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Umweltminister lehnt Abschaltung von GKN II ab

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) sieht keinen Anlass für eine Neubewertung der Sicherheit des Neckarwestheimer Atomkraftwerks GKN II. Das teilte sein Ministerium gestern mit.

Neckarwestheim. Das von der atomkritischen Organisation „Ausgestrahlt“ beauftragte Gutachten des früheren Atomaufsehers im Bundesumweltministerium, Dieter Majer, über die in den letzten drei Jahren an Heizrohren der Dampferzeuger entdeckten Risse enthalte laut einer Erstbewertung durch das Ressort „keine neuen Sachverhalte“. Majer hatte in dem Papier wegen der umstrittenen Korrosionsschäden an der Schnittstelle von hoch radioaktivem Primär- und nichtnuklearem Sekundärkreislauf wie berichtet eine sofortige Abschaltung von GKN II gefordert. Untersteller hatte daraufhin eine genaue Prüfung der Vorwürfe Majers angekündigt.

Der jetzt vorliegenden ersten Einschätzung zufolge seien alle von Majer benannten Punkte bereits bekannt und bei der sicherheitstechnischen Bewertung des Sachverhalts durch das Ministerium und die von ihm zugezogenen Gutachter auch berücksichtigt worden. Das Ministerium bezieht sich damit auf Stellungnahmen unter anderem durch Mitglieder der Reaktorsicherheitskommission und den Tüv Süd sowie die vom Bundesumweltministerium mit der Prüfung beauftragte Gesellschaft für Reaktorsicherheit.

Wenn Majer aber nicht über neue Erkenntnisse in der Sache verfüge, sei auch keine neue Bewertung der Sicherheit von GKN II – und damit auch keine vorzeitige Abschaltung des Atomkraftwerks – angezeigt, das Ende 2022 regulär endgültig vom Netz gehen soll. Vielmehr hätten die bisherigen Untersuchungen bereits gezeigt, dass die Anlage trotz der Heizrohr-Schäden „alle zu unterstellenden Störfälle sicher beherrscht hätte. Es hat also in der Vergangenheit nie einen Zustand gegeben, in der ein Störfall nicht beherrscht worden wäre.“ Darin seien sich die Umweltministerien von Bund und Land sowie die Gesellschaft für Reaktorsicherheit einig. Sicherheit habe für ihn höchste Priorität, lässt Untersteller mitteilen: „Wir nehmen Hinweise in jedem Fall ernst. Das ist auch im Fall der Dampferzeuger-Heizrohre uneingeschränkt geschehen.“

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