Logo

Sieben Millionen für die gute Stube

Der Marktbrunnen wird im Zuge der Umgestaltung der Fußgängerzone vor das Rathaus versetzt, auf der Fläche vor der Bäckerei oben im Bild ist ein Fontänenfeld geplant. Die Arbeiten werden voraussichtlich im September kommenden Jahres beginnen.Archivfot
Der Marktbrunnen wird im Zuge der Umgestaltung der Fußgängerzone vor das Rathaus versetzt, auf der Fläche vor der Bäckerei oben im Bild ist ein Fontänenfeld geplant. Die Arbeiten werden voraussichtlich im September kommenden Jahres beginnen.Archivfot
Der Baubeschluss ist gefasst: Einstimmig hat der Marbacher Gemeinderat am Donnerstagabend die Pläne für die Umgestaltung der Fußgängerzone gebilligt. Und die wird ein teures Pflaster: Sieben Millionen Euro muss die Stadt finanzieren.

Marbach. Erstmals öffentlich hat Thomas Zeltwanger vom Büro ISTW den Plänen für die Umgestaltung der Marktstraße ein Preisschild aufgeklebt: Einen Finanzbedarf von knapp sieben Millionen Euro veranschlagt er. Darin sind freilich nicht nur die später sichtbaren Veränderungen enthalten, sondern auch umfangreiche Arbeiten im Untergrund wie Kanalsanierungen und eine neue Gasleitung. Auf Nachfrage von Grünen-Stadträtin Barbara Eßlinger bestätigte Zeltwanger außerdem, dass die Telekom im Zuge der Arbeiten in ihr bereits bestehendes Leerrohrnetz Glasfaserleitungen einziehen will; gegebenenfalls werde das Netz erweitert.

Was die finanzielle Seite des ambitionierten Projekts angeht, so rechnet die Stadt mit Zuschüssen vom Land. Die Marktstraße gehört zum Sanierungsgebiet Altstadt, die Erste Beigeordnete Franziska Wunschik kündigte an, dass die Stadt beim Land einen Aufstockungsantrag stellen werde. Aktuell ließe sich aber noch nicht abschätzen, wie hoch die Zuschüsse ausfallen.

Stadtplaner Christof Weigel vom Büro Baldauf hatte für die Sitzung am Donnerstagabend noch einige Wünsche in die Planung eingearbeitet, die im November aus der Mitte des Gemeinderats geäußert worden waren. So erhält jetzt zum Beispiel auch die Treppe, die vom Kopfgässle in die Marktstraße führt, breite Sitzstufen; nach Rücksprache mit der Inhaberin des Gasthofs Bären bleibt es bei zwei Bäumen vor dem Gebäude; die Grünen hatten einen großkronigen Baum an dieser Stelle vorgeschlagen. Was jetzt tatsächlich noch einer Abstimmung bedurfte, war der Standort des Fontänenfelds. Er bleibt aber wie vom Planer vorgesehen etwa mittig zwischen Foto Beran und der Bäckerei Mildenberger; eine Verschiebung um etwa zweieinhalb Meter nach Westen fand keine Mehrheit. Diese Variante hatte die CDU vor vier Wochen ins Gespräch gebracht, um mehr Flexibilität für die Außengastronomie zu schaffen.

So wird voraussichtlich im September kommenden Jahres der Startschuss für den Umbau der Marktstraße fallen, die Fußgängerzone – von den Stadträten gerne als die gute Stube Marbachs bezeichnet – nach über 40 Jahren einer umfassenden Schönheitskur unterzogen. Wie mehrfach berichtet, sind die zentralen Bestandteile der Umgestaltung ein neuer Belag, der das holprige Kopfsteinpflaster ersetzen wird, moderne schlanke Stelen statt der Kugelleuchten im Stil der 70er Jahre. Zusätzliche Bänke, Bäume, Sitzstufen sowie das Fontänenfeld sollen eine höhere Aufenthaltsqualität schaffen.

Der Marktbrunnen wird vor das Rathaus versetzt, damit der ohnehin schon aufgeweitete Bereich zwischen Schillerhof und Rathaus offener wirkt und besser als Platz zur Geltung kommt. Das Lugplätzle oberhalb des Torturms wird zu einer Wein-Lese-Laube umgestaltet, außerdem soll es verschiedene belebende Spielemente wie Wasserstrudler und ein Fernrohr geben, die die Marktstraße attraktiver machen.