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Ukraine: Friedenswunsch mit Herz und klaren Zielen

Mit Fahnen und auch mit selbst gebastelten Plakaten demonstrieren Alt und Jung in Marbach gegen den Krieg in der Ukraine. Fotos: Holm Wolschendorf
Mit Fahnen und auch mit selbst gebastelten Plakaten demonstrieren Alt und Jung in Marbach gegen den Krieg in der Ukraine. Fotos: Holm Wolschendorf
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Mahnwache in Marbach mit knapp 200 Teilnehmern, Reden und Musik – Gedenken auch in anderen Orten im Kreis

Marbach. „Sag mir wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben“ sangen alle begleitet von Rolf Schmiedel an der Gitarre. Nicht der einzige Friedenssong, der am Sonntagnachmittag beim Oberen Torturm angestimmt wurde. Knapp 200 Menschen waren zur Mahnwache „Marbach zeigt Herz – Frieden für die Ukraine“ gekommen, um ihre Solidarität mit dem vom russischen Angriffskrieg geschundenen Land zum Ausdruck zu bringen.

Das geschah mit ukrainischen Flaggen, Regenbogenfahnen und Friedenszeichen. An der Aktion nahmen auch Bürgermeister Jan Trost sowie Stadträte und weitere Politiker teil. An die Solidarität mit den Menschen in der Ukraine appellierte der Schülersprecher des Friedrich-Schiller-Gymnasiums, Yannic Flad. Der katholische Pfarrer Stefan Spitznagel bezeichnete es in seiner Rede als existenziell wichtig, nicht nur zu hören, sehen und darüber reden, was in der Ukraine geschieht, sondern auch einander zu zeigen, was einem im Innersten bewegt. „Im Herzen nahe sind wir allen, die diesen Krieg sobald als möglich beenden wollen“, sagte Spitznagel und rief dazu auf, vom Ziel her zu denken und Schritte hin zum Frieden zu entwickeln. Das gilt laut Spitznagel auch im Alltag, wo es gilt, das Fremde kennenzulernen, andere zu verstehen und schließlich Angst zu überwinden sowie Vertrauen zu entwickeln. „Der Friede fängt in mir, in meinem Denken und Handeln, in meiner direkten Umgebung an“, machte Spitznagel deutlich, bevor er zu einer Schweigeminute überleitete.

Zur Mahnwache eingeladen hatten alle Fraktionen im Marbacher Gemeinderat, die Kirchen, das Elternforum, der Gesamtelternbeirat der Marbacher Kitas sowie der Turnerbund Rielingshausen, der Turnverein Marbach und die AWO der Schillerstadt. Die Unicef sammelte Spenden für die Ukraine.

Bereits am Samstag hatte es eine Mahnwache am Bietigheimer Bahnhof gegeben. Ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine, Rückzug der russischen Truppen, Stopp aller Waffenlieferungen an die Konfliktparteien und keine 100 Milliarden Euro mehr für die Bundeswehr, wurden bei der von der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner angemeldeten Kundgebung gefordert.