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Friedens-Cup

Verein baut Sportzentrum in Afrika

Mit einem Friedens-Cup will die Initiative Anstoß zur Hoffnung (AzH) aus dem Kreis Ludwigsburg im afrikanischen Land Burundi einen Bürgerkrieg verhindern. Nun fand das Finale des Turniers statt. Als Dank für die Unterstützung schenkt die Regierung den Ehrenamtlichen ein großes Grundstück, auf dem die Helfer nun ein Sportzentrum bauen wollen.

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Die Siegermannschaft des Friedens-Cups in Burundi feiert. Nach dem erfolgreichen Finale des Turniers, das die Initiative Anstoß zur Hoffnung aus der Region Ludwigsburg organisiert hat, will der Verein nun ein Sportzentrum in der Hauptstadt des afrikanischen Landes errichten.Fotos: privat
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Artur Ratter aus Möglingen schüttelt dem burundischen Vize-Präsidenten Gaston Sindimwo beim Fußballturnier die Hand.

Ludwigsburg. „Dieses Turnier hat unser Land verändert.“ Mit diesen Worten begrüßte der burundische Vize-Präsident Gaston Sindimwo die Zuschauer des Finales zum Friedens-Cup im Nationalstadion Burundis. Wie bereits berichtet, haben viele Menschen und Vereine aus Baden-Württemberg das Fußballprojekt „Kickoff to Peace Cup“ unterstützt.

Die AzH aus dem Raum Ludwigsburg hatte unter der Federführung des gebürtigen Freibergers Mark Geissbauer die Idee dazu. Die Gruppe wollte das Land im Herzen Afrikas vor einem Rückfall in den Bürgerkrieg bewahren – und zwar mit einem Fußballturnier. Dieses fand für Männer und Frauen in den vergangenen vier Wochen in der Hauptstadt Bujumbura statt. Vergleichbar mit dem DFB-Pokal, kamen die 22 Profi- und Amateurmannschaften aus verschiedenen Gegenden und ethnischen sowie politischen Hintergründen Burundis, erklärt der Verein.

„So eine großartige Aktion hat unser Land noch nicht gesehen. Der Ansatz, durch ein Fußballturnier unsere Jugendlichen für Frieden zu begeistern, ist grandios“, sagte Vizepräsident Sindimwo vor dem Finale. Als er zu den Besuchern sprach, stand er auf der Ladefläche eines Pick-ups, erzählt Artur Ratter, der mit einer Delegation des Vereins „Anstoß zur Hoffnung“ das Finale besuchte. „Die anschließende Zeremonie war cool. Alle Mannschaften trugen das gleiche T-Shirt mit dem Peace-Zeichen drauf“, sagt der 27 Jahre alte Busfahrer aus Möglingen.

Stolze Gewinner

Im Finale standen sich das Team aus dem Stadtteil Mukaza und die Kirchenmannschaft Nulu FC im Showdown gegenüber. Am Ende gewann das Team aus Mukuza knapp mit 2:1. Artur Ratter war es, der den Pokal überreichen durfte. „Ich war schon aufgeregt. Es war sehr emotional“, erzählt der Fußballfan. „Die Spieler waren so stolz und hatten noch nie einen so großen Pokal gesehen. Ihnen eine solche Wertschätzung entgegenzubringen, war einfach toll.“

Der Möglinger ist stolz darauf, dass das AzH-Team zum Frieden im Land beitragen konnte – und das mit prominenter Unterstützung: Zum Finale waren der ehemalige brasilianische WM-Spieler Mineiro und Wendy Achieng, der aktuelle Kapitän der kenianischen Nationalmannschaft, mitgereist. Jeder Spieler hatte vor dem Turnier eine persönliche Friedenserklärung unterschrieben, das burundische Fernsehen strahlte landesweit Videobotschaften für den Frieden von aktuellen und ehemaligen Profifußballern und Trainern der ganzen Welt aus.

Auch Projektleiter Mark Geissbauer, der inzwischen in den USA lebt, zeigte sich beeindruckt: „Auf so einen großen Erfolg hatten wir nicht zu hoffen gewagt. So eine Zusammenarbeit von Entscheidungsträgern aus ganz unterschiedlichen Schichten war ein wichtiger Schritt, um gegenseitiges Vertrauen wieder aufzubauen.“ Während der letzten Woche des Turniers organisierte das AzH-Team außerdem Friedensworkshops und bildeten Fußballtrainer aus. Auch fanden Gespräche mit den Oberhäuptern der drei größten Kirchen im Land statt (Katholische Kirche, Swedish Pentecostal und Anglikanische Kirche). Alle zusammen repräsentieren laut Verein insgesamt mehr als 80 Prozent der Bevölkerung.

Platz mitten im Stadtzentrum

Doch damit nicht genug. Aus Dank und zur Motivation hat die Regierung dem Hilfsprojekt Anstoß zur Hoffnung ein großes Grundstück mitten im Stadtzentrum der Hauptstadt geschenkt. Darüber hinaus soll ein neues Büro der Initiative ab sofort im Peace House (Haus des Friedens) direkt im Entscheidungszentrum Bujumburas sein. Auch Pläne für das Grundstück gibt es bereits: „Wir wollen dort das erste Sportzentrum Burundis eröffnen“, sagt Ratter. Es soll möglich sein, Basketball und Fußball zu spielen. Auch eine Laufbahn soll es geben.

Die Mitglieder des Vereins sind voller Ideen – und begeistert von dem Land. „Ich will unbedingt bald wieder nach Burundi“, sagt Artur Ratter. „Es ist ein so unglaublich schönes Land.“