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„Vertrauensbildende Maßnahmen erforderlich“

Stadtverwaltung und Stadträte erfahren beiläufig von Ergänzungen zum Rekultivierungsplan des Steinbruchbetriebs Klöpfer

Marbach. Das Verhältnis zwischen der Stadt Marbach und der Firma Klöpfer, die den Steinbruch in Rielingshausen betreibt, scheint auf einem Tiefpunkt angekommen. Das zeigte sich in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik (AUT) gestern, bei der das Unternehmen einen Bauantrag für die Installation einer sogenannten Kammerfilterpresse vorstellte. Eine Entscheidung fiel aber noch nicht. Zum einen, weil man in der Regel in Sachen Steinbruch dem Ortschaftsrat in Rielingshausen den Vortritt lässt, zum anderen aber, weil Stadträte und Verwaltung en passant von geänderten Plänen des Steinbruchbetreibers erfuhren und über diese „Salamitaktik“ (Bürgermeister Jan Trost) reichlich verärgert waren.

Denn als Jürgen Waser für die Grünen und Jochen Biesinger für die CDU argwöhnten, dass der Standort für die Kammerfilterpresse den Rekultivierungsplänen für den westlichen Teil des Steinbruchs entgegenstehen könnte, da ließ Benjamin Hoffmann, Technischer Leiter des Steinbruchs, heraus, dass aktuell Ergänzungen des Rekultivierungsplans beim Landratsamt Ludwigsburg zur Genehmigung vorlägen.

Dass Änderungen an diesem Plan vorgenommen werden sollen, auf dessen Erfüllung die Marbacher Kommunalpolitik regelmäßig und seit Jahren drängt, war aber weder der Verwaltungsspitze bekannt, noch hatten die Stadträte bis gestern davon gehört. „Diese geänderten Pläne sollten wir schon kennen, ehe wir über den Bauantrag entscheiden“, so der SPD-Fraktionschef Ernst Morlock. Hoffmanns Angebot, der Stadtverwaltung den beim Landratsamt eingereichten Antrag zur Verfügung zu stellen, reichte Jochen Biesinger nicht: „Wir hätten diese Unterlagen dann schon gerne von der Fachbehörde und ebenso eventuelle Kommentare dazu.“ Diese misstrauische Haltung, gab der Stadt- und Ortschaftsrat unumwunden zu, resultiere aus den Erfahrungen, die die Stadt in der Vergangenheit mit Zusagen der Firma Klöpfer gemacht habe. Es seien „dringend vertrauensbildende Maßnahmen erforderlich, wenn der Betrieb künftig von uns etwas will“, so Biesinger.

Jürgen Waser erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die noch nicht erfolgte Verlegung des sogenannten Vorbrechers „eine Aufgabe ist, die aus der Erweiterung im Jahre 2004 stammt“. Hoffmanns Verweis auf die jetzt eingeleiteten Untersuchungen zur Rohstoffsicherung auf Regionalebene (wir berichteten), an deren Ende eine Entscheidung über eine Erweiterung des Steinbruchs stehen wird, nahm Jochen Biesinger erstaunt zur Kenntnis: Die Verlegung des Vorbrechers jetzt mit dem Argument der Investitionssicherheit zu verknüpfen, verwundere schon.