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Umwelt rückt stärker in den Fokus

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Regenerative Energien, Mobilität, naturnahe Flächen, Wasserversorgung: Das Aufgabenfeld eines Klimaschutzmanagers ist fast unendlich. Bei der Stadt Marbach wird diese Stelle neu geschaffen, aber vorerst auf fünf Jahre befristet. Archivfotos
Regenerative Energien, Mobilität, naturnahe Flächen, Wasserversorgung: Das Aufgabenfeld eines Klimaschutzmanagers ist fast unendlich. Bei der Stadt Marbach wird diese Stelle neu geschaffen, aber vorerst auf fünf Jahre befristet. Archivfotos
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Gemeinderat bewilligt Stelle eines Klimaschutzmanagers – Beitritt zur Ludwigsburger Energieagentur

Marbach. Die Stadt Marbach schafft die Stelle eines Klimaschutzmanagers oder einer -managerin; sie wird vorerst auf die Dauer von fünf Jahren befristet sein. Diesen Beschluss hat der Gemeinderat am Donnerstagabend einstimmig gefasst. Die Entscheidung folgt nicht zuletzt den Erkenntnissen einer Klausurtagung Anfang Oktober, wonach den Kommunen beim Klimaschutz „eine zentrale Bedeutung zukommt“. Zudem sind Aufgaben in diesem Bereich so vielfältig und umfassend, dass sie nicht nebenbei vom vorhandenen Personal erledigt werden können.

Wie groß die Erwartungen an den künftigen Stelleninhaber sind, darauf gab die Debatte der Stadträte schon einen Vorgeschmack. An der Notwendigkeit zweifelte dabei niemand, aber um die Stelle nicht mit den unterschiedlichsten Anforderungen zu überfrachten, „wird schon in der Ausschreibung eine klare Abgrenzung der Aufgaben erforderlich sein. Wollen wir einen Öffentlichkeitsarbeiter oder einen Ingenieur?“, so die CDU-Fraktionschefin Heike Breitenbücher; der Text solle deshalb gemeinsam mit den Stadträten erarbeitet werden. Auch Michael Herzog (Freie Wähler) plädierte für eine dezidierte Aufgabenbeschreibung, „sonst reicht ein Manager nicht aus“.

Bürgerrat für Klimaschutz

Ein Wunsch, den Freie Wähler und SPD gleichermaßen artikulierten, ist die Beratung der Bürger, zum Beispiel über Förderprogramme. Es müsse aber auch darum gehen, das Bewusstsein für den Klimaschutz zu schärfen, so Sozialdemokrat Jürgen Schmiedel. Unter diesem Aspekt hat die Stadtverwaltung bereits die Einrichtung eines „Bürgerrats Klimaschutz“ als mögliches Projekt für den künftigen Manager aufgenommen.

Ein Vorschlag, den auch Hendrik Lüdke (Puls) lobte. In der Summe sei das Verhalten aller Bürger maßgeblich, ob beim Konsum, bei der Energienutzung oder bei privaten Initiativen, beispielsweise für Solaranlagen. Von daher sei ein Bürgerrat ausgesprochen zu begrüßen: „Das könnte ein echtes Erfolgsmodell werden, die Bürgerräte auch als Multiplikatoren viel bringen.“

Vernetzung war ein weiteres Stichwort für den Klimaschutzmanager, das in der Sitzung mehrfach genannt wurde. Vernetzung nicht nur mit anderen Protagonisten auf dem Feld der kommunalen Klimapolitik, sondern vor allem auch mit der Lea, der Ludwigsburger Energieagentur. Zum Beschlusspaket des Gemeinderats gehört auch der Beitritt zu diesem Verbund, dem sich schon zahlreiche Kommunen im Landkreis angeschlossen haben. Sich vernetzen beziehungsweise kooperieren soll der künftige Stelleninhaber auch mit dem Büro Bauphysik 5. Dessen Dienste hat die Stadt in der Vergangenheit für das Energiemanagement in ihren Gebäuden in Anspruch genommen, daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern.

Die Freien Wähler, die der Schaffung neuer Stellen unter finanziellen Aspekten kritisch gegenüberstehen, halten den Klimaschutzmanager für unabdingbar, „denn es ist fünf nach zwölf“, so Michael Herzog. Weil Marbach in einer schwierigen finanziellen Situation steckt, hat die Erste Beigeordnete Franziska Wunschik bereits einen Antrag auf Förderung der Stelle gestellt. Voraussetzung ist allerdings die Vorlage eines Klimaschutzkonzeptes. Mit der Erstellung eines solchen Papiers wird die Lea beauftragt. Berücksichtigt werden sollen Themen wie energetische Sanierung, Mobilitätsmanagement, Nahverkehr, Stromsparprogramme und mehr. Das Konzept soll bis Mai kommenden Jahres vorliegen; dann soll auch die Stelle besetzt werden.