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Volle Mülltonne bleibt wegen Bedienfehler stehen

Das Müll-Chaos im Landkreis Ludwigsburg nimmt kein Ende. Zum Hickhack um die blaue Glasbox und die Vielzahl an ungeleerten Tonnen gesellte sich jetzt ein weiteres Problem: ein Bedienfehler von Alba-Mitarbeitern am Müllauto.

Wegen eines Bedienfehlers konnte in Enzweihingen ein Restmüllcontainer zunächst nicht geleert werden. Symbolfoto: Alfred Drossel
Wegen eines Bedienfehlers konnte in Enzweihingen ein Restmüllcontainer zunächst nicht geleert werden. Symbol Foto: Alfred Drossel

Vaihingen. Mit Namen möchte der Leser aus dem Vaihinger Stadtteil Enzweihingen nicht genannt werden, doch die Geschichte, die er zu erzählen hat, fügt sich nahtlos in die aktuelle Problematik um die Müllentsorgung im Landkreis ein. Der Mann wohnt in einem Mehrfamilienhaus und arbeitet derzeit im Homeoffice. Das ermöglichte es ihm am Mittwoch, einem Schauspiel beizuwohnen, das er selbst als „Spektakel“ bezeichnet. An dem Tag sollte die große, vierrädrige 1100-Liter-Restmülltonne geleert werden. Als der Alba-Laster vorfuhr, habe der Mitarbeiter der Müllabfuhr den automatischen Hebevorgang gestartet, um den großen Behälter zu leeren. Nur wenige Sekunden später sei die Tonne „rücklings vom Müllwagen gekippt, lautstark auf die Straße geknallt und der halbe Müll rausgeflogen“. Mühsam hätten die Alba-Mitarbeiter die Tonne wieder aufgestellt, den auf der Straße liegenden Unrat eingesammelt und wieder in die Tonne geworfen. Nach einem weiteren erfolglosen Versuch, den Behälter zu leeren, hätten die Müllmänner aufgegeben und ihn wieder auf den Bürgersteig gerollt. „Die Tonne des Nachbarhauses wurde daraufhin erst gar nicht in Angriff genommen“, schildert der Leser weiter.

Vorfall an AVL weitergeleitet

Er habe von dem Ereignis dem zuständigen Hausmeister berichtet, der den Vorfall wiederum der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg (AVL) meldete. Die habe geantwortet, „dass vom Personal eine erfolgte Leerung eingetragen worden sei“. Für den Enzweihinger eine Frechheit. „Denn im Februar kommt dann die Gebührenrechnung, die wir alle so hinzunehmen haben, genau wie den Fakt, dass unsere heillos überfüllte Tonne jetzt weiter auf der Straße steht und wir vermutlich für eine Leerung zahlen müssen, die nie stattgefunden hat“, sagt der Mann. Am Donnerstag schrieb das AVL-Service-Center dem Hausmeister per E-Mail, die unserer Redaktion vorliegt, Folgendes: „Wir können Ihnen keine weitere Nachfahrt des Restmülls anbieten. Wenn die nächste Leerung stattfindet, dann stellen Sie bitte überzählige Müllsäcke nebendran, diese müssen dann auch mitgenommen werden.“

Laut AVL-Sprecher Frank Wittmer war es ein Bedienfehler, der in Enzweihingen die Leerung der großen Restmülltonne verhinderte. Der Inhalt der Tonne, so die Erklärung, kann erst dann in den Mülllaster geschüttet werden, wenn sie am obersten Punkt angekommen ist und der Chip erkannt wurde. „Das hat das Personal falsch gemacht“, räumt Wittmer ein. Die Mitarbeiter seien nochmals geschult worden, damit der Fehler nicht nochmals vorkomme. Die Software des Abfuhrwagens habe in dem Fall keine erfolgreiche Leerung registriert. Eine Abrechnung erfolgt laut dem AVL-Sprecher erst dann, wenn eine Leerung angezeigt wird. Diese ist am Freitag übrigens doch noch erfolgt, wie der Anwohner aus Enzweihingen mitteilte: „Die Tonnen wurden erstaunlicherweise heute Morgen geleert und sind bereits wieder vom Hausmeister weggeräumt worden.“

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