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Wenig Programm bei Eisenbahnern

Auch Vereine leiden unter den Einschränkungen durch Corona, so auch die Eisenbahnfreunde im Kreis. Während die Modelbahner ihre Türen nicht für Besucher öffnen werden, sollen die Museumszüge fahren – unter Vorbehalt.

Mit dem roten Schienenbus durch die weiße Landschaft – solche Bilder wird es dieses Jahr nicht geben. Foto: LKZ-Archiv
Mit dem roten Schienenbus durch die weiße Landschaft – solche Bilder wird es dieses Jahr nicht geben. Foto: LKZ-Archiv

Kreis Ludwigsburg. Samstag, 4. Juli, 7.30 Uhr – pünktlich schlängelt sich der Schienenbus des Kornwestheimer Vereins „Roter Flitzer“ an den Bahnsteig des Ludwigsburger Bahnhofs. Es ist die erste Tour für den Verein in diesem Jahr. Der erste Lockdown hatte den Freiwilligen und ihrem roten Zug keine Fahrt im Frühjahr möglich gemacht. Fast vier Monate später steigen erneut die Infektionszahlen, ein erneuter Lockdown naht. Auch die Eisenbahner im Landkreis ziehen vorsichtshalber Konsequenzen.

Bei den Modelleisenbahner haben die Eisenbahnfreunde Bietigheim-Bissingen im Moment ihre Termine im Januar noch nicht gestrichen. Wird auch nach dem Jahreswechsel das Pandemiegeschehen so ausehen wie jetzt, lasse man die Veranstaltungen ausfallen, sagt Rainer Weber, Erster Vorsitzender des Vereins. „Abstand zu halten ist bei uns nur schwer möglich.“ Für die Menge an Besuchern, die dann hereingelassen werden dürften, würde sich der Aufwand nicht rentieren. Zudem wolle man auch nicht die Vereinsmitglieder einer Gefahr aussetzen.

Beim Modellbahnclub Freiberg wurden bereits die Vorführen abgesagt. Auch das Vereinsleben habe zusammengefahren werden müssen, erklärt Verseinsvorstand Ulrich Geiger. „Seit Mitte Juni gibt es wieder unsere wöchentlichen Bastelabende.“

Die Vereine die im Maßstab 1:1 fahren halten bislang an den meisten ihrer Termine fest. Der Rote Flitzer fahre dieses Jahr voraussichtlich nur an Silvester, meint Gerd Hesse. Die Touren zu den Weihnachtsmärkten fallen dieses Jahr aus, da die meisten abgesagt sind. Auch andere Fahrten mussten abgesagt werden, weil die Veranstaltungen am Ziel ausgefallen sind, etwa das Backofenfest im Freilichtmuseum Wackersdorf. „Ohne das Fest ist das Ziel für unsere Gäste nicht mehr so interessant. Da lohnt der Aufwand der Fahrt dann nicht mehr.“ Es sei zwar schade, dass so viele Fahrten ausfallen müssen, doch könne der Verein die fehlenden Einnahmen verkraften, meint Hesse. Die Fahrten, die stattgefunden haben, waren restlos ausgebucht. Mit viel Lüften, freien Plätzen, Hände desinfizieren und Mundschutzpflicht wurde für die Gesundheit der Mitfahrenden gesorgt. „Wir haben etwa 20 Prozent der Plätze frei gelassen“, so Hesse.

Auch bei der Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen Stuttgart (GES), die den Feurigen Elias betreibt, werden nur etwa Zweidrittel der Plätze belegt. Es gebe die Vorgabe, nicht mit mehr als 100 Gästen zu fahren, im Zug sei Platz für 172, erläutert Armin Herdecker, Vorsitzender des Vereins. „Bei uns ist es nicht so gedrängt wie in der S-Bahn im Berufsverkehr.“ Einzig beim Lüften hat Herdecker bedenken. „In den Wagen sind alle Türen und Fenster während der Fahrt offen.“ Das sei bei dem milden Herbstwetter noch erträglich, doch könnten im Dezember die Temperaturen im Zug frostig werden. Neben einer Fahrt am kommenden Sonntag gebe es noch drei Termine an den ersten drei Adventssonntagen. Diese stehen jedoch unter Vorbehalt: „Wir werden im Zweifel einen Termin zehn Tage vor der Fahrt absagen.“

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