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Weichen müssen jetzt gestellt werden

Die Trassenführung durch die Ludwigsburger Hindenburgstraße ist Bestandteil der sogenannten Stammstrecke von Remseck-Aldingen über Ludwigsburg nach Markgröningen. Illustration: Zweckverband Stadtbahn
Die Trassenführung durch die Ludwigsburger Hindenburgstraße ist Bestandteil der sogenannten Stammstrecke von Remseck-Aldingen über Ludwigsburg nach Markgröningen. Illustration: Zweckverband Stadtbahn
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Spätestens im Frühsommer dieses Jahres muss eine Verständigung über das Gesamtnetz der Stadtbahn durch den Landkreis Ludwigsburg gefunden sein. Sonst droht der Verlust der Betriebskostenzuschüsse durch das Land von mehreren Millionen Euro. Jetzt ist die Stadt Ludwigsburg am Zug, die Farbe bekennen muss.

Kreis Ludwigsburg. „Wir müssen bei den ersten Windhunden dabei sein“, formuliert es Frank von Meissner plastisch in der Sitzung der Verbandsversammlung des Zweckverbands Stadtbahn an diesem Dienstag. Denn das Land Baden-Württemberg vergibt die Betriebskostenzuschüsse an die Regionen, die die ersten 100 Kilometer Bahn reaktivieren. Danach ist Schluss, und Stuttgart beteiligt sich dann wie bislang nur noch an den Investitionen für die Bahnstrecke. Für die Stadtbahn ist es also entscheidend, dass in den kommenden Wochen zumindest eine Grundsatzentscheidung über die Streckenführung getroffen wird. Diese sieht vor, dass in einem ersten Modul die Strecke vom Ludwigsburger Bahnhof nach Markgröningen reaktiviert wird. Dies soll bis Ende 2028 erfolgen. Anschließend soll im zweiten Modul die Verbindung von Remseck-Aldingen über Pattonville mit Anschluss nach Ludwigsburg angegangen werden.

Dabei ist vorgesehen, dass die Stadtbahn durch die Hindenburgstraße fährt, wie dies schon von Anfang an ins Auge gefasst worden war. Die zahlreichen Ämter dort würden die Rentabilität weiter nach oben treiben. Außerdem könnte parallel dazu auch Schwieberdingen an den Markgröninger Ast angebunden werden. Optional werden dann die Ludwigsburger Innenstadtstrecken nach Oßweil und ins Schlösslesfeld betrachtet. Klar ist aber, dass jetzt alle Partner sich zur Gesamtstreckenführung bekennen müssten. Die Innenstadtstrecken entfalten nur in Kombination mit der Markgröninger Strecke ihre volle verkehrliche Wirkung und dürfen daher nicht aus der verkehrlichen Bewertung der Markgröninger Bahn herausgebrochen werden. Nur dann könnte in die Vorplanung eingetreten werden. „Wir können nicht mehrere Millionen für die Planung ausgeben und am Ende sagen, die Stadtbahn fährt nicht“, machte von Meissner der Verbandsversammlung deutlich.

Jedes Modul und auch die Gesamtmaßnahme müsse einen positiven „Kosten-Nutzen-Faktor“ haben, sagte der Geschäftsführer. Der Förderantrag werde nach Zustimmung aller an der Stadtbahn beteiligten Kommunen als Rahmenantrag für das Gesamtnetz gestellt werden. Dabei werde für die Innenstadtstrecken aber kein „Realisierungszwang“ ausgesprochen. Bund und Land hätten schon signalisiert, dass sie diesen Weg mitgehen könnten. Eine offizielle Zustimmung steht allerdings noch aus. Von Meissner und Landrat Dietmar Allgaier lobten die „konstruktive Haltung des Ludwigsburger Gemeinderats“, dem sie am 28. Januar ihre Pläne vorgestellt hatten. Oberbürgermeister Matthias Knecht stimmte in dieses Lob ein.

Wenn die Stadträte grünes Licht geben, dann soll die Vorplanung des Gesamtnetzes und die Detailplanung für die reaktivierte Strecke im Herbst vergeben werden. Ein Jahr später könnte die Vorplanung abgeschlossen sein. Wenn im Sommer 2026 der Bund und das Land offiziell die Förderung genehmigen, dann könnten die Bauarbeiten für die Strecke zwischen Ludwigsburg und Markgröningen im Sommer 2027 beginnen und Ende 2028 die ersten Bahn fahren. Wenn die gesamte Strecke verwirklicht ist, werden bis zu 12300 Fahrgäste pro Tag erwartet. Das entspricht etwa 48000 Kilometer, die nicht mit dem Pkw gefahren werden – täglich.