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Trommeln und Tanz am Geburtstag

Schon zum 25. Mal sorgte das Café International am Mittwoch für ein Zusammentreffen von Einheimischen und Geflüchteten. Zum zweijährigen Bestehen verbreitete eine arabische Band gute Stimmung im Bürgerhaus.

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Eine bunte Truppe feiert den zweiten Geburtstag des Cafés International. Dazu gab es einen Geburtstagskuchen mit dem Logo der Begegnungsstätte. Fotos: Holm Wolschendorf
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Ludwigsburg. Arabische Klänge, Trommeln, Tamburin und ein irakischer Sänger erfüllen das Bürgerhaus. Begeistert stehen einige Jugendliche und Kinder ganz nah an der Band, klatschen mit lachenden Gesichtern oder zücken ihr Handy, um ein Video dieses Auftritts zu machen. Ein kleiner Junge aus Syrien beginnt zu tanzen. Weiter hinten im Raum steht eine deutsche Besucherin und zuckt mit den Schultern. „Die Musik geht mir einfach nicht ins Herz“, sagt sie. „Aber sie passt hierher“, erwidert Michael Westerdorf. Er engagiert sich beim Arbeitskreis „Café International“, der nun bereits seit zwei Jahren ein monatliches Zusammentreffen von Geflüchteten und alteingesessenen Möglingern organisierte.

Der Arbeitskreis wurde 2016 gegründet, nur einen Monat später fand das erste Treffen im Foyer des Bürgerhauses statt. „Uns ist es wichtig, dass der Kontakt zwischen Einheimischen und Neubürgern zustande kommt“, sagt Westerdorf. „Damit ein Zusammenleben funktioniert“, ergänzt Ehefrau Brigitte. Die Idee für das Café International kam ursprünglich von Bürgermeisterin Rebecca Schwaderer.

„Seit Beginn wird das Angebot sehr gut angenommen“, erzählt Westerdorf. Jedoch müssten vor allem die Menschen, die aus anderen Ländern nach Möglingen gekommen sind, immer wieder darauf angesprochen und zum Kommen aufgefordert werden.

Kommen darf jeder, es gibt kein festes Programm. Die Gespräche miteinander sollen im Mittelpunkt des Nachmittags stehen. „Eine geflüchtete Familie hat hier sogar ihren jetzigen Vermieter kennengelernt“, erzählt Westerdorf von besonderen Erlebnissen im Café International.

Im Foyer des Bürgerhauses sitzen alle zusammen, egal welcher Herkunft, egal welchen Alters. Es wird gelacht, diskutiert und Kuchen gegessen. Immer wieder betreten neue Gäste das Foyer. „Die Menschen aus den arabischen Ländern haben ein anderes Zeitgefühl“, erzählt Michael Westerdorf mit Blick auf die Neuankömmlinge. Das sei aber kein Problem, inzwischen habe man sich daran gewöhnt, dass auch manche erst später eintreffen.

Michael Westerdorf betrachtet das bunte Treiben mit einem Lächeln im Gesicht. „Kindern fällt es immer am leichtesten, Kontakte zu knüpfen“, sagt er, als ein deutsches und ein afrikanisches Mädchen zusammen vorbeilaufen. Die Kinder sitzen an Tischen und basteln frühlingshafte Tulpen und bunte Druckbilder mit Fingerfarben. Dabei hilft jeder jedem. An anderer Stelle sitzen die Kleineren auf einer Decke und spielen mit Bauklötzen.

„Ich würde mir wünschen, dass mehr Möglinger kommen“, sagt Westerdorf. Denn noch seien es hauptsächlich die Mitglieder der Arbeitskreise Asyl und Café International, die kommen.

Besonders herausstechend in den vergangenen zwei Jahren war für Michael Westerdorf das einjährige Jubiläum des Cafés International. Bei diesem war eine Opernsängerin zu Gast, die eine ausgelassene Stimmung verbreitete. „Am Ende haben alle getanzt“, erzählt Westerdorf und lacht bei der Erinnerung an das Ereignis. Ob das zweijährige Jubiläum auch so gut im Gedächtnis bleiben wird, bleibt abzuwarten.