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Viel Bewegung ist das Rezept von Johanna Pfisterer

„Alles Gute zum 101. Jahr“ steht auf dem großen Geburtstagskuchen, den die Belegschaft des Seniorenstifts Kastanienblüte in Hochberg zum Ehrentag von Johanna Pfisterer gebacken hat. Auch Oberbürgermeister Dirk Schönberger kam, um der Jubilarin zu gratulieren.

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Oberbürgermeister Dirk Schönberger gratuliert der Jubilarin. Foto: Foto: H Wolschendorf
Ludwigsburg. In diesem Jahr zog Johanna Pfisterer ins Seniorenstift – und ist noch immer körperlich und geistig fit. „Ich freue mich, dass ich mich noch so gut bewegen kann“, sagt sie. Mit ihrem Rollator ist sie jeden Tag insgesamt zwei bis drei Stunden auf den Beinen. Auch geraucht hat sie nie – ihr Rezept für ein langes und gesundes Leben.

Geboren wurde die Jubilarin am 16. November 1915 in Augsburg. „Man kann schon sagen, dass ich eine schöne Kindheit hatte“, sagt sie. Als der Zweite Weltkrieg begann, war Johanna Pfisterer 23 Jahre alt. „In meinen Jugendjahren war Tanzen nicht drin, denn wir saßen fast täglich im Luftschutzbunker. Als junges Mädchen habe ich es sehr vermisst, auch einmal auszugehen. Es war keine leichte Zeit, wir hatten damals nur sehr wenig zu essen gehabt“, erzählt sie.

Kurz vor Ausbruch des Krieges heiratete sie 1938 ihren ersten Mann, mit dem sie eine Tochter hat. Mit ihm zog sie nach Giengen an der Brenz, denn er bekam dort eine Stelle bei der Firma Steiff. Dann aber wurde er in den Krieg eingezogen. In Kriegsgefangenschaft wurde er krank und starb.

Später heiratete Johanna Pfisterer erneut. Ihren zweiten Mann lernte sie bei Bosch in Giengen kennen, wo sie im Büro arbeitete. „Er war 20 Jahre älter als ich“, sagt sie. „Aber der Altersunterschied war nie ein Problem.“ Mit ihm hat sie einen Sohn. 40 Jahre lebte die Familie in Giengen, bis sie eine neue Arbeitsstelle erneut umziehen ließ – diesmal in die Stadt Remseck, wo Johanna Pfisterer nun schon seit 1978 lebt.

Auch herumgekommen ist sie viel. „Als ich in den Ruhestand kam, ist meine Tochter viel mit mir gereist“, erzählt sie. „Sie hat gesagt, dass ich immer nur gearbeitet habe und nie rausgekommen bin.“ Zusammen waren sie oft am Mittelmeer.

Ihren 101. Geburtstag feiert die Jubilarin gleich zweimal: Einmal mit den engsten Familienmitgliedern und mit der Belegschaft des Seniorenstifts, die sie zu Kaffee und Kuchen eingeladen hat.