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Tiere geköpft und in der Enz ertränkt

Mit einem besonders brutalen Fall des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz hat es der Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Ludwigsburg zu tun. Unbekannte haben auf einem Gartengrundstück Schafe und Hühner gequält, dann in der Enz ertränkt. Die Polizei sucht Zeugen.

Schafe und Lämmer, die auf einem Gartengrundstück auf der „Insel“ gelebt haben, sind gequält und dann in die Enz geworfen worden. Fotos: privat
Schafe und Lämmer, die auf einem Gartengrundstück auf der „Insel“ gelebt haben, sind gequält und dann in die Enz geworfen worden. Foto: privat
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Besigheim. Die Schafe und Lämmchen haben alle Namen. Sie heißen Bella, Oskar oder Bastian. Einige von ihnen sind nun nicht mehr da. Unbekannte haben einige Tiere gequält und anschließend in der Enz ertränkt. „Wer macht so was?“, fragt ein Leser, der sich an unsere Zeitung gewandt hat. „Ich bin oft mit meinem Enkel zu dem Gelände gegangen, um die Tiere zu beobachten.“ Was er ihm nun bei seinem nächsten Besuch erzählen soll? „Ich kann meinem Enkelsohn doch nicht sagen, dass die Schafe und Lämmer auf ganz brutale Art und Weise getötet und dann ins Wasser geworfen worden sind.“ Insgesamt fielen 19 Hühner, ein Hahn sowie ein Schaf und ein Lamm den Unbekannten zum Opfer. Zwei weitere Lämmer sind verschwunden.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Ludwigsburg schlugen der oder die Täter in der Nacht zum Freitag zum ersten Mal zu. Die Unbekannten verschafften sich Zugang zu dem Gartengrundstück an der Enz, das sich in der Verlängerung der Kronenstraße befindet, und nahmen zwei Lämmer mit. „Auf das Gelände kommt man nur, wenn man über eine Brücke geht, die sich in Privatbesitz befindet“, erzählt der Besigheimer. Es wird – umschlossen vom Altarm der Enz und vom Kanal – die „Insel“ genannt.

In der Nacht zum Sonntag suchten die Unbekannten dann erneut das Grundstück auf. Dieses Mal entwendeten sie ein weiteres Lamm, ein Schaf sowie 19 Hühner und einen Hahn. Am Sonntagvormittag machte der Besitzer der Tiere schließlich die schreckliche Entdeckung: Mit einer Axt, die der Mann vor Ort entdeckt hatte, waren die Hühner und der Hahn außerhalb des Privatgrundstücks geköpft und anschließend in die Enz geworfen worden. Das Schaf und ein Lamm wurden ebenfalls tot in der Enz gefunden. Die Täter hatten den Tieren die Beine zusammengebunden und sie dann ertränkt.

„Als wir vor Ort waren, mussten wir nicht mehr allzu viel machen“, sagt Christoph Benesch, Abteilungskommandant der Freiwilligen Feuerwehr Besigheim. „Anwohner hatten die toten Tiere, die sich im Rechen des Kanals verfangen hatten, bereits aus dem Wasser gefischt.“

Da es sich um eine Straftat handelt, wurden die Kadaver in die Tierpathologie des Veterinäramtes gebracht, teilt Polizeisprecher Peter Widenhorn im Gespräch mit unserer Zeitung mit. Das Schicksal der beiden Lämmer, die in der Nacht zum Freitag gestohlen worden waren, liegt noch im Dunkeln. Es sei durchaus möglich, dass auch diese Tiere getötet und in die Enz geworfen wurden. Gefunden worden seien die beiden Tiere bislang nicht. „Wir können uns keinen Reim darauf machen“, erklärt Widenhorn. „Wir wissen nicht, in welche Richtung es geht. Die Motivation erschließt sich uns im Moment nicht.“ Eine Mitarbeiterin des Arbeitsbereichs Gewerbe und Umwelt sei vor Ort und spreche mit dem Besitzer.

Er werde seinem Enkelsohn versuchen zu erklären, dass „einige der Tiere weggezogen“ sind, meint der Besigheimer. Er selbst sei fassungslos über diesen Vorfall.

Info: Die Polizei bittet Zeugen, die in der Nacht zum Freitag oder in der Nacht zum Sonntag verdächtige Wahrnehmungen im Bereich der Enz und der Brücke zur Kronenstraße gemacht haben oder Hinweise zur Identität des oder der Unbekannten geben können, sich beim Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt, Telefon (07142) 4050, zu melden.

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