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Wamangituka neue Sturmhoffnung

Silas Wamangituka avanciert beim Pokal-Sieg des VfB Stuttgart in Rostock zum Matchwinner. Sportdirektor Sven Mislintat lobt ihn in höchsten Tönen. Kann der Kongolese den Ausfall von Aufstiegs-Knipser Nicolas Gonzalez kompensieren?

Matchwinner: Silas Wamangituka nach seinem Tor im Pokalspiel gegen Rostock.Foto: Baumann
Matchwinner: Silas Wamangituka nach seinem Tor im Pokalspiel gegen Rostock. Foto: Baumann

Rostock. Nach seinem Siegtreffer tippte Silas Wamangituka auf sein linkes Handgelenk. Als trage er eine unsichtbare Armbanduhr. Als wolle er sagen, dass jetzt seine große Stunde beim VfB Stuttgart geschlagen hat.

Mit seinem Abstauber-Tor in der 42. Minute avancierte der Kongolese beim 1:0-Erfolg des Fußball-Bundesligisten in der ersten DFB-Pokal-Runde bei Drittligist FC Hansa Rostock am Sonntag zum Matchwinner. Und in Abwesenheit des an der Hüfte verletzten Stürmerstars Nicolas Gonzalez endgültig zum neuen Hoffnungsträger.

„Silas kreiert immer wieder gefährliche Situationen“, sagt VfB-Sportdirektor Sven Mislintat. „Er hatte genau wie Nico Gonzalez in der letzten Rückrunde erheblichen Anteil am Aufstieg.“ Auf sieben Tore und acht Vorlagen kam Wamangituka in der vergangenen Spielzeit.

In der der 20-Jährige die acht Millionen Euro, die der VfB im Sommer 2019 für ihn an Paris FC überwiesen hatte, nicht immer rechtfertigen konnte. In der er sich mit seinen Tempo-Dribblings häufig verzettelte. In der er gerade hinten raus aber auch nochmal extrem aufdrehte und sich als exzellenter Vorbereiter erwies.

„Er hat eine sehr gute Entwicklung genommen und taktisch einen großen Schritt gemacht. Auch und gerade was sein Defensivverhalten angeht“, sagt Mislintat. Immerhin soll Wamangituka nicht nur vorne, sondern – wie in Rostock, wo er auf der Außenbahn wieder mal zu den größten Stuttgarter Aktivposten gehörte – auch hinten helfen.

„Man merkt, dass Rino mit den jungen Spielern unheimlich viel spricht und individuell arbeitet“, lobt Mislintat auch Trainer Pellegrino Matarazzo. Der dürfte Wamangituka in den kommenden Wochen, in denen Gonzalez noch fehlen wird, brauchen. Womöglich sogar mehr denn je.

Denn von Kämpfertypen wie Gonzalez, die zwar nicht jeden Ball, dafür aber zumindest immer sich selbst voll reinhauen, gibt es gerade im Offensivbereich des VfB nicht allzu viele. Entsprechend oft ließen sich die Schwaben von vermeintlichen Underdogs in der vergangenen Saison den Schneid abkaufen.

Den giftigen Rostockern erwehrten sie sich nun erfolgreich. „So einen Gegner muss man auch erstmal knacken“, meint Matarazzo. „Auch da sind wir einen Schritt weiter“, sagt Mislintat. Und meint damit auch den Hoffnungsträger für den Liga-Start am kommenden Samstag gegen Freiburg: Silas Wamangituka.

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