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Verzögerungen am „Plastikkreisel“

Seit sechs Jahren steht auf der Gerlinger Schillerhöhe ein provisorisches Bauwerk, das wohl im Dezember ersetzt sein wird

Beton statt Plastik: Am Jahresende soll dieser Kreisverkehr zwischen Gerlingen und Leonberg fertig sein. Foto: Holm Wolschendorf
Beton statt Plastik: Am Jahresende soll dieser Kreisverkehr zwischen Gerlingen und Leonberg fertig sein. Foto: Holm Wolschendorf

Gerlingen/Leonberg. Für die Autofahrer zwischen der Gerlinger Schillerhöhe und Leonberg gehört der „Plastikkreisel“ an der Füllerstraße längst zum Inventar. Rote und weiße Absperrbaken bildeten hier rund sechs Jahre lang ein Bauwerk, das nur provisorisch gedacht war. Allerdings bewährte sich der Kreisverkehr anstelle eines ampelgeregelten, staugeplagten Knotenpunkts schließlich auch aus Sicht des Stuttgarter Regierungspräsidiums (RP), das dem Vorhaben zunächst nicht viel abgewinnen konnte. Es entschied dann auf Wunsch der beiden Stadtverwaltungen und Kommunalpolitiker, aus dem „Plastikkreisel“ an der Füllerstraße, Stuttgarter Straße (L1180) und der Neuen Ramtel-straße (L1141) ein Betonbauwerk werden zu lassen. Der Kostenpunkt: rund 1,4 Millionen Euro.

Zusätzliche Arbeiten nötig

Aktuell stehen die Bauarbeiter vor dem dritten Abschnitt – und müssen jetzt mit Komplikationen umgehen. Nach Angaben des Regierungspräsidiums habe sich während der zweiten Bauphase gezeigt, dass zusätzliche Fräs- und Asphaltierarbeiten nötig seien. Ein Sprecher teilt mit: „Der schlechte Zustand des Asphaltaufbaus auf der Stuttgarter Straße war zuvor nicht ersichtlich.“ Außerplanmäßige Arbeiten seien zudem am Leitungssystem erforderlich geworden. „Witterungsbedingt konnte zudem die Betondecke nicht plangemäß hergestellt werden“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Die Baufirma und das Regierungspräsidium sind nun nach eigenen Angaben „im intensiven Austausch, um die zeitliche Verzögerung auf ein Minimum zu beschränken“. Verzögerungen sollen beispielsweise durch paralleles Arbeiten und punktuelle Samstagseinsätze teils kompensiert werden.

Allerdings beginnt die dritte Bauphase auf der Schillerhöhe voraussichtlich erst Mitte November. Die Konsequenz: Der „Plastikkreisel“ wird wohl erst Anfang oder Mitte Dezember durch ein endgültiges Bauwerk ersetzt. Dafür müssen aber noch der Bypass und die Straße Richtung Stuttgart fertiggestellt werden, was wiederum neue Sperrungen und Umleitungen mit sich bringt. Der zurzeit befahrbare Bypass werde laut RP gesperrt, während der Kreisverkehr geöffnet bleibe. Über den fertiggestellten Kreisverkehrsplatz seien alle Fahrtrichtungen möglich – mit Ausnahme der Route nach Stuttgart.

Die Arbeiten an dem Kreisverkehr laufen bereits seit Mitte August. Zuerst ließ das RP die Neue Ramtelstraße herrichten sowie Erd- und Kanalbauarbeiten am zukünftigen Bypass erledigen. Seit Ende September liegt der Schwerpunkt auf dem Kreuzungsbereich. Darüber hinaus wurden die Kreisverkehrsinsel und die Asphaltbauarbeiten umgesetzt. „Momentan werden die Betondecke hergestellt, die Randsteine gesetzt sowie die restliche Asphaltdeckschicht auf der Stuttgarter Straße hergestellt“, heißt es aus der Behörde.

Geht es nach dem Gerlinger Verein für Heimatpflege, dann soll aus dem Plastikkreisel künftig der Römerkreisel werden. Schließlich führte in der Nachbarschaft einst eine historische Route von Bad Cannstatt nach Pforzheim.

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