Verein), Anja Hoekstra (beendet ihre Karriere) und Kim Braun aufs Feld. „Das haben die sich verdient“, lobte Albertsen. „Sie haben vielleicht in der Saison weniger gespielt, waren aber unheimlich wichtig für uns. Sie waren immer mit vollem Herzen dabei, haben uns im Training durch ihren Einsatz gepuscht und besser gemacht.“

Während ihre Vertreterinnen die Meisterschaft nach Hause spielten und sich alle noch in die Torschützenliste eintragen konnten, feierten Kim Naidzinavicius, Maura Visser und Co. mit den begeisterten Fans schon den Titel. Nach dem Schlusspfiff brachen alle Dämme.

SG BBM: Eckerle, Salamakha; Visser (2), Rozemalen (2), Lauenroth (2), Hoekstra (1), Ivancok (1/1), Loerper (3/2), van der Heijden (4), Schulze (4), Naidzinavicius (3), Woller (4), Malestein (4), Braun (1), Kudlacz-Gloc (3). (joh)