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Sozialarbeiterin für Flüchtlinge

Die neuen Wohnheime im Wasen sind so gut wie fertig. Ab Juli beginnt das Landratsamt mit der Belegung, wöchentlich sollen 40 Menschen in die Erstunterbringung kommen“, sagte die Besigheimer Ordnungsamtsleiterin Sabine Keller im Gemeinderat. Im Wohnblock der Stadt wohnen bereits elf Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung. Die Wohnblöcke bieten Platz für insgesamt knapp 400 Flüchtlinge. Momentan geht man von einer 80-prozentigen Belegung aus.

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Wohnblöcke für Flüchtlinge in Besigheim aus der Vogelperspektive: Sie bieten Platz für rund 400 Menschen. Foto: Archivfoto: Alfred Drossel
Ludwigsburg. „Der Freundeskreis Asyl hat eine Willkommensbroschüre erarbeitet, die möglichst auch ins Arabische übersetzt werden soll“, so Keller. Mit der Finanzierung einer professionellen Übersetzung soll der Freundeskreis nicht allein gelassen werden. „Ich habe dem Landratsamt vorgeschlagen, dass wir die Finanzierung gemeinsam übernehmen“, sagte Bürgermeister Steffen Bühler am Dienstagabend. Entsprechend der Belegung soll das Landratsamt den größeren Teil zahlen. „Ich bin für eine 3:1-Finanzierung“, so Bühler. „Das ehrenamtliche Engagement darf nicht an dieser Stelle gekappt werden.“

Um die Integration der erwarteten Flüchtlinge voranzutreiben, soll Rathausmitarbeiterin Ursula Adler mit einer halben Stelle zur Integrationsbeauftragten ernannt werden. Dafür gibt es auch Fördergelder, die mündlich zugesagt wurden. Die offizielle Ernennung kann aber erst erfolgen, wenn der Bewilligungsbescheid vorliegt.

Außerdem hat der Gemeinderat für die Betreuung der Flüchtlinge in Anschlussunterbringung eine halbe Sozialarbeiterstelle genehmigt, die seit Anfang Juni mit Ann-Kathrin Fischer besetzt ist. Sie stellte sich jetzt dem Gremium vor und berichtete über ihre Einarbeitungsphase. „Ich bin vier halbe Tage vor Ort und habe die ersten Wochen genutzt, um die Flüchtlinge kennenzulernen. Sie haben mir ihre Anliegen und Probleme vorgebracht. Außerdem habe ich liegengebliebene Anträge bearbeitet“, erzählte Fischer, deren Anstellung über die Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz erfolgt. Die Caritas ist vom Landratsamt auch mit der Sozialbetreuung in der Gemeinschaftsunterkunft betraut.

Aufgaben der neuen Sozialarbeiterin sind Beratung und Begleitung von Flüchtlingen in der Anschlussunterbringung, die Begleitung der Ehrenamtlichen sowie die Entwicklung von Qualifizierungsangeboten für Ehrenamtliche in enger Kooperation mit der ökumenischen Fachstelle Ehrenamt Asyl. Mit der Flüchtlingssozialarbeit soll Fischer ebenso eng zusammen arbeiten wie mit der Integrationsbeauftragten der Stadt Besigheim und weiteren Akteuren der kommunalen Verwaltung.

Auch Ellen Eichhorn-Wenz, Fachleiterin Soziale Hilfe bei der Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz, besuchte die Gemeinderatssitzung und dankte dem Gremium für die Genehmigung der halben Sozialarbeiterstelle. Die Caritas habe gute Erfahrungen mit Besigheim gemacht, die Kommunikation klappe reibungslos.