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Stufenplan für die Stadtbahn

Der VCD macht Druck bei der Reaktivierung der Strecke von Ludwigsburg nach Markgröningen

„Die stillgelegte Strecke zwischen Ludwigsburg und Markgröningen droht zu einem Biotop zu werden“, klagt Matthias Lieb. Foto: Alfred Drossel
„Die stillgelegte Strecke zwischen Ludwigsburg und Markgröningen droht zu einem Biotop zu werden“, klagt Matthias Lieb. Foto: Alfred Drossel
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Kreis Ludwigsburg. Der Landesverband VCD erhöht den Druck bei der Realisierung der Stadtbahn. In einem Schreiben an Landrat Allgaier zeigt der ökologische Verkehrsclub auf, wie die Reaktivierung der Bahnlinie Ludwigsburg–Markgröningen als erster Baustein einer Stadtbahn Ludwigsburg rasch realisiert werden könne: „Wenn sich alle Akteure jetzt lösungsorientiert an die Reaktivierung machen, könnten spätestens im Jahr 2023 wieder Züge nach Markgröningen fahren“, stellt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb fest. Über die Reaktivierung der Bahnlinie Ludwigsburg– Markgröningen werde seit 1987 diskutiert, im Herbst 2018 habe es ein gemeinsames Verständigungspapier zur Realisierung der Stadtbahn Ludwigsburg gegeben. Die Bahnstrecke Ludwigsburg–Markgröningen spielt darin eine wichtige Rolle. „Dennoch haben wir den Eindruck, dass die Realisierung noch in weiter Ferne ist, da verschiedene Akteure unterschiedliche Erwartungen haben“, so Lieb.

In diesem Winter müsse dringend der Freischnitt der Strecke vorgenommen werden, außerdem müsse rasch eine sogenannte Fahrplanrobustheitsprüfung beauftragt werden, damit klar sei, wo welche Infrastruktur benötigt werde, fordert der VCD. „Es ist unverständlich, dass zwei Jahre nach der Verständigung auf ein Konzept noch immer keine weiteren Entscheidungen zur Umsetzung der Bahn-Reaktivierung getroffen worden sind“, beklagt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb. Aus Sicht des VCD sollte das Landratsamt jetzt rasch gemeinsam mit der DB die Reaktivierung der Bahnlinie in Angriff nehmen. Es sei nicht notwendig, dass der Kreis die Strecke erwerbe, man könne genauso mit der DB das Projekt umsetzen, so der VCD. Dabei sei es zunächst durchaus möglich, mit Zügen der DB zu fahren. Später wäre es denkbar, Zwei-System-Bahnen einzusetzen.

In einer ersten Stufe solle aus Sicht des VCD die Bahnlinie im 30-Minuten-Takt zwischen Bahnhof Ludwigsburg und Bahnhof Markgröningen in Betrieb gehen. Dabei sollen die Stationen Bahnhof Ludwigsburg, Ludwigsburg West, Waldäcker, Möglingen Sonnenbrunnen, Möglingen Bahnhof und Markgröningen Bahnhof angefahren werden.

In einer zweiten Stufe könne der Halt bei W&W und die Verbindung zur Schusterbahn bis Esslingen realisiert werden. Außerdem erfolge dann der Ausbau zum 15-Minuten-Takt. Lieb ruft in Erinnerung, dass die Pendlerströme von Markgröningen und Möglingen nach Stuttgart sogar noch höher seien als nach Ludwigsburg. Deshalb mache diese Variante Sinn, auch mit Blick auf eine Anbindung von Kornwestheim und dem Unternehmen W&W.

Die nächste Stufe stelle dann die Verlängerung der Strecke bis Markgröningen Innenstadt dar. Parallel dazu könne auch schon der Abschnitt Aldingen–Pattonville angegangen werden. In der letzten Stufe werde dann die Innenstadt-Strecke in Ludwigsburg realisiert und mit der Markgröninger Bahn verbunden, argumentiert der VCD.

Mit der Aufspaltung in zwei Äste von Markgröningen über Ludwigsburg und Kornwestheim nach Esslingen sowie einer Straßenbahnverbindung von Markgröningen nach Ludwigsburg könnten die Verkehrsströme am besten abgebildet werden, findet der VCD-Vorsitzende Lieb.

„Wichtig ist, dass die Politik endlich mit der Umsetzung beginnt – in den letzten 25 Jahren sind viele andere Bahnlinien mit weniger Potenzial reaktiviert worden – jetzt muss Markgröningen endlich zum Zug kommen“, erklärt Lieb.

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