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Virusmutation bei Erzieherin legt Kita komplett lahm

Familien von Kleinkindern und Beschäftigten einer Freiberger Einrichtung müssen auch ohne direkten Kontakt in Quarantäne – In Marbach ist eine Gruppe geschlossen

Das Coronavirus stoppt auch den Betrieb zweier Einrichtungen im Kreis.
Das Coronavirus stoppt auch den Betrieb zweier Einrichtungen im Kreis.

Freiberg/Marbach. Bislang ist der Freiberger Verein Zwergenstüble, der in der Stadt vier Kitas betreibt, von Corona-Ausbrüchen verschont geblieben – doch dafür trifft es ihn nun umso härter, als wohl erste im ganzen Landkreis: Eine Erzieherin der Einrichtung in der Marienstraße wurde am Montag zunächst positiv getestet, am Mittwoch stand fest, dass bei ihr eine neue, eher unbekannte Variante vorliegt. Und weil sie am Montag für etwa 45 Minuten in der Kita war, ehe sich die Symptome stärker bemerkbar machten, müssen nun nicht nur die zwei Kolleginnen und zwei Kinder, mit denen sie direkt Kontakt hatte, in Quarantäne, sondern die gesamte Einrichtung.

Denn nach dem jüngsten Erlass des Sozialministeriums ist der Kreis der Quarantänepflichtigen bei Fällen von Virusmutationen deutlich erweitert – im Freiberger Fall sind das rund 35 Familien sowie 15 Mitarbeiterinnen und deren Haushalte, so Zwergenstüble-Geschäftsführerin Silke Goedeckemeyer. Sie kann nicht verstehen, dass nun so viele betroffen sind, obwohl sie keinerlei Kontakt hatten, eben weil man in der Einrichtung „sehr strenge Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen“ und die Gruppen immer strikt getrennt habe. Gerade das Kohortenprinzip bringe dann doch mit Blick auf die neuen Regeln nichts mehr, wenn eh alle in Quarantäne müssten. Und, so schätzt sie nach ähnlichen Nachrichten aus Stuttgart, wo drei Kitas betroffen sind, in zwei Wochen würde das wohl für das halbe Land gelten – ein Fall einer Mutation an einer großen Schule genüge, um Hunderte Schüler und Familien in Quarantäne zu schicken, zumal sich sicher immer mehr Varianten entwickelten, wie bei vielen Viren.

Für die Akzeptanz der Coronamaßnahmen sei das schädlich und würde den Leugnern in die Hände spielen, findet sie. „Ich hoffe deshalb dringend, dass es einen neuen Erlass gibt“, darin sieht sie sich auch durch die Einschätzung eines Arztes bestätigt.

Etwas glimpflicher läuft ein aktueller Fall in Marbach ab. Wie Bürgermeister Jan Trost und die Erste Beigeordnete Franziska Wunschik gestern auf Anfrage unserer Zeitung bestätigten, wurde am Mittwoch eine Gruppe im Kindergarten Kunterbunt geschlossen. Eine Erzieherin war positiv getestet worden, zum Glück aber nicht auf eine Mutation. Die Infektion war nicht bei einer der seit Montag von der Stadt angebotenen Schnelltestungen aufgefallen, sondern weil die Erzieherin Symptome gezeigt und sich beim Arzt gemeldet hatte.

„Wir trennen in unseren Einrichtungen die Gruppen strikt, deshalb muss der Kindergarten nicht komplett geschlossen werden“, erläutert Franziska Wunschik. 18 Kinder und die zweite Erzieherin müssen aber für zehn Tage in Quarantäne. (jsw/fri)

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