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Leukämie

Spender wäre das größte Geschenk

Am liebsten würde der zweijährige Johannes aus Ludwigsburg im Sandkasten spielen und die Tiere auf der Jugendfarm streicheln. Doch im Juli bekam er die Diagnose Leukämie. Seitdem stehen stattdessen Arztbesuche und Behandlungen an. Seine Familie, Freunde und die DKMS organisieren am Samstag, 14. Dezember, eine Typisierungsaktion für Johannes.

Johannes ist trotz seiner Krankheit tapfer, sagen seine Eltern. Foto: privat
Johannes ist trotz seiner Krankheit tapfer, sagen seine Eltern. Foto: privat

Ludwigsburg. Sechs Monate lang wusste die Familie von Johannes nicht, was mit dem Zweijährigen los ist. Er hatte Fieber, konnte plötzlich weder laufen noch sitzen. Doch herausfinden, was Johannes’ Knochen immer dünner werden ließ, konnten die Ärzte nicht. „Johannes hatte starke Schmerzen, denn seine Knochen lösten sich bei lebendigem Leib auf“, erinnern sich seine Eltern, die ihren Namen nicht öffentlich machen wollen, an diese Zeit.

Dann im Juli – bei der dritten Knochenmarkspunktion – die schreckliche Gewissheit: Johannes hat Leukämie. Die anschließende Chemotherapie gab zunächst Grund zur Hoffnung, da die Anzahl der Krebszellen in seinem Körper zurückging. Doch dann kam der nächste Rückschlag. Die Krebszellen stiegen wieder an. „Die Nachricht, dass die Chemo nicht anschlägt, haben wir am 21. November, an seinem Geburtstag, erhalten“, so Johannes’ Eltern. Jetzt stand fest: Der Zweijährige braucht dringend einen Stammzellenspender, um weiter leben zu können.

„Seit Juli haben wir uns überlegt, so eine Aktion zu organisieren“, sagen die Eltern von Johannes. Und das, obwohl der Familie zuerst zugesagt wurde, dass Johannes keine Spende benötige, weil sich die Anzahl der Krebszellen zunächst verringerte. Doch der Plan ging erst mal unter, denn Johannes bekam eine kleine Schwester, musste außerdem mehrmals in der Woche zum Arzt. Als die Eltern jedoch erfuhren, dass Johannes nun auf jeden Fall eine Stammzellenspende benötigt, haben sie sich endgültig für eine Typisierungsaktion entschieden. Diese findet am Samstag, 14. Dezember, in der Feuerseemensa statt. „Wir hoffen, dass sich möglichst viele Menschen typisieren lassen, da jeder die Heilung für ein krankes Kind, vielleicht sogar unseren Johannes, in sich tragen kann“, sagen sie. Mit der Registrierung könne jeder Mensch Familien wieder ein normales Leben schenken.

Die Typisierungsaktion läuft über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS). „Wir sind darauf angewiesen, dass uns die Familie und Freunde unterstützen“, sagt Laura Riedlinger, die bei der DKMS für Johannes’ Fall zuständig ist. Der Organisation wäre es nicht möglich, so viele Menschen, die sich typisieren lassen, aufzutreiben. „Da läuft ganz viel über soziale Kontakte“, so Riedlinger.

Johannes sei trotz seiner Krankheit sehr tapfer, berichten seine Eltern. „Er ist ein wahrer Sonnenschein in der Onkologie.“ Trotzdem hat er manchmal Angst. Angst vor bestimmten Untersuchungen oder davor, dass Mama und Papa gehen. Zu Beginn habe er bei jeder Untersuchung geschrien. Inzwischen macht er sich gut, winkt und verabschiedet sich freudig von Schwestern und Ärzten, sagen seine Eltern. Sie hoffen nun, dass bei der Typisierungsaktion der genetische Zwilling ihres Sohnes gefunden wird. „Ein passender Spender, durch den unser Sohn gesund wird, wäre das schönste Weihnachtsgeschenk für uns.“

Info: Die Typisierungsaktion für Johannes findet am Samstag, 14. Dezember, von 11 bis 16 Uhr in der Feuersee-Mensa, Karlstraße 21, statt.

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