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Feuerwehr

Vorsorge gegen Waldbrände

In vielen Teilen Deutschlands herrschte zuletzt erhöhte, teilweise sogar höchste Waldbrandgefahr. Auch im Landkreis Ludwigsburg haben Kommunen Grillverbote im öffentlichen Raum erlassen, etwa Sachsenheim und Bönnigheim.

Große Waldbrände wie zuletzt in Mecklenburg-Vorpommern oder wie hier in Berlin sind bei uns nicht zu erwarten. Archivfoto: Julian Stähle/dpa
Große Waldbrände wie zuletzt in Mecklenburg-Vorpommern oder wie hier in Berlin sind bei uns nicht zu erwarten. Foto: Julian Stähle/dpa

Kreis Ludwigsburg. Eine erhöhte Waldbrandgefahr sei aber derzeit kein Thema im Landkreis, sagt Gundula Gmelin, Leiterin des Fachbereichs Forsten im Ludwigsburger Landratsamt. Selbst auf einer solch relativ überschaubaren Fläche sei es schwierig, die Niederschlagsmengen und damit zum Beispiel besonders trockene Bereiche exakt zu verorten. Um eventuelle Gefahrenstellen in den öffentlichen Wäldern auszumachen, arbeitet der Fachbereich laut Gmelin eng mit den Revierförstern zusammen. „Sie sind jeden Tag draußen und wissen, an welcher Stelle im Wald ein Grillverbot sinnvoll ist.“

Die grundsätzliche Gefahr durch Waldbrände im Raum Ludwigsburg lässt sich nicht mit anderen Landkreisen mit deutlich weitläufigeren Waldbeständen vergleichen, meint Kreisbrandmeister Andy Dorroch. Das liegt zum einen daran, dass der Waldanteil gerade mal bei 18 Prozent (deutschlandweit: 32 Prozent) liegt. Daran werde sich auch in Zukunft nicht viel ändern, glaubt Fachbereichsleiterin Gmelin, denn im Landkreis fehlten ganz einfach die Flächen für größere Aufforstungen.

„Wir haben hier ganz andere Verhältnisse als zum Beispiel in Brandenburg oder Niedersachsen, wo die Böden oft sandig sind“, erläutert der Kreisbrandmeister. Auch aktuell herrsche keine erhöhte Waldbrandgefahr. Grundlage dieser Einschätzung sind Daten des Deutschen Wetterdienstes.

2018 hat die Feuerwehr im Landkreis zwei sogenannte Vegetationsbrände bekämpft, Stroh- oder Getreideflächen hatten Feuer gefangen. Häufiger sind laut Dorroch kleinere Flächenbrände mit einer Ausdehnung von maximal 20 Quadratmetern. Das seien in aller Regel aber keine Waldbrände, sondern Feuer an Autobahnböschungen oder Einsenbahngleisen.

Dennoch kann auch ein Flächenbrand gefährlich werden. Die Sachsenheimer Feuerwehr etwa musste im vergangenen Jahr acht Flächenbrände löschen. In der Regel handelt es sich um Feldbrände. Bei Trockenheit könne schon das heiße Auspuffrohr einen Brand auslösen, erklärt Kommandant Philipp Rousta. Viele Landwirte seien selbst aktive Feuerwehrleute. Er sei gelegentlich überrascht, wie schnell drei oder vier Traktoren vor Ort einträfen und den Acker umpflügten.

Der Kreisbrandmeister wertet den im Landkreis vergleichsweise seltenen Ausbruch von größeren Vegetations- oder Waldbränden auch als Indikator für eine effiziente Feuerwehr. Positiv wirkten sich zudem die Verfügbarkeit von 150 Löschfahrzeugen und die Erreichbarkeit von Brandherden durch die gute Wegerschließung in den hiesigen Waldgebieten aus.

Allerdings dürfte die Waldbrandgefahr auch im Raum Ludwigsburg tendenziell eher steigen. Der Landkreis hat bereits Haushaltsmittel für vier Löschtanks mit jeweils 10.000 Liter Fassungsvermögen bereitgestellt, das Ausschreibungsverfahren wird laut Dorroch 2020 über die Bühne gehen.

So soll die Brandbekämpfung an Orten beschleunigt werden, an denen keine Hydranten zur Verfügung stehen. Das ist laut Dorroch nicht zuletzt deshalb wichtig, weil Bäche und Flüsse in trockenen Hitzesommern wie 2018 als Zapfsäulen mehr oder weniger ausfielen.

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