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Urgestein des Albvereins legt sein Amt nieder

Schwäbischer Albverein hat massive Nachwuchsprobleme – Kritik am Landschaftsverbrauch – Keinen Nachfolger für Auracher gefunden

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Nach 24 Jahren nimmt der Vorsitzende des Stromberggaus im Schwäbischen Albverein, Dieter Auracher, Abschied. Sein Stellvertreter Helmut Mager (Mitte) gibt sein Amt ebenfalls auf. Christa Krumm führt den Stromberggau bis zu den regulären Neuwahlen.Foto: Alfred Drossel

Ludwigsburg. Bei der Gauvertreterversammlung des Stromberggaus im Schwäbischen Albverein am Samstag in Großsachsenheim hat Gauobmann Dieter Auracher (Tamm) sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Der Tammer stand dem Gau mit seinen 33 Ortsgruppen 24 Jahre lang vor. Ein Nachfolger wurde bei der Versammlung nicht gefunden. Bis zu den Neuwahlen in einem Jahr wird die bisherige Stellvertreterin, Christa Krumm aus Freiberg, den Stromberggau führen.

Zurückgetreten aus gesundheitlichen Gründen ist auch Aurachers bisheriger Stellvertreter, Helmut Mager. Er gehört aber als Beisitzer dem Führungsgremium weiter an. Neu als Beisitzer wurde auch Frank Schröter aus Sachsenheim gewählt.

Der Schwäbische Albverein hat massive Nachwuchsprobleme, nicht im Stromberggau sonderauch in den Ortsvereinen. Es gibt Ortsvereinsvorsitzende, wie Werner Fuchs aus Großbottwar, die 90 Jahre alt sind. Ein Jahr hat der Wander- und Naturschutzverband nun Zeit, das Nachfolgerproblem im Stromberggau zu lösen.

Auch in seinem letzten Bericht als Gauvorsitzender hat Dieter Auracher kein Blatt vor den Mund genommen und den Sachsenheimer Bürgermeister Horst Fiedler wegen des großen Landverbrauchs am Eichwald kritisiert. Der Albverein fordere zur Mäßigung auf, sagte Auracher.

Der scheidende Vorsitzende bedauerte, dass die Touristikverbände immer mehr die Richtung bestimmten. „Ich hoffe nicht, dass die Natur auf der Strecke bleibt, denn es werden immer mehr sogenannte Leuchtturmprojekte gefordert, wie zum Beispiel der Weitblickweg in Hohenhaslasch“, kritisierte Auracher.

Die Versammlung hörte außerdem Berichte der Fachwarte. Udo Leitenberger (Vaihingen) informierte über die Vorgänge am Füllmenbacher Hof (Diefenbach). Dort gibt es wegen des von den Behörden geforderten Brandschutzes zurzeit erhebliche Unruhe. Die beiden Naturschutzwarte des Stromberggaus, Hermann Gommel (Lomersheim) und Werner Brekle (Ludwigsburg) berichteten über Neuigkeiten im Natur- und Umweltschutz. Der Schwäbische Albverein betreut im Stromberggau fast 1000 Kilometer Wanderwege. Rainer Czerny (Markgröningen) und Mathias Horvarth (Zaberfeld) haben darüber berichtet.

Der Abschied von Dieter Auracher bestimmte jedoch die Stimmung bei der Versammlung. Auracher stand 24 Jahre lang dem Gau vor. „Schade, dass uns dieses Urgestein verlässt“ sagte Helmut Mager. Ohne Unterbrechung seit nunmehr 60 Jahren engagiert er sich für den Albverein.

Einstimmig hat der Gauausschuss beschlossen, Dieter Auracher zum Ehrengauobmann zu ernennen. Darüber hinaus hat Mager für den scheidenden Gauobmann die höchste Auszeichnung, die der Wanderverband zu vergeben hat, nämlich die „Goldene Ehrennadel“ beantragt. Sie wird vom Hauptvorstand des Albvereins unter Vorsitz des Präsidenten Hans-Ulrich Rauchfuß beim Landesfest des Schwäbischen Albvereins überreicht.