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Weihnachtsmeile mit kleinem Gastro-Angebot

Die Stadtverwaltung und der Großteil des Gemeinderats möchten die Weihnachtsmeile auf dem Marktplatz unbedingt realisieren – auch mit einem kleinen Gastro-Angebot. Doch nachdem Heilbronn den Kätchen-Weihnachtsmarkt nun abgesagt hat, stellt sich für Ludwigsburg die Frage, wie die anderen Städte in der Region entscheiden. Die Sorge: Wenn die Weihnachtsmeile das einzige Angebot im Umkreis ist, könnte die Barockstadt überrannt werden.

Keine Gastronomie, nur Handwerkliches soll es dieses Jahr in den Buden auf dem Marktplatz geben. Am Rand des Platzes dürfen Restaurants und Cafés draußen bewirten. Imbissstände sind im Umfeld des Marktplatzes geplant. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Keine Gastronomie, nur Handwerkliches soll es dieses Jahr in den Buden auf dem Marktplatz geben. Am Rand des Platzes dürfen Restaurants und Cafés draußen bewirten. Imbissstände sind im Umfeld des Marktplatzes geplant. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Sicher ist in diesem Jahr gar nichts – auch nicht die geplante Weihnachtsmeile auf dem Ludwigsburger Marktplatz. Mario Kreh, der Geschäftsführer vom städtischen Eigenbetrieb Tourismus & Events (TELB), und sein Team stecken mitten in den Planungen – und müssen wegen der steigenden Infektionszahlen immer wieder umplanen. Am Dienstag hat Heilbronn seinen Weihnachtsmarkt abgesagt, nun schaut TELB gespannt auf Esslingen und Stuttgart. „Wenn die beiden Städte auch absagen, sind wir nicht mehr einer von vier oder fünf Märkten“, so Kreh. Er rechnet dann mit mehr Besuchern in Ludwigsburg. Dennoch: Stand jetzt könne die Weihnachtsmeile stattfinden. Das habe ihm auch das Gesundheitsamt bestätigt. Und auch Matthias Knecht hält die Meile für durchführbar. „Ein Restrisiko, dass es abgesagt wird, bleibt aber immer“, warnt der Oberbürgermeister.

13 Stände mit Essen sind geplant

Zusätzlich zu den 87 Ständen auf dem Marktplatz hat Kreh nun dem Wirtschaftsausschuss einen Plan vorgelegt, der 13 Imbissstände in der Asperger Straße und seitlich der beiden Kirchen vorsieht. Dort sollen Speisen und Getränke nur zum Mitnehmen verkauft werden, Glühwein und anderen Alkohol wird es auch dort nicht geben. Die meisten Beschicker der Imbissstände seien aus Ludwigsburg oder der Umgebung, so Kreh. Es sei ein abwechslungsreiches Angebot geplant – von Waffel und Knödel über Fondue bis hin zu Stockbrot und Fisch. Die Stadträte haben sich im Wirtschaftsausschuss zum Großteil für die Weihnachtsmeile mit dem Gastronomie-Angebot ausgesprochen, so lange es das Infektionsgeschehen eben zulässt. Nur die Räte der Freien Wähler und des Bündnis der Vielfalt enthielten sich ihrer Stimme.

Je mehr Zeit vergehe, desto unsicher werde die Lage für die Beschicker, so Florian Lutz von den Freien Wählern. Diese bräuchten ein klares Signal, ob sie mit der Weihnachtsmeile planen können. Da jetzt bereits Heilbronn wegfalle, tendiere er dazu, auch abzusagen. „Ein Teil wird auf jeden Fall zu uns überlaufen“, so Lutz. Sebastian Haag denkt nicht, dass Ludwigsburg überrannt wird. „Viele typischen Besucher werden vorsichtig sein und nicht kommen“, vermutet der FDP-Stadtrat. Auch die Grünen- und die SPD-Räte sprachen sich für die Weihnachtsmeile aus. „Die Veranstaltung wird die Stadt bereichern“, so Max Girrbach (Grüne).

Luis: „Positives Signal für die Innenstadt“

Die Weihnachtsmeile sei sinnlos, so Reinhardt Weiss (Freie Wähler). Fast alle Menschen, mit denen er spreche, sind der Meinung, die Veranstaltung könnte direkt abgesagt werden. Das konnte Edith Klünder (CDU) so nicht stehen lassen: „Es gibt mindestens genauso viele Menschen, die sich darauf freuen.“ Sie sehe, dass TELB „viel Hirnschmalz“ in die Pläne investiert hat und begrüße, dass im aktuellen Plan vier Ein- und Ausgänge berücksichtig wurden. Das entzerre die Lage auf dem Marktplatz. Auch der Innenstadtverein Luis befürwortet die vier Ein- und Ausgänge. „Auf diese Art wird kein Bereich der Innenstadt abgeschnitten“, heißt es in einer Stellungnahme des Vereins. Das gastronomische Angebot trage zur Attraktivität der Weihnachtsmeile bei, so Luis. Dass man in Ludwigsburg an den bestehenden Plänen festhalte, sei ein positives Signal für die Innenstadt.

Auch für den Wochenmarkt in der Zeit, in der der Marktplatz durch die Weihnachtsmeile belegt ist, hat TELB inzwischen eine Lösung parat: Man habe nun einen Plan aufgestellt und es passen alle Stände auf den Rathaushof, so Kreh. Auch samstags, denn im Winter gebe es weniger Stände als in den Sommermonaten.

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