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Steelers dürfen nach dramatischer Wende weiter träumen

Eishockey-Zweitligist dreht die Partie gegen die Löwen Frankfurt und gewinnt die Best-of-five-Serie im Play-off-Viertelfinale im entscheidenden Spiel – Heute Halbfinalstart

Harter Kampf über fünf Spiele: Frankfurts Leon Hüttl (links) und Bietigheims Matt McKnight schenken sich auch im entscheidenden Spiel am Samstagabend nichts.Foto: Baumann
Harter Kampf über fünf Spiele: Frankfurts Leon Hüttl (links) und Bietigheims Matt McKnight schenken sich auch im entscheidenden Spiel am Samstagabend nichts. Foto: Baumann

Bietigheim. Bietigheim-Bissingen. Die Bietigheim Steelers hingen bereits taumelnd in den Seilen. Doch ein kaum für möglich gehaltenes Comeback im Duell mit den Löwen Frankfurt bescherte dem Eishockey-Zweitligisten doch noch den Einzug ins Play-off-Halbfinale gegen den EHC Freiburg.

Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch hielt es nach der Schlusssirene nicht mehr auf den Sitzen der Ege Trans-Arena. Auf dem Eis stürmten die Spieler des Siegers auf ihren jungen Keeper Leon Doubrawa zu, der dem enormen Druck standgehalten hatte, und feierten gemeinsam eine Energieleistung, die Seltenheitswert besaß. „Das war einfach Wahnsinn. Unglaublich, was die Jungs da geleistet haben“, zog Trainer Daniel Naud den Hut vor seinem Team.

Dass das nervenaufreibende Finale im entscheidenden Spiel fünf der Viertelfinalserie gegen Frankfurt mit einem Happy End und 4:2-Sieg für die Schwaben endete, war nach dem ersten Drittel nicht zu erahnen. Denn die vom DEL-Aufstieg träumenden Hessen strotzten vor Selbstvertrauen, nachdem man zuletzt mit zwei deutlichen Siegen in Folge die Best-of-five-Serie zum 2:2 ausgeglichen hatte. Und auch am Maifeiertag ließ die Mannschaft von Trainer Franz-David Fritzmeier lange keine Zweifel am Halbfinaleinzug aufkommen. Der deutsche Meister von 2004 bestimmte den Takt in der Defensive wie auch in der Offensive. Bietigheim lief meist hinterher und kassierte folgerichtig das 0:1 in der 8. Minute, als Carter Proft einen Rebound verwertete.

Im Tor der Gastgeber musste erneut der 19 Jahre alte Leon Doubrawa ran, da Jimmy Hertel weiter verletzt fehlte und Cody Brenner zwar mit Ausrüstung auf der Bank saß, aber eigentlich nicht einsatzfähig war. In der 17. Minute demonstrierten die Löwen ihre Qualitäten im Powerplay und erhöhten durch Luis Schinko auf 2:0. „In den ersten 20 Minuten waren wir zu zögerlich“, monierte Naud.

Die Steelers kamen zwar im zweiten Drittel besser ins Spiel und trafen durch Topscorer Riley Sheen den Pfosten (24.), doch Frankfurt blieb stabil und verwaltete den Vorsprung. Wie verwandelt kam Bietigheim nach der zweiten Pause aus der Kabine. „Glaubt dran!“ hatte Naud seinen Spielern mit auf den Weg gegeben, die plötzlich gleich mehrere Gänge hochschalteten und bei den Gästen für Verblüffung sorgten. „Wir sind eingeschnürt worden“, räumte Fritzmeier ein. Mit einem Doppelschlag innerhalb von 35 Sekunden durch Norman Hauner und Sheen (42.) stellten die Steelers auf 2:2.

Löwen-Keeper Bastian Kucis flogen danach die Pucks nur so um die Ohren, Frankfurt konnte das Feuer nicht mehr löschen. Verteidiger Max Renner war es schließlich, der nach toller Vorarbeit von Sheen und Evan Jasper in der 58. Minute das erlösende 3:2 erzielte, ehe Alexander Preibisch acht Sekunden vor Schluss mit dem 4:2 die letzten Zweifel am Seriengewinn ausräumte.

Für die Steelers steht heute (19.30 Uhr) in der Freiburger „Echte Helden Arena“ das erste von maximal fünf Halbfinalduellen gegen die Wölfe auf dem Programm, die sich im Viertelfinale in fünf Spielen gegen den ESV Kaufbeuren behaupteten. Spiel zwei findet am Mittwoch um 19.30 Uhr in der Ege Trans-Arena statt. Im zweiten Play-off-Halbfinale trifft Hauptrundensieger Kassel Huskies auf die Ravensburg Towerstars. Bietigheim und Kassel dürfen weiter vom Aufstieg in die Eishockey-Eliteliga träumen.

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