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Verführung am Käsberg

Bei Wolfgang Link spürt man die Liebe zur Weinlandschaft im Neckar- und Bottwartal, zu den Menschen, die sie bearbeiten, und zu den Weinen aus den Steillagen. Zusammen mit seiner Frau Ingrid hat er gestern Weinfreunde hinauf zum Käsberg zur „Wein-Ver-Führung“ mitgenommen.

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Ein Muskat-Trollinger mitten im Weinberg: Wolfgang und Ingrid Link mit den Gästen bei ihrer Weinerlebnisführung gestern am Mundelsheimer Käsberg.Foto: Alfred Drossel
Ludwigsburg. Wolfgang Link ist zertifizierter Weinerlebnisführer und gebürtiger Mundelsheimer: Seine Frau Ingrid ist zertifizierte Tourismusführerin. Die beiden sind ein wunderbares Gespann, wenn es darum geht, Besuchern Land und Leute Besuchern nahe zu bringen und für die Weine aus dem Neckarland zu werben. Sie schenken hiesige Weine aus und bieten genussvolle Spaziergänge an.

Stürmisches Wetter am Sonntagmorgen. Wer hätte da gedacht, dass am Nachmittag die Sonne lacht und ihre wärmenden Strahlen die Mundelsheimer Neckarschleife erwärmen. Ein idealer Tag für die Weinverführer. Sie schenken zur Begrüßung einen Sekt der Lauffener Weingärtner aus und veredeln den Spaziergang später mit einem herzoglichen Spätburgunder. Außerdem war ein Lemberger im Glas und ein Muskat-Trollinger. Die Stimmung stieg mit der Höhe und dem immer spannender werdenden Blick ins Neckartal.

Während Ingrid Link ihren Hefezopf aufschneidet und mit Trollingergelee bestreicht, erzählt Wolfgang Link über die Arbeit im Weinberg, erklärt Pflanzen und nützliche Insekten. „Belebte Weinberge dank der Aussaat von Gras zwischen den Reben ist ökologisches Handeln“, sagt Wolfgang Link: „Der deutsche Marienkäfer ist gierig auf Läuse und schützt so die Rebe.“ Link liegen vor allem die Steillagen im Neckartal sehr am Herzen. „Wenn man da nichts tut, wird diese einzigartige Kulturlandschaft in 20 Jahren nicht mehr so aussehen wie heute.“ Also bietet er diese Spaziergänge an, bei denen das mühsame Wirtschaften in den Steillagen im Mittelpunkt steht „und die Leute auch lernen, warum Wein aus solchen Lagen teurer sein muss als andere Tropfen.“ Solche Worte lieben die Wengerter. Eine bessere Werbung für den Weinbau zwischen den Trockenmauern gibt es nicht.

Die Nachfrage nach den Weinspaziergängen sei sehr groß, erzählt Ingrid Link. Deshalb könnten nie alle Interessenten berücksichtigt werden. Das hänge auch damit zusammen, dass die Weinberghäuschen, in denen Station gemacht wird, nicht mehr als 20 Besucher aufnehmen können.

Ergänzend zum Fachwissen ihres Mannes erzählt Ingrid Link einiges über Mundelsheim und das Neckartal. Die Links haben einen ganz eigenen Stil des Weintourismus entwickelt, der bei den Leuten prima ankommt. Man spürt, dass die beiden in ihrer schwäbischen Heimat kulturell, kulinarisch und emotional tief verwurzelt sind.