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Viel Sympathie für Radschnellweg

Mit dem Fahrrad im Jahr 2029 von Stuttgart aus zur Gartenschau nach Vaihingen? Diese Vorstellung klingt verlockend. Möglich wäre es, wenn die Radschnellverbindung von Korntal-Münchingen über Schwieberdingen bis in die Enzstadt realisiert würde. Die rund 20 Kilometer lange Trasse ist in einer Machbarkeitsstudie unter die Lupe genommen worden. Ihr wird Potenzial bescheinigt.

Bisher endet der Radweg auf der ehemaligen Trasse der Württembergischen Eisenbahngesellschaft an der Vaihinger Kehlstraße. Foto: Albert Arning
Bisher endet der Radweg auf der ehemaligen Trasse der Württembergischen Eisenbahngesellschaft an der Vaihinger Kehlstraße. Foto: Albert Arning

Vaihingen. Im Vaihinger Stadtteilausschuss, im Enzweihinger Ortschaftsrat und im Technischen Ausschuss wurde das Thema jetzt vorgestellt. Dabei erhielt die Stadtverwaltung den Auftrag, die weitere Planung des Radschnellweges, auch Fahrradautobahn genannt, aktiv zu begleiten und insbesondere die Erweiterung des Bahnradweges nach Enzweihingen mit dem Landkreis abzustimmen. Klar ist auch: Die Machbarkeitsstudie stellt keine baureife Planung dar. Sie untersucht innerhalb des Korridors verschiedene Routen. Die vom Planungsbüro im Auftrag des Landkreises aufgezeigte „Vorzugsvariante“, die nach jetzigem Stand in der Baulast des Landkreises entstehen soll, stellt eine Empfehlung dar. Details zur Ausgestaltung und zur Wegeführung müssen in weiteren Planungen konkretisiert werden. Eine Öffentlichkeitsbeteiligung hat noch nicht stattgefunden.

„Wir haben heute nichts zu entscheiden“, machte Oberbürgermeister Gerd Maisch am Mittwoch im Technischen Ausschuss klar. „Wir bitten nur darum, dass wir beauftragt werden, die Planungen aktiv zu begleiten, denn wir finden die Sache vom Ansatz her gut.“ Da gab es keinerlei Bedenken, allenfalls Anmerkungen, etwa die Konflikte mit der Landwirtschaft, dem Problem der Steigungen und der Führung durch Wohn- und Gewerbegebiete. Insgesamt wird das Projekt als sinnvolle Verbindung zum bestehenden Radweg auf der ehemaligen Trasse der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (WEG) gesehen.

Die Vorzugsvariante verläuft von Stuttgart kommend auf der Vaihinger Markung entlang der Bundesstraße 10, entlang der Enzweihinger Steige. In Enzweihingen geht es dann nördlich der B10 durch das Gewerbegebiet an der Erich-Blum-Straße, anschließend über den noch zu bauenden Bahnradweg auf der ehemaligen WEG-Trasse bis zur Kehlstraße, dann über die Kehlstraße, die Stuttgarter Straße (mit Schutzstreifen) in die Gerberstraße, Enzgasse, Auricher Straße (Tempo 30) zum Enztalradweg. Ab dort wäre auch eine Fortsetzung als Radschnellweg Richtung Illingen/Mühlacker bis nach Pforzheim denkbar. Allerdings gab es zum Enzkreis hin schon 2018/2019 eine Untersuchung, die jedoch wegen eines zu geringen erwarteten Verkehrsaufkommens nicht weiter verfolgt wurde.

Ausschlaggebend für die Vorzugsvariante, in der die Planfeststellung für die Enzweihinger B10-Umfahrung noch nicht eingeflossen ist, sind unter anderem der Netzzusammenhang mit der geplanten Weiterführung des Bahnradweges innerhalb Vaihingens und die Attraktivität der Verbindung für den Radverkehr. Dem Radschnellweg von Vaihingen nach Korntal-Münchingen – vorsichtige Kostenschätzung: neun Millionen Euro – wird in der Machbarkeitsstudie ein Kosten-Nutzen-Faktor von 2,1 bescheinigt. Er ist als einer von 70 Korridoren ermittelt worden; 32 davon haben ein Potenzial von mehr als 2000 Radfahrenden pro Tag. Bis zu 2600 Nutzer werden auf der Route prognostiziert, vorrangig Berufspendler. Die Landesregierung hat das Ziel, Teile des motorisierten Individualverkehrs aufs Rad zu verlegen. Die Radschnellwege müssen mindestens fünf Kilometer lang sein. Deutlich besser bewertet wird übrigens die 14 Kilometer lange Verbindung von Bietigheim-Bissingen nach Stuttgart. Nutzen-Kosten-Faktor: 5,1.

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