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Standort ist klar, Neubau noch nicht

Die Standortfrage ist geklärt: Sollte eine Sanierung der Asperger Rundsporthalle teurer sein als ein Neubau, wird der auf den Feldern südlich des Friedrich-List-Gymnasiums errichtet. So oder so muss die Rundsporthalle aber für teures Geld saniert werden.

Wenn Asperg eine neue Sporthalle baut, soll sie südlich desFriedrich-List-Gymnasiums entstehen. Foto: Holm Wolschendorf
Wenn Asperg eine neue Sporthalle baut, soll sie südlich desFriedrich-List-Gymnasiums entstehen. Foto: Holm Wolschendorf

Asperg. Eine Standortanalyse für den möglichen Neubau ergab einen eindeutigen Sieger. Neun Faktoren wurden dabei abgeklopft. Der Lehrerparkplatz südlich gleich hinter der alten Rundsporthalle schied nach der Auswertung der vorgegebenen Kriterien aus. Die Felder hinter der Friedrich-Hölderlin-Schule landeten abgeschlagen auf Rang drei. Der Platz beim Gymnasium überzeugte insbesondere wegen seiner städtebaulichen Einbindung, der verkehrlichen Anbindung und guten Transportwegen, der Erreichbarkeit von beiden Schulen aus, den Erweiterungsmöglichkeiten und weil während der Bauphase der reguläre Schulbetrieb nicht über Gebühr beeinträchtigt würde.

Ein großes Manko allerdings: Sämtliche für das Großprojekt notwendigen Grundstücke sind noch in Privatbesitz. Er habe aber bereits Gespräche mit den Eigentümern geführt, berichtete Bürgermeister Christian Eiberger dem Gemeinderat. Auch wenn die rechtlich nicht bindend seien, sei er zuversichtlich, dass ein Handel klappen werde. „Es ist der am besten geeignete Standort.“

„Wenn die Verhandlungen scheitern, waren die Konzeptkosten über 35000 Euro rausgeschmissenes Geld“, warnte indessen Stadtrat Klaus Müller (CDU). Fraktionskollege Carsten Dathe schlug vor, einen Vorvertrag zu schließen, bei dem ein Grundstückspreis festgelegt werde.

SPD pocht auf neues Hallenbad

Das vorgesehene Gelände lasse viele Möglichkeiten zu, erklärte Eiberger. Auch den modularen Aufbau der Sportstätte. Man könne mit einer Dreifeldhalle anfangen und die Halle – wenn es die Finanzen zulassen – irgendwann um ein weiteres Spielfeld ergänzen. Auch ein Ersatz für das geschlossene Bädle, eine neue Schwimmhalle also, könnte dort zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls realisiert werden, sagte der Schultes.

Die Kritik an dem Vorhaben seitens der SPD ist harsch. Markus Furtwängler bezeichnete die Ergebnisse aus dem eigens gegründeten Arbeitskreis als „gelinde gesagt, nicht ganz gelungen“. Er kritisierte den Plan, alles nebeneinander zu bauen, wegen des großen Flächenverbrauchs. „Das ist widersinnig.“ Stattdessen könnte unten das Lehrschwimmbad entstehen und die Sporthalle darüber. Dann sei auch der Lehrerparkplatz, der bereits im Eigentum der Stadt ist, geeignet. „Wichtig ist, dass die Kinder schwimmen lernen, Tageslicht ist dafür nicht notwendig.“

Das würde die Entscheidung zu einem vorzeitigen Neubau des Hallenbads vorwegnehmen, entlarvte Michael Klumpp von den Grünen dies als Versuch der SPD, über ein Hintertürchen zum erwünschten Ergebnis zu gelangen. Es müsse abgewartet werden, ob sich die Stadt beides gleichzeitig überhaupt leisten könne. Der Lehrerparkplatz sei für das Projekt generell völlig ungeeignet. „Wir müssen dafür auf die freie Fläche, leider“, so Klumpp.

Eiberger meinte, das Gebäude würde durch ein Übereinanderbauen viel zu hoch, außerdem würde auf dem Lehrerparkplatz alles doch sehr zusammengedrängt wirken. Dem pflichtete Clemens Dorda von den Freien Wählern bei.

So oder so: Rundsporthalle wird saniert

Mehrheitlich wurden schließlich beide Konzeptstudien in Auftrag gegeben. Die für die neue Sporthalle kostet rund 35000 Euro, die fürs Lehrschwimmbad etwa 20000 Euro. Im Frühjahr werden konkrete Zahlen entsprechend dem bereits beschlossenen Raumprogramm vorliegen. Dann soll auch die Entscheidung fallen, ob nun neu gebaut oder ob die Rundsporthalle generalsaniert wird.

Keine Wahl bleibt dem Gemeinderat bei der Grundsanierung der alten Rundsporthalle. Hier wurde Spritzasbest unterm Dach entdeckt. Seither ist sie geschlossen. Die Kosten für Beseitigung und Wiederherstellung liegen bei rund 1,25 Millionen Euro. Die Arbeiten werden ein halbes Jahr dauern, dann erst kann der Sportbetrieb wieder aufgenommen werden. Sofern Corona das überhaupt zulässt.

Auch wenn die Rundsporthalle abgerissen werden sollte, sei diese Sanierung unumgänglich, denn bis die neue Halle steht, wird es mindestens vier Jahre dauern, so Bauamtsleiter Benjamin Durst. Außerdem dürfen nur asbestfreie Gebäude überhaupt abgebrochen werden. Murrend, ob der finanziellen Belastung, bissen die Stadträte in diesen sauren Apfel.

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