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Umweltschützer wollen beim Verkehr FFK

Wieder mal ein Unfall auf der A 81: Der BUND verlangt jetzt weniger Fahrzeuge, weniger Fahrten und weniger Kilometer. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Wieder mal ein Unfall auf der A 81: Der BUND verlangt jetzt weniger Fahrzeuge, weniger Fahrten und weniger Kilometer. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Der Kreis-BUND fragt die Parteien vor der Wahl, wie sie sich eine zukunftsfähige Mobilität vorstellen

Kreis Ludwigsburg. Der Kreisverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Parteien kurz vor der Landtagswahl am 14. März vor drei Wahlprüfsteine gestellt – und hat jetzt den ersten ausgewertet. Das Thema: zukunftsfähige Mobilität. „Um das vertraglich vereinbarte Klimaziel von Paris zu erreichen, braucht es beim Autoverkehr vor allem FFK“, sagt der Vorsitzende Stefan Flaig aus Marbach – weniger Fahrzeuge, weniger Fahrten, weniger Kilometer. Geantwortet auf die Wahlprüfsteine des BUND haben vier Parteien: Grüne, CDU, SPD und FDP.

Die drei FDP-Kandidaten im Kreis lehnen laut BUND Verbotsdebatten ab. Sie würden stattdessen auf die Vernetzung verschiedener Verkehrsträger, etwa mittels nutzerfreundlicher Apps, setzen. „Außerdem sehen sie große Potenziale beim Wasserstoff als Kraftstoffbasis der Zukunft“, sagt Flaig. Für den BUND bleibe damit allerdings alles beim Alten, weil „weder die eine noch die andere Maßnahme geeignet ist, die Mobilitätswende zu schaffen“.

Auch die drei Kandidaten der CDU wollen laut Flaig die freie Auswahl zwischen Batterie, Brennstoffzelle und synthetischen Kraftstoffen. Daneben setzen sie auf die Digitalisierung in Form einer Mobilitätsplattform, die ÖPNV und Individualverkehr verknüpft. Auf dem Land wolle die CDU automatisierte und bedarfsorientiert fahrende Shuttle-Busse fördern. Fuß- und Radwege sollen ausgebaut werden.

Der BUND könne aber auch hier keine wirksamen Vorschläge hin zu einer wirklichen Mobilitätswende erkennen, auch wenn der Ausbau der Fuß- und Radwege in die richtige Richtung ziele. „Erst wenn die Flächen dafür dem Autoverkehr weggenommen werden, entfalten die Maßnahmen genug Wirkung zum Umsteigen aufs Rad“, sagt Flaig.

Die SPD setzt seiner Ansicht nach vor allem auf den Ausbau des ÖPNV. So wollen die Kandidaten die Bottwartalbahn, die Stadtbahn und die Verlängerung der S5 verwirklichen. Gleichzeitig soll der ÖPNV preislich attraktiver werden. Daneben wollen sie die privilegierte Position des Autos reduzieren, etwa durch mehr kommunale Kompetenzen beim Tempolimit.

So unterstützenswert die Vorschläge der SPD beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs für den BUND seien, so vage blieben sie bei der Reduzierung des Autoverkehrs. „Es geht aber bei der Verkehrswende nicht darum, dass mehr Leute mit Zug oder Bus fahren, sondern dass weniger Leute mit dem Auto unterwegs sind“, so der Geograf Flaig.

Die Kandidaten der Grünen favorisieren laut BUND ebenfalls den Ausbau der drei genannten Schienenverbindungen. Außerdem wollen sie die Aufwertung des Güterknotens Kornwestheim und die Verbesserung des Radwegenetzes. Finanziert werden könnte das durch eine Nahverkehrsabgabe. Darüber hinaus würden die Grünen lieber heute als morgen den umstrittenen Nord-Ost-Ring ad acta legen.

Die Vorschläge der Grünen hält der BUND für erstrebenswert. Insgesamt bewertet er die Programme der Parteien als sinnvoll, aber bei Weitem nicht ausreichend, um die vertraglich vereinbarten Klimaziele einzuhalten. Der Kreisvorsitzende Flaig: „Da sind die vier Parteien noch viel zu zögerlich und müssen noch deutlich nachbessern, zumal wir bei der Klimaerhitzung eigentlich keine Zeit mehr haben.“