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SGV will Abbruch nicht hinnehmen

Die Verbände der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg haben am Donnerstagabend die aktuelle Saison endgültig für beendet erklärt und damit die Meisterschaftsrunde annulliert. Während der Beschluss beim FSV Bissingen gelassen geshen wird, herrscht bei den Verantwortlichen des Tabellenführers SGV Freiberg Verwunderung.

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Ludwigsburg. Freiberg/Bietigheim-Bissingen. Am Donnerstag beschlossen die beteiligten Verbände der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg die aktuelle Saison zu annullieren mit der Folge, dass es insbesondere weder Auf- noch Absteiger gibt. Der Sportdirektor des souveränen Tabellenführers SGV Freiberg, Christian Werner. kündigte unverzüglich an, die Entscheidung juristisch prüfen zu lassen.

„Mit großem Bedauern haben wir die Nachricht von der Annulierung der Oberliga-Saison ohne Aufsteiger zur Kenntnis genommen“, kommentierte auch der Freiberger Präsident Emir Cerkez bereits am Donnerstagabend die Verbandsentscheidung auf der SGV-Homepage. „Wir haben lange gehofft und nun liegt die Entscheidung vor, allerdings ist die Nachricht nicht das, was uns in den letzten Wochen angedeutet wurde.“ Dem Verbandsbeschluss war eine Entscheidung der Regionalliga Südwest-Gesellschafterversammlung vorausgegangen, keine Aufsteiger aus Baden-Württemberg, Hessen und der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar aufzunehmen, da keiner der Oberligen 50 Prozent der vorgesehenen Spiele absolviert habe. In den vergangenen Wochen schien immer wieder wahrscheinlich, bei sechs in der aktuell ausgetragenen Regionalliga-Saison ermittelten Absteigern, zumindest die drei Oberliga-Meister in die vierte Liga aufzunehmen und die Oberliga-Zweiten Entscheidungsspiele absolvieren zu lassen.

Nun steigen nur zwei Teams aus der Regionalliga ab. „Wir stehen alle immer noch unter Schock“, räumte Werner auch gestern noch ein, „damit haben wir nicht gerechnet.“

Werner erklärt, dass der SGV bereits die Erfolgsaussichten eines juristischen Einspruchs prüfen lässt, wie auch andere betroffene Aufstiegskandidaten in der Oberliga aus Trier, Worms und Stuttgart. „Alles andere wäre nicht professionell“, sagte er.

Der SGV-Verantwortliche betonte, dass der mit fünf Zählern Vorsprung dominierende Spitzenreiter nach Ansicht fast aller Oberligisten den Aufstieg verdient gehabt hätte, auch nach nur 13 absolvierten Partien: „Wir haben dreimal 7:0 gewonnen, das waren echte Hausnummern – wir waren klar die Stärksten“, so Werner. Der SGV-Verantwortliche hatte zuletzt immer wieder betont, dass der Saisonabbruch zu früh komme – auch wegen der besseren Inzidenzen in der Coronapandemie.

Besonders bitter: Der SGV Freiberg hat in den vergangenen Monaten die personellen Weichen Richtung Professionalisierung gestellt und gleich einige hochkarätige Verstärkungen präsentiert, darunter den Torjäger Marcel Sökler. Inzwischen hat der Oberliga-Primus längst eine Regionalliga-Truppe zusammen, die nun wohl im Sommer erneut in der Oberliga antreten muss. Immerhin wäre laut Werner in einer weiteren Fünftligarunde weder der aktuelle Kader noch das Budget gefährdet.

Beim Ligakonkurrenten In Bissingen sieht man den Abbruch der Saison freilich gelassener. „Jetzt haben wir Planungssicherheit“, stellt der sportliche Leiter des momentanen Tabellenvierten, Oliver Dense, fest. „Wir können das so akzeptieren, die Begründung ist schlüssig, 13 Spiele sind keine sportliche Qualifikation – allen kann man es leider nicht recht machen.“

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