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Viel Aufwand, große Angst

Landwirte müssen verschärfte Hygienevorschriften einhalten –Die Lage in den Betrieben ist entspannt

Die ersten Erntehelfer aus Polen sind schon da und ziehen die Schutzfolien über die Spargelfelder bei Löchgau.Foto: Alfred Drossel
Die ersten Erntehelfer aus Polen sind schon da und ziehen die Schutzfolien über die Spargelfelder bei Löchgau. Foto: Alfred Drossel

kreis ludwigsburg. Im vergangenen Jahr mussten sich viele Bauern darum sorgen, dass ihre Erntehelfer aus Osteuropa nicht anreisen können. In dieser Saison scheinen die Verhältnisse klar und die Ernte nicht in Gefahr zu sein. Doch der Aufwand in Pandemiezeiten ist höher. Die Einreise polnischer Kräfte scheint problemlos, die Rumänen dagegen könnten Erschwernisse bekommen.

Auch wenn wir uns noch im Winter wähnen: Für viele Landwirte der Region hat die Saison in diesen Wochen begonnen. Spätestens Ende März herrscht auf den Höfen der Region Hochkonjunktur. Diese Woche wird der erste Spargel erwartet.

Während der Corona-Pandemie müssen die Bauern vor allem darum bangen, dass die Helfer aus Osteuropa anreisen können. Die Situation des vergangenen Jahres, als Menschen auf den letzten Drücker aus Rumänien eingeflogen wurden, scheint sich nicht zu wiederholen, ist sich Eberhard Zucker sicher, der Vorsitzende des Kreisbauernverbands.

Viele Betriebe könnten auf die Saisonarbeiter nicht verzichten, sagt Zucker. „Bei vielen Deutschen ist sicherlich der Wille da bei der Ernte einzuspringen, aber viele haben nur am Wochenende für ein paar Stunden und nicht über Wochen hinweg acht bis neun Stunden am Tag Zeit“, erklärt Zucker. Betroffen sind vor allem die Spargel-und Erdbeerbetriebe und ab Sommer die Weinbauern. Die Lage auf dem Markt für Saisonkräfte sieht Zucker wesentlich entspannter als im vorigen Jahr.

Zurzeit gilt, wer aus einem Risikogebiet in die Bundesrepublik Deutschland einreist, muss spätestens 48 Stunden nach der Einreise einen negativen Coronatest nachweisen. Der Test darf frühestens 48 Stunden vor der Einreise durchgeführt worden sein. Erlaubt sind ein PCR-Test oder ein Antigen-Schnelltest. Diese Regelung trifft somit zum Beispiel auf Helfer aus Polen, Rumänien und der Slowakei sowie aus der Ukraine zu.

Es gelte das Grundprinzip „Zusammen wohnen – zusammen arbeiten“, erklärt Frank Scheuler – mit einer Anbaufläche von 80 Hektar, einer der großen Spargelanbauer im Landkreis mit Feldern bei Löchgau und in Münchingen. Mehr als 80 Erntehelfer braucht er, um seine Ernte einholen zu können.

„Bei der Unterbringung der Saisonkräfte müssen diese Arbeitsgruppen eingehalten werden,“ sagt Scheuler. Abstandsregeln sind zu beachtet und ein Mund-Nase-Schutz ist zu tragen. Den Kräften sei es untersagt auszugehen. Die ersten zwei Wochen dürften sie nicht einmal einkaufen gehen.

Bei den polnischen Kräften gebe es keine Probleme, bestätigt Scheuler. Bei den Rumänien, die in ihrer Heimat Existenzängste hätten, gebe es noch Unwägbarkeiten bei der Reise über Ungarn beispielsweise. Trotz all den Maßnahmen, so Frank Scheuler und des großen Aufwandes, sei die Angst groß, dass Helfer in Quarantäne kommen könnten und die Arbeiten stockten.

Genau aus diesem Grund achtet Frank Braun aus Kirchheim, dass alle Coronaregeln eingehalten werden. Zusammen mit seinen Helfern hat Braun dieser Tage die ersten Frühkartoffeln gesteckt. „Wir sind froh, dass wir diese Helfer haben“, sagt er. Für ihn gebe es keine Alternative.

Frank Braun, der auch Vorstand des Obstbauvereins Kirchheim ist, der die Obsthalle bei der Gemeinschaftsobstanlage „Krümmling“ betreut, bestätigt, dass man ohne ausländische Erntehelfer nicht auskomme.

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