Logo

Virenfreie Luft für Innenräume

Mann+Hummel präsentiert neue Filtergeräte, die 99,995 Prozent aller Erreger und Partikel herausfiltern können

Die Mann+Hummel-Experten sind von ihren Luftreinigern überzeugt (von links): Jan-Eric Raschke, Gunnar Marcel Klein und Frank Spehl bei der Vorstellung der neuen OurAir-Gerätefamilie. Einfach in einen Raum rollen, Stecker in die Steckdose, einschalten
Die Mann+Hummel-Experten sind von ihren Luftreinigern überzeugt (von links): Jan-Eric Raschke, Gunnar Marcel Klein und Frank Spehl bei der Vorstellung der neuen OurAir-Gerätefamilie. Einfach in einen Raum rollen, Stecker in die Steckdose, einschalten – fertig. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Virologen raten wegen der Corona-Infektionsgefahren im Hinblick aufs gerade begonnene Schuljahr und das Arbeiten in Großraumbüros: lüften, lüften, lüften. Das ist allerdings häufig nur in älteren Gebäuden möglich, weniger in modernen. In Schulen geht es oft aus Sicherheitsgründen nicht – oder weil Fenster kaputt sind. Dabei wird saubere Raumluft gerade im Herbst und Winter wichtiger werden denn je – an allen Orten, an denen zahlreiche Menschen in Innenräumen aufeinandertreffen: in Restaurants und Clubs, Fitnessstudios oder Büros.

„Ich mag keine Talkshows mehr sehen, in denen wegen Corona schon darüber diskutiert wird, wann und ob man die Schüler wieder nach Hause schickt“, sagt Gunnar Marcel Klein vom Ludwigsburger Filtrationsspezialisten Mann+Hummel. „Vor allem dann, wenn es technische Lösungen gibt, die für saubere Luft sorgen können“, betont Klein, Entwicklungsleiter des Geschäftsbereichs, der sich mit der Filtration von Luft und Wasser beschäftigt. Denn der Ludwigsburger Technologie- und Weltmarktführer hat einen Durchbruch zur Eindämmung der Coronapandemie erzielt: In den vergangenen Monaten seit dem Ausbruch der Coronapandemie haben die Entwickler einen mobilen und einen stationären Raumluftreiniger gebaut, deren Hepa-H14-Filter mehr als 99,995 Prozent aller Viren, Bakterien und Mikroorganismen aus der Luft filtern. Sie arbeiten nach Unternehmensangaben leise und sind modern im Design. Viruspartikel, die sich wie Sars-CoV-2 an Aerosolen anheften können, bleiben in den Filtern hängen, werden mit UVC-Licht bestrahlt und abgetötet.

„Wir werden langfristig unterstützende Technologien benötigen“, schätzt Jan-Eric Raschke, der Produktverantwortliche bei Mann+Hummel, die Lage ein. „Gerade kleinste Stäube und Aerosole spielen bei Corona eine signifikante Rolle, die Viren haften sich und bleiben ständig in der Raumluft“, sagt Raschke. „In Klassenzimmern oder Großraumbüros ist die Raumluft nach wenigen Minuten mit Aerosolen gefüllt, die potenzielle Infektionsgefahr damit hoch“, ergänzt Klein.

Mann+Hummel hat seine neuen Hochleistungsraumluftreiniger gestern vorgestellt und präsentiert sie auf dem morgen in Berlin startenden Greentech Festival erstmals. Die Filtergeräte schaffen offenbar eine nahezu vollständig virenfreie Luft in Innenräumen. Für Räume bis 200 Quadratmeter ist der „OurAir SQ 2500“ mit einem Luftdurchsatz von 2500 Kubikmeter in der Stunde geeignet. Der kleinere „OurAir TK 850“ filtert bis zu 850 Kubikmeter Luft pro Stunde – in bis zu 70 Quadratmeter großen Räumen. Beide Geräte tauschen die Luft also etwa fünfmal je Stunde komplett aus, so dass Räumlichkeiten trotz der Coronapandemie nach Unternehmensangaben wie gewohnt genutzt werden können. „Da kommt Schwarzwald-Luft raus“, meint Klein.

Aktuelle Messungen, die Professor Achim Dittler vom Institut für Mechanische Verfahrenstechnik und Mechanik (MVM) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unter anderem im Klassenraum einer Grundschule durchgeführt hat, belegen die hohe Effizienz der Geräte in der Reduzierung der Aerosolkonzentration und damit des Infektionsrisikos durch Viren und Bakterien. „Wir haben den ,TK850‘ in einem Klassenzimmer größer als 70 Quadratmeter und einem Raumvolumen von 220 Kubikmeter getestet“, erklärt der Experte. Ein Tröpfchengenerator simulierte dabei die Ausbreitung der Atemluft. Die Aerosole wurden an drei unterschiedlichen Stellen im Raum gemessen. „Ohne Filter ist die Aerosol-Konzentration im Raum innerhalb von Minuten stark angestiegen und nur sehr langsam zurückgegangen“, sagt Dittler. Mit Filter ist sie dagegen nach 30 Minuten bereits um mehr als die Hälfte zurückgegangen. „Nach 90 Minuten sind mehr als 90 Prozent aller Partikel aus der Raumluft entfernt“, betont der KIT-Spezialist. Dabei wurde an allen drei Messpunkten die gleiche Abnahme gemessen.

„Kernstück des Geräts ist das neue Filtermedium“, erklärt der Filterspezialist Frank Spehl. So besteht der Filter aus Nanofasern, reinigt die Luft besser und schneller, hat einen höheren Luftdurchsatz und ermöglicht zudem einen niedrigeren Stromverbrauch. Hinzu kommt, dass bestehende Gebäudeklimaanlagen nachgerüstet werden können. Filter und Vorfilter können einfach ausgetauscht und im Hausmüll entsorgt werden.

„Unsere antiviralen Luftreiniger sind ein Baustein auf dem Weg zurück in unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben vor Corona“, betont Jan-Eric Raschke. „Wir sind stolz, dass der Mann+Hummel-Gruppe dieser Vorstoß gelungen ist, und freuen uns darauf, wenn die Systeme bald in Schulen, Restaurants, Fitnessstudios, Büros oder bei Konzerten und kulturellen Veranstaltungen Verwendung finden.“

Die Vorteile von antiviralen Luftreinigern liegen auf der Hand: Sie sind leise und hocheffizient. Die Anwendungsbereiche erstrecken sich von der Gastronomie über öffentliche Einrichtungen wie Schulen oder Altenheime, Büros, den Einzelhandel, Flughäfen, Krankenhäuser, Einkaufszentren und industrielle Betriebe bis hin zu Event-Locations und Transportmitteln. Letztendlich hängt ihr Einsatz von den Kosten ab. Mann+Hummel geht bei Einzelgeräten oder kleinen Stückzahlen von 2400 Euro netto für den OurAir TK 850 aus und knapp 5000 Euro für den OurAir SQ 2500. Ab Ende September sollen die Geräte verfügbar sein, der SQ 2500 ab Mitte Oktober.

Und was ist mit Grundregeln wie Abstandhalten? Der Abstand ist natürlich einzuhalten. „Wenn man direkt angesprochen wird, kann in einem solchen Fall auch das beste Filtersystem die Aerosole nicht abfangen“, so die Experten.

Autor: