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Späte Kritik an Aus für Palliativstation

Am 1. April wurde die Palliativstation im Bietigheimer Krankenhaus geschlossen. Zu wenig Interesse, außerdem gebe es inzwischen andere Angebote, heißt es bei der Klinik-Gesellschaft. Doch jetzt, rund fünf Monate später, gehen die Hospizgruppen dagegen auf die Barrikaden.

Hospizgruppen sind unzufrieden mit der Betreuung Sterbender im Krankenhaus.Archivfoto: Krueper/epd
Hospizgruppen sind unzufrieden mit der Betreuung Sterbender im Krankenhaus. Foto: Krueper/epd

Bietigheim-Bissingen. Anfang April war in Bietigheim Schluss, auf der Palliativstation. Hier werden Patienten mit unheilbaren oder weit fortgeschrittenen Krankheiten behandelt. Das bedeutet auch, dass sie behutsam auf den Tod vorbereitet werden. Der Grund für die Schließung lag für die Kliniken-Gesellschaft auf der Hand: Diese Palliativbetten waren immer weniger gefragt. Außerdem sollte ein neues System auf die Beine gestellt werden. Es besteht aus einer Spezialisierten Ambulanten Palliativen Versorgung (SAPV), das die Patienten hauptsächlich zuhause betreut, und einem Palliativteam, das die Arbeit in den Krankenhäusern übernimmt. Zudem besteht noch die Palliativabteilung am Ludwigsburger Klinikum.

Die Kritik kommt spät

Nach Angaben der Kliniken-Gesellschaft sei das gesamte Vorgehen mit den verschiedenen Hospizgruppen abgesprochen gewesen. Doch wenn man den offenen Brief liest, sieht die Sachlage ganz anders aus. Die Gruppen aus Besigheim, Bietigheim-Bissingen, Bönnigheim, Kirchheim, Pleidelsheim, Schwieberdingen, Sachsenheim und Vaihingen beklagen sich, dass die Schließung der Bietigheimer Station unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschehen sei. Dies mache ratlos und wütend. Zumal die Betten im Bietigheimer Krankenhaus benötigt würden. Zum einen für die Patienten, aber auch für die Angehörigen aus dem Nordkreis. Diese müssten nun einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nehmen.

Das konsiliarische Palliativteam sei zwar gut, aber noch lange kein Ersatz für bisherige Station, hier konnten die Patienten schmerzlindernd behandelt werden und die Menschen hätten die Chance zur Ruhe zu kommen, heißt es in dem Schreiben. Dies falle in einem Dreibettzimmer auf einer normalen Station ziemlich schwer.

Daher wird gefordert, die alte Palliativstation in Bietigheim wieder einzurichten, denn der Bedarf an stationären Angeboten werde auch in Zukunft weiter steigen.

Die Hospizteams wollen nun wissen, warum die Bietigheimer Station geschlossen wurde. Die Frage ist nur, warum diese Kritik erst vier Monate nach der Schließung kommt. Außerdem soll, nach Angaben der Klinikgesellschaft, das alles bereits im Vorfeld der Schließung besprochen worden sein.

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