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Welche Projekte hat die Pforzheimer Einrichtung bereits realisiert?

Mit der Zeit hat das Team, das im Pforzheimer Haus des Jugendrechts zusammenarbeitet, immer mehr Projekte entwickelt. „Vieles entstand aus aktuellen Fällen heraus“, sagt Kriminalhauptkommissar Achim Jung.

Anti-Graffiti-Mobil (AGM): Wenn an der Außenwand eines Gebäudes Schmierereien zu sehen sind, ist das nicht schön anzusehen. In Pforzheim haben Häuslesbesitzer die Möglichkeit, das Anti-Graffiti-Mobil zu rufen. Bei diesem Projekt arbeitet das Haus des Jugendrechts zusammen mit der Malerinnung. Ehrenamtlich tätige Maler entfernen das Geschmiere kostenlos. „Im besten Fall helfen die Jugendlichen mit, die die Graffiti gesprüht haben“, sagt Achim Jung. So leisten sie Wiedergutmachung.

Interkulturell orientierte Gesprächsweisung (IOG): Da viele Ausländer ein anderes Verständnis von Verhaltung und Kultur in Deutschland haben, entwickelte sich die interkulturelle Gesprächsrunde. Dies war möglich, weil es im Bezirksverein für soziale Rechtspflege jemanden gibt, der aus dem Irak stammt und deshalb die Kultur in arabischen Ländern kennt. „Ein Jugendlicher kann also auch als Auflage bekommen, an solch einer Gesprächsrunde teilzunehmen“, so Achim Jung. In diesem Angebot wird der Jugendliche aufgeklärt, welches Verhalten in Deutschland angemessen ist.

Kooperation mit Sportvereinen: Das Haus des Jugendrechts kooperiert mit zwei Pforzheimer Sportvereinen. Ziel dieses Projektes ist es, Jugendliche, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, in einen Sportverein zu integrieren. Statt Arbeitsstunden absolvieren zu müssen, bekommen die Jugendlichen die Auflage, mehrere Stunden zum Sport zu gehen – in der Hoffnung, dass sie im Verein bleiben. „Dort lernen sie Respekt vor anderen und haben einen geregelten Tagesablauf, das hält von weiteren Dummheiten ab“, sagt Achim Jung.

Arbeitsplatzvermittlung: Um auffälligen Jugendlichen einen geregelten Tagesablauf zu geben, arbeitet das Haus des Jugendrechts auch mit der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim und den Jobcentern der Stadt Pforzheim und des Enzkreises zusammen. „Viele der Jugendlichen, die bei uns aufschlagen, haben Probleme, einen Job zu finden“, sagt Jung. Deshalb vermittelt das Haus des Jugendrechts gefährdete Jugendliche und verhindert das Abrutschen in die Kriminalität aufgrund von Perspektivlosigkeit.

Jugendstreifen: In der Innenstadt, auf Veranstaltungen und an Orten, wo sich Jugendliche gerne treffen, gehen Polizeibeamte des Hauses des Jugendrechts auf Streife. Sie achten darauf, dass das Jugendschutzgesetz eingehalten wird und beugen Straftaten vor. „Außerdem kommen wir mit den Jugendlichen ins Gespräch“, so Achim Jung.

In Ludwigsburg steht nun nach Aussagen der Polizei zuerst die Suche nach einem geeigneten Gebäude im Vordergrund. Erst wenn dieses gefunden ist, können Projekte geplant werden.

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