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Tierische Landschaftspfleger

Michael Schulz mit einem Teil seiner inzwischen 32 Tiere umfassenden Herde auf einem Stückle der Gemeinde. Foto: Alfred Drossel
Michael Schulz mit einem Teil seiner inzwischen 32 Tiere umfassenden Herde auf einem Stückle der Gemeinde. Foto: Alfred Drossel
Auf Wiesen und Baumstückle um Löchgau grasen Kamerunschafe. Michael Schulz hält die inzwischen auf 32 Tiere angewachsene Herde, die in mehreren Gruppen die Aufgabe von Landschaftspflegern übernommen hat. Die Gemeinde ist mit dem Schafhalter ein „ökologisches Experiment“ eingegangen.

Löchgau. Der 39-jährige Michael Schulz ist von Beruf Werkzeugmacher. Sein Ziel aber ist, in der Natur zu arbeiten. Für ihn ist der Umgang und die Pflege von Tieren ein Ausgleich. So hält er Hunde und Katze, züchtet Kaninchen und hat für sich Kamerunschafe entdeckt. Wie er dazu gekommen ist? Er und seine Freundin hatten ein Rehkitz gefunden und es aufgezogen. Geholfen hat dabei ein Kamerunschaf. Schulz hat sich in die kleinen Hausschafe, die eher wie Ziegen aussehen, verliebt.

Michael Schulz hat sich mit der Schafrasse intensiv beschäftigt. Inzwischen kennt er sich aus und führt ein amtlich vorgeschriebenes Herdbuch; die Tiere haben Ohrenmarken. Zweimal im Jahr können Mutterschafe Lämmer zur Welt bringen. Normal sind zwischen ein bis zwei Jungtiere pro Wurf. In der Herde von Michael Schulz gibt es einige Lämmer. Zuletzt gab es vor zwei Wochen Nachwuchs.

Weil Kamerunschafe nicht geschoren werden müssen, werden sie gern als Hobbytiere zur Beweidung größerer Grasflächen eingesetzt. Darin sieht Michael Schulz auch die Aufgabe seiner Tiere. Er hat mehrere kleine Herden gebildet, die auf unterschiedlichen Flächen grasen. Vornehmlich auf Flächen, die der Gemeinde gehören. Zu seinen Tieren hat Züchter Schulz eine enge Beziehung aufgebaut. Sie bleiben aber eher ängstlich bis zurückhaltend und stets fluchtbereit.

Hat eine Herde ein Stückle abgegrast, werden die Schafe auf einen Anhänger verladen und zum nächsten Einsatzort gefahren. Vor Ort werden die Tiere mit einem transportablen Elektrozaun geschützt. „Schön wäre es, wenn wir eine größere Fläche bekommen könnten“, sagt Schulz. Denn dann könnte er mehrere Schafe einsetzen. Ziel ist, eine Herde mit hundert Tieren zu züchten.