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Vom Übergang zur echten Lösung

Ein Jahr lang hat sie parallel zu ihrer Aufgabe für die Tobias-Mayer-Schule auch die Glemstalschule geleitet. Nun wechselt Silke Benner ganz nach Schwieberdingen und ist dort mehr als „nur“ Pädagogin.

Silke Benner und Wolfgang Ulshöfer unterzeichnen im Herbst die Kooperation zwischen Glemstalschule und beruflichen Gymnasien auf dem Römerhügel – auch für die Bürgermeister Thomas Schäfer (links, stehend hinter den beiden) aus Hemmingen und Nico Laux
Silke Benner und Wolfgang Ulshöfer unterzeichnen im Herbst die Kooperation zwischen Glemstalschule und beruflichen Gymnasien auf dem Römerhügel – auch für die Bürgermeister Thomas Schäfer (links, stehend hinter den beiden) aus Hemmingen und Nico Lauxmann (rechts daneben) eine Alternative zur eigenen Oberstufe. Foto: Stollenberg

Marbach/Schwieberdingen. Drei Tage pro Woche war sie hier, die anderen zwei Tage dort. Zudem an so manchen Abenden in langen Sitzungen oder in Klausurtagungen. Doch zumindest die regelmäßigen Ortswechsel werden ab Ende Juli für Silke Benner entfallen. Denn dann verlässt die Rektorin die Tobias-Mayer-Gemeinschaftsschule in Marbach und wird neue Verantwortliche für die Glemstalschule in Schwieberdingen. Vergangene Woche habe sie die Nachricht erhalten, dass alle Gremien zugestimmt hätten, erzählt Benner. Daraufhin konnte sie auch den Kollegen in Marbach – dort arbeitete sie seit dem Abschluss ihres Referendariats 2001, zwölf Jahre davon als Leiterin – von ihrem Wechsel berichten. Die dortige Leitung wird vorübergehend Jochen Schust übernehmen.

So wie das auch Benner seit September in Schwieberdingen zusätzlich gemacht hatte, unterstützt von Sonja Noller, der kommissarischen Stellvertreterin. Dass auch der Vizeposten nur vorübergehend besetzt war, lag zwar in Elternzeit der Konrektorin begründet, doch komplettierte das das Bild des Umbruchs an der Gemeinschaftsschule. Die Rektorin Sandra Vöhringer hatte sich mehrfach mit den Verantwortlichen des Gemeindeverwaltungsverbands (GVV) angelegt, als es um die gymnasiale Oberstufe ging, die vor allem die Mehrheit des Hemminger Teils an dem Konstrukt ablehnte. Grund waren vor allem die hohen Kosten, die für die Erweiterung kalkuliert wurden, zusätzlich zu den ohnehin für die Umsetzung des Gemeinschaftsschulkonzepts nötigen Anbauten und der schon lange geplanten Sanierung. Auch darüber hatte es immer wieder Streit und Vorwürfe eines jahrelangen Versäumnisses vonseiten der Schulleitung und des Elternbeirats – auch die Vorsitzende hörte im Juli auf – gegeben.

Mit dem Beschluss des GVV im Oktober für ein Verfahren für die geschätzt 23 Millionen Euro teure Sanierung sollte unter all das ein Schlussstrich gezogen. Möglich machte das auch Benner, die in jener Sitzung davon sprach, die Schule mit „dem großem Vergnügen“ zu leiten. „Es ist auch mal schön, Dinge von außen zu sehen und davon zu lernen“, sprach die 44-Jährige noch davon, dass auch die TMS von ihren Erfahrungen in Schwieberdingen profitieren könnte. Denn dass sie einmal die Glemstalschule langfristig leiten würde, das hätte sie damals noch nicht gedacht.

Doch nach einigen Wochen habe sich das geändert – weil sie nach so vielen Jahren in Marbach eine Veränderung wollte, aber auch, weil sie das Gefühl hatte, in Schwieberdingen mehr erreichen zu können. Denn die Tobias-Mayer-Schule sei immer im Schatten des Friedrich-Schiller-Gymnasiums, des landesweit größten, gestanden, und ist eine von vielen weiterführenden Bildungseinrichtungen. In Schwieberdingen hingegen gibt es nur eine einzige, zudem ist sie mit rund 500 Schülern fast doppelt so groß. „Und ich freue mich auf andere Herausforderungen“, so Benner, und spielt damit auch auf das Thema Sanierung an.

Entsprechende Erfahrung darin bringe sie durchaus mit und freut sich, auch in Schwieberdingen „Schul- und Lebensraum gestalten zu können“. Und auch wenn es trotz sicher der einen oder anderen zusätzlichen Aufgabe keine Freistellung von ihrem Stundendeputat – sie will vor allem Deutsch unterrichten, aber auch Geschichte und Gemeinschaftskunde – gibt, sieht sie das nicht als übermäßige Belastung, zumal schon viel gute Vorarbeit geleistet worden sei. „Es ist jetzt alles auf einem guten Weg“, sagt sie.

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