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Umzug von Stuttgart nach Asperg

Die Landesverkehrswacht will sich voraussichtlich mit seiner Geschäftsstelle in Asperg ansiedeln. Dort wo auch das neue Verkehrssicherheitszentrum für den Landkreis entsteht. Auf dem Gelände des Motorsportclubs Hohenasperg. Das kündigte Polizeipräsident und Vorsitzender der Verkehrswacht Burkhard Metzger in der Sitzung des Gemeinderats an.

Bei der Verkehrswacht gibt es auch Lehrgänge für Senioren. Archivfoto: Alfred Drossel
Bei der Verkehrswacht gibt es auch Lehrgänge für Senioren. Foto: Alfred Drossel

Asperg. Damit würde die Geschäftsstelle mit seinen fünf Mitarbeitern der Landeshauptstadt nach 70 Jahren, seit der Gründung der Verkehrswacht, den Rücken kehren und am Demokratenbuckel neue Räumlichkeiten beziehen. „Als Miteigentümer und nicht länger als Mieter“, erklärt Geschäftsführer Dieter Speiser. Damit werde bares Geld gespart. Man habe dort mehr Platz und sei auf neuestem Stand der Technik – auch um etwa Gurtschlitten und Überschlagsimulator einzulagern. Er hoffe außerdem, Synergien mit der Kreiswacht Ludwigsburg nutzen zu können.

Der ursprünglich geplante „Schulungsbungalow“ mit Werkstatt, Seminarräumen und Klassenzimmern bekäme dafür eine eigene Etage aufs Dach gesetzt. Die Simulation des Gebäudes ist fertig. Der Standort sei für diese Kombilösung aus Verkehrsübungsplatz, integriertem Fahrradübungsplatz in vorgeschriebener Größe und der Zentrale der Verkehrswacht optimal geeignet, meint Metzger. Zentral gelegen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar und auch mit Parkplätzen gut ausgestattet.

Täglich passieren 45 Verkehrsunfälle im Landkreis Ludwigsburg, jede Woche verunglücken 27 Personen, monatlich werden 27 Menschen schwer verletzt und jährlich sterben 16 Menschen im Verkehr. „Dagegen wollen wir etwas tun“, warb Metzger für die neue Einrichtung.

Das vorgesehene Programm ist üppig. Es reicht von der Radfahrerausbildung und Schulbustraining für die Jüngeren über Fahrsicherheits-, Motorradsicherheits- und Öko-Training sowie Schulungen in Sachen E-Bike Pedelec und eScooter.

Schülerlotsen werden hier ausgebildet, Seminare für Lehrkräfte sowie Erzieherinnen angeboten wie auch Führerscheinnachschulungen und Verkehrsunterricht. Es gibt spezielle Programme für Senioren, Kurse in Erster Hilfe Kinderferienprogramm, Trainings für Geflüchtete und vieles mehr.

Die Stadt Asperg vermietet das Gelände zum symbolischen Preis von einem Euro für 99 Jahre auf Erbpachtbasis an die Kreisverkehrswacht Ludwigsburg. Das Gelände wird von der Kreisverkehrswacht, der Polizei und dem Motorsportclub Hohenasperg genutzt. Geregelt wird das mit einem Kooperationsvertrag. Die Pflege der Außenanlagen wird von der Stadt Asperg übernommen. Ansonsten teilen sich die beteiligten Verkehrswachten die Unterhaltskosten. Es sind unter anderem Photovoltaik mit Elektrotankstelle sowie umzäunter Hofraum zum Abstellen der Verkehrswachtfahrzeuge geplant. Noch in diesem Monat soll das Baugesuch eingereicht werden. Mit dem Bau könnte Anfang 2021 begonnen werden.

Die Kreisverkehrswacht rechnet mit rund zwei Millionen an Baukosten für den modernen Neubau direkt an der Grenze zu Ludwigsburg-Eglosheim. Davon sind bislang drei Viertel finanziert. Der Landkreis steuert eine halbe Million Euro bei, die Kommunen Asperg, Bietigheim-Bissingen, Ditzingen, Gerlingen, Tamm, Hessigheim und die Stiftung der Kreissparkasse sind mit von der Partie. Jetzt hofft man, noch Ludwigsburg und Schwieberdingen mit an Bord zu holen. Die Geschäftsstelle im Obergeschoss werde gesondert finanziert, so Metzger. Er sieht das Projekt insgesamt in „trockenen Tüchern“.

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