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Stegmaiers Besen feiert Jubiläum: Zu Beginn gab‘s Roten aus dem Fass und Bratkartoffeln

Horst Stegmaier hat den gleichnamigen Besen in Erdmannhausen aufgebaut, inzwischen leitet Sohn Jürgen die Geschicke des Familienbetriebs. Er steht auch für eine Erweiterung des Weinangebots. Foto: Holm Wolschendorf
Horst Stegmaier hat den gleichnamigen Besen in Erdmannhausen aufgebaut, inzwischen leitet Sohn Jürgen die Geschicke des Familienbetriebs. Er steht auch für eine Erweiterung des Weinangebots. Foto: Holm Wolschendorf
Die Anfänge waren bescheiden, da gab es nur Rotwein aus dem Fass. Mit der Zeit kamen immer mehr Gäste – den Bratkartoffeln sei Dank. Vor 30 Jahren eröffneten die Stegmaiers in Erdmannhausen eine Besenwirtschaft und seit 20 Jahren gibt es nun das Sommerfest. Am kommenden Wochenende wird wieder gefeiert.

Erdmannhausen. Besenwirtschaften haben in Württemberg eine lange Tradition. Sie ermöglichen landwirtschaftlichen Betrieben, ihren im Nebenerwerb erzeugten Wein zu verkaufen und einfache Gerichte anzubieten. Auf diese Weise können sie sich ein finanzielles Zubrot verdienen. Manche machten aus ihrer guten Stube eine Wirtschaft, Horst Stegmaier dagegen ließ zwischen Wohnhaus und Kuhstall ein eigenes Gebäude errichten. Der Besen am Schrayweg wurde weit über Erdmannhausen hinaus zum Begriff, auch wenn es anfangs noch gedauert hat, bis er richtig lief, wie Stegmaier einräumt. Erst mit der Zeit entwickelte sich auch die Geselligkeit, die erst das Flair eines Besen ausmacht. Reservierungen sind nicht möglich, und man hat nie einen Tisch für sich allein. „Das Viertele kostete 2,50 Mark, wir waren nicht die Billigsten, haben aber bisher nur dreimal die Preise erhöht“, erzählt Horst Stegmaier. Es kamen mehr Weinsorten hinzu, und die wurden in Flaschen ausgeschenkt.

Die gelben Knollen werden am Vortag gekocht und dann gekühlt

Geblieben sind die Bratkartoffeln, für die der Besen am Schrayweg bekannt ist und die oft mehr als nur eine Beilage für Bratwurst oder Schlachtplatte sind. Die Erdmannhäuser Kartoffeln werden dafür am Vortag gekocht und kühl gestellt. Erst dann geht es ab in die Pfanne. 20 Kilogramm der gelben Knollen werden an einem Besentag verzehrt. Was wichtig ist: Sie müssen in Butterschmalz gebraten werden. „Heute kostet das Butterschmalz mehr als die Kartoffeln“, so Stegmaier.

Eine Besonderheit: Das Rindfleisch auf der Besenkarte kommt aus dem eigenen Betrieb. Die Tiere werden nebenan in einem Laufstall gehalten, und der bietet viel Luft und Bewegungsmöglichkeiten. Zum Schlachten werden die Tiere zu einem Metzger nach Steinheim gefahren. Das bedeutet kurze Wege und damit auch weniger Stress für die Tiere. „Das merkt man der Fleischqualität an“, sagt Horst Stegmaier.

Vinothek statt Kälberstall

In den letzten 30 Jahren hat sich das Bild des Hofes gewandelt. Das liegt auch an der Vinothek, die vor sechs Jahren dort errichtet wurde, wo einst der Kälberstall war. Da die Gäste in der warmen Jahreszeit auch mal draußen feiern wollten, stellten die Stegmaiers vor 20 Jahren erstmals im Hof einige Bierbänke auf. Das war der Anfang des Sommerfestes, das inzwischen die Optik des Hofs prägt. Aus dem Garten wurde eine grüne, von Reben umrahmte Oase mit lauschigen Ecken. Die passende Umgebung für Bewirtungspavillons und gemütliche Sitzgelegenheiten.

„Wir wollen hier keinen Bierzeltcharakter“, macht Sohn Jürgen Stegmaier deutlich, der längst die Geschicke des landwirtschaftlichen Betriebs lenkt. Jürgen Stegmaier hat auch den Weinbau weiterentwickelt. Es gibt heute nicht nur Traditionssorten wie Trollinger und Lemberger, sondern auch einen im Holzfass gereiften Merlot. Ein edler Tropfen, der jetzt beim Sommerfest auch weiß gekeltert als Blanc de Merlot ausgeschenkt wird. Am Alten Berg in Marbach und am Harzberg in Großbottwar reifen die Trauben für diese Weine. Beim Sommerfest werden überdies Cocktails mit hauseigenem Secco gemixt. Als Novum auf der sommerlichen Speisekarte gehen erstmals hausgemachte Burger über die Theke.

Info: Das Jubiläumssommerfest auf dem Hof der Familie Stegmaier in Erdmannhausen findet von Freitag, 5., bis Montag, 8. August, statt. Geöffnet ist jeweils ab 17 Uhr und sonntags schon ab 11.30Uhr. Freitags, samstags und montags gibt es Livemusik.