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Suche nach Julia N. geht weiter

Hinweise aus der Bevölkerung – Familie organisiert eigene Suchaktion

Wird immer noch vermisst: die Kirchheimerin Julia N. Foto: Polizei
Wird immer noch vermisst: die Kirchheimerin Julia N. Foto: Polizei

Kirchheim. Noch immer gibt es keine Spur von der 18-jährigen Diem Quynh Julia N. aus Kirchheim, die seit diesem Montag vermisst wird. Bei der Polizei seien zwar einige Hinweise zum Verbleib der jungen Frau eingegangen, diese hätten sich aber als „nicht tragfähig“ erwiesen, sagt Stefan Hermann, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ludwigsburg. Die Feuerwehren aus Kirchheim und Walheim hätten die Umgebung zudem mit einer Drohne abgesucht und den Wald mit einem Quad – allerdings ebenfalls ohne Ergebnis.

Bereits im Laufe der Nacht zum Dienstag hatte die Polizei in und um Kirchheim sowie den benachbarten Kommunen nach der jungen Frau gesucht. Ein Polizeihubschrauber war im Einsatz, außerdem Rettungshundestaffeln (wir berichteten). Nun hoffe man insbesondere auch auf Informationen von Bekannten, Freunden oder Schulkameraden, sagt Hermann. Kameras, beispielsweise an Bahnhöfen, würden dagegen nur bei gezielten Hinweisen ausgewertet.

Unterdessen hat die Familie von Julia N. eine eigene Suchaktion gestartet. Über die sozialen Medien hatte der Bruder dazu aufgerufen, am Dienstagabend in und um Kirchheim zu suchen. Die Resonanz war groß: Über 60 Personen waren dabei. Und die Hilfsangebote reißen nicht ab, viele bieten an, sich an weiteren Aktionen zu beteiligen. Kiet N., der Bruder der Vermissten, findet es „toll, dass die Leute so engagiert und hilfsbereit sind“. Auch gestern Abend fanden noch einmal privat organisierte Suchaktionen statt. „Ich wünschte, wir könnten gezielter suchen. Es ist schwer, ohne jeden Anhaltspunkt“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hat Julia N. am Montag, 19. Juli, gegen 7.40 Uhr ihr Elternhaus verlassen. Sie sollte eine Prüfung in der Carl-Schaefer-Schule in Ludwigsburg ablegen. Dort wurde sie aber von niemandem gesehen. Die Deutsch-Vietnamesin ist 1,60 Meter groß, kräftig und hat schwarze, schulterlange, glatte Haare. Sie trägt vermutlich dunkle Oberbekleidung und pinkfarbene Sneakers.

Im Landkreis Ludwigsburg gab es im vorigen Jahr 850 Vermisstenfälle, darunter waren rund 200 Minderjährige und 170 Erwachsene. Die Differenz ergebe sich dadurch, dass viele Personen im Laufe des Jahres mehrfach als vermisst gemeldet würden, erklärt Polizeipressesprecher Hermann. Die allermeisten Vermissten tauchen innerhalb von fünf Tagen wieder auf.

Info: Personen, die Hinweise geben können, sollen sich bei der Kriminalpolizei Ludwigsburg, Telefon (0800) 1100225, melden.

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