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VIP-Service des Bürgermeisters mit Piks für Senioren

Eine Aktion von Freiwilligen hilft 100 betagten Bürgern aus Erdmannhausen bei der Terminvergabe und Fahrt zum Impfzentrum.

Andrea Degner, Marianne Schad, Marcus Kohler, und Elfriede Malisi (von links) am Kreisimpfzentrum. Foto: Holm Wolschendorf
Andrea Degner, Marianne Schad, Marcus Kohler, und Elfriede Malisi (von links) am Kreisimpfzentrum. Foto: Holm Wolschendorf

ERDMANNHAUSEN/LUDWIGSBURG. Mit einem komfortablen Kleinbus von Bürgermeister Marcus Kohler chauffiert zu werden, das war für die 85-jährige Marianne Schad und die 84-jährige Elfriede Malisi aus Erdmannhausen ein besonderes Erlebnis. Ziel der Fahrt am gestrigen Sonntag: Das Kreisimpfzentrum, wo die Seniorinnen den rettenden Piks erhielten, der sie vor einer Covid-19-Infektion schützt. Kohler fuhr die beiden direkt an den Eingang, wo sie schließlich bequem aussteigen konnten und in Empfang genommen wurden. Chauffeur Kohler und die zweite Vorsitzende des Krankenpflegevereins Andrea Degner holten sie schließlich wieder am Ausgang auf der anderen Seite der Halle in der Gröner-straße ab. Ein echter VIP-Service mit einem schicken Bus, den der frühere Erdmannhäuser Unternehmer Martin Probst derzeit für eine besondere Hilfsaktion zur Verfügung stellt.

Unter Regie des örtlichen Krankenpflegvereins werden nämlich 50 Senioren von Ehrenamtlichen zum Kreisimpfzentrum gefahren, Freiwillige der Aktion „Erdmannhausen hilft“ hatten zuvor für sie erfolgreich Termine ausgemacht. Auf Anregung aus dem Gemeinderat ist im Ort eine Initiative für die älteren Menschen entstanden, die häufig vom komplizierten Corona-Termin-Prozedere überfordert sind. Telefonisch geht oft gar nichts und im Internet ist alles zu kompliziert. Das wollten die Erdmannhäuser nicht hinnehmen. So bekamen die 350 hier lebenden betagten Bürger ab 80 Jahren jüngst einen Brief von der Gemeindeverwaltung. Wenn sie Hilfe bei der Terminvergabe oder bei der Fahrt ins Impfzentrum benötigen, sollten sie sich melden. Für Marianne Schad und Elfriede Malisi war der Brief die Rettung, denn sie hätten nicht gewusst, wie sie das alles hinbekommen sollten. So dachten wohl viele, denn 100 Senioren meldeten sich zurück, 50 wollten auch die Chauffeurdienste in Anspruch nehmen.

Zunächst machte sich das Team von „Erdmannhausen hilft“ mit Wolfram Linnebach, Nico Zolic, Vanessa Gruber, Sven Laub, Michelle Ruoff, Linda Di Doi, Jürgen Lutz, Pfarrer Martin Weigl und dem Ehepaar Kavermann an die Arbeit. Genauer gesagt: Sie setzten sich an den Computer und machten Termine aus. Seit einigen Tagen läuft nun schon der Transport mit den Kleinbussen. Neben Martin Probst stellen der Krankenpflegeverein und der örtliche Kämmerer Eberhard Immel Fahrzeuge zur Verfügung. „Wir machen ein bis drei Fahrten pro Tag“, berichtete Andrea Degner. Als Fahrer sind neben dem Vorsitzenden des Krankenpflegevereins Gerhard Deisch und seiner Stellvertreterin Andrea Degner außerdem Heinz Andreß, Hariolf Ehmann, Albert Fischer, Wolfgang Glock, Hans-Georg Götz, Roland Pfersich und Walter Ringel mit dabei. Auch der Bürgermeister hatte sich bereit erklärt Touren zu übernehmen. So am gestrigen Sonntag, wo am Kreisimpfzentrum reger Betrieb herrschte. Am 12. März starten die Touren für die zweite Impfung. „Wenn der Impfstoff nicht zu uns kommt, dann fahren wir unsere Bürger eben zum Impfstoff“, meinte Bürgermeister Kohler. .

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