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Teure Fluchttreppe, pfiffiger Lagerraum

Sporthalle an der Elly-Heuss-Knapp-Realschule braucht einen zweiten Rettungsweg – Elegante Lösung für die Turnhalle in Poppenweiler

Für die Elly-Heuss-Halle muss seitlich die Wand aufgebrochen und ein zweiter Fluchtweg geschaffen werden. Bild rechts: Der Flur zur Turnhalle in Poppenweiler ist zum Lagerraum für Möbel und Sportgeräte geworden. Fotos: Holm Wolschendorf/Stadt Ludwigs
Für die Elly-Heuss-Halle muss seitlich die Wand aufgebrochen und ein zweiter Fluchtweg geschaffen werden. Bild rechts: Der Flur zur Turnhalle in Poppenweiler ist zum Lagerraum für Möbel und Sportgeräte geworden. Foto: Holm Wolschendorf/Stadt Ludwigsburg
Für die Elly-Heuss-Halle muss seitlich die Wand aufgebrochen und ein zweiter Fluchtweg geschaffen werden. Bild rechts: Der Flur zur Turnhalle in Poppenweiler ist zum Lagerraum für Möbel und Sportgeräte geworden. Fotos: Holm Wolschendorf/Stadt Ludwigs
Für die Elly-Heuss-Halle muss seitlich die Wand aufgebrochen und ein zweiter Fluchtweg geschaffen werden. Bild rechts: Der Flur zur Turnhalle in Poppenweiler ist zum Lagerraum für Möbel und Sportgeräte geworden. Foto: Holm Wolschendorf/Stadt Ludwigsburg

Ludwigsburg. Zwei über 50 und 60 Jahre alte Sporthallen benötigen erhöhte Fürsorge. Immer wieder muss etwas aus- oder nachgebessert werden. Der Fachbereich Hochbau legte nun sowohl für die Sporthalle der Elly-Heuss-Knapp-Realschule wie für die Poppenweiler Turnhalle an der Lembergschule Entwürfe vor, in den Sommerferien soll gebaut werden.

Die Reaktionen im zuständigen Bauausschuss könnten für die beiden Projekte nicht unterschiedlicher ausfallen: Es gab harsche Kritik und dickes Lob für eine pfiffige Lösung.

In der Innenstadt muss die Stadt wegen des Brandschutzes an der Sporthalle, die direkt neben der Alleenhalle steht, einen zweiten Fluchtweg anbieten. An der Westfassade der Halle soll eine Treppe vom unteren Geschoss aus ins Freie führen. In den Pfingstferien sollen erste Arbeiten erfolgen, der Bau der Treppe erfolgt dann in den Sommerferien. Die Kosten: 110000 Euro.

Geradezu schockiert reagierten die Stadträte. „Wird das ein goldener Aufgang“, fragte Wilfried Link (CDU) bissig, Stadtrat und Architekt Dieter Juranek (SPD) sprach von einer „Wahnsinnstreppe“ und zeigte sich geradezu „erschüttert“. Es gebe auch andere Möglichkeiten, etwa eine Steighilfe oder ein Notausgang. Und die Freien Wähler fragen sich, ob jetzt jede Fluchttreppe individuell und teuer geplant werde, wie Andreas Rothacker bemängelte.

Der zuständige Fachbereich stellte sich der Kritik, verwies aber auf Vorgaben aus dem Brandschutz. Eine Steighilfe werde bei einer Turnhalle nicht mehr genehmigt, die Tür müsse direkt ins Freie führen. Weil es ein Ausgang von der untersten Ebene sein müsse, „ist das keine einfache Situation“, begründete Fachbereichsleiter Mathias Weißer die Kosten. Man müsse das Erdreich absichern, die Außenwand der Sporthalle aufschneiden und die Treppe mit Geländer gegen Absturz sichern. Der Vorschlag, nicht auf der West-, sondern auf der Ostseite einen Fluchtweg zu bauen, helfe nicht weiter. „Da wäre es noch teurer“, so Weißer. Weshalb letztlich der Ausschuss notgedrungen der Maßnahme zustimmte.

Mehr Platz bei der Lembergschule

Ganz anders dagegen die Diskussion wegen der Umbauten in Poppenweiler. Bei der Halle aus dem Jahr 1958, die vom Gebäude her in die Lembergschule integriert ist, fehlt es an Stauraum. Turngeräte, Matten, Stühle – vieles muss in den Fluren gelagert werden, was störend und zudem wegen des Brandschutzes nicht zulässig ist. Der Fachbereich nutzt die überdachte Freifläche, um dort einen Lagerraum einzurichten. Dieser wird 28 Quadratmeter groß. Dazu kommen zwei Umkleideräume, die auch als Garderobe genutzt werden können. Im Außenbereich erhält der Schulhof ein Sonnensegel, weil ein Teil der überdachten Fläche verloren geht. „Eine pfiffige Lösung“, findet Maik Stefan Braumann (CDU), Lob gab es auch für die Idee mit der Garderobe und Umkleide. „Das ist dringend nötig, beim Kunstradfahren müssen die Räder unter der Bühne mühsam hervorgeholt werden, da geht es schon sehr beengt zu“, stellte Margit Liepins (SPD) fest.

So sehr dieser Umbau, der 130000 Euro kosten wird, begrüßt wurde, wiesen doch alle Fraktionen darauf hin, dass dies kein Ersatz für eine richtige Sporthalle sein kann. „Wir brauchen drei Sporthallen in der Stadt“, betonte Rothacker (Freie Wähler). Jochen Eisele (FDP) forderte die Baubürgermeisterin heraus, sie soll dafür sorgen, dass die Hallen gebaut werden. „Da können Sie sich ein Denkmal setzen“, sagte er. Andrea Schwarz weiß, was das bedeutet: „Eine schwere Last“, sagte sie, verwies aber gleichwohl auf die schwierige Finanzsituation der Stadt.

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