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Weniger Verpackungsmüll: Ludwigsburg fördert Nutzung von Mehrweg

Essen zum Mitnehmen ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Doch der viele Verpackungsmüll ist ein Nachteil. Ludwigsburg möchte, dass Betriebe künftig mehr Essen in Mehrwegbehältern ausgeben – und unterstützt sie dabei finanziell.

Ludwigsburg unterstützt Gastronomiebetriebe künftig bei der Beschaffung der schwarzen Mehrwegbehälter von „Local to go“. Foto: Daniel Fischer/p
Ludwigsburg unterstützt Gastronomiebetriebe künftig bei der Beschaffung der schwarzen Mehrwegbehälter von „Local to go“. Foto: Daniel Fischer/p

Ludwigsburg. Die Stadt Ludwigsburg hat sich Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. Mit der Kampagne „Nachhaltigkeit (ba)rockt!“ möchte die Verwaltung die Bürger ansprechen, selbst aktiv zu werden. Nun sollen auch Gastronomiebetriebe einbezogen werden. Das Ziel der Stadt ist es, dass weniger Verpackungsmüll durch Essen zum Mitnehmen entsteht. Unter dem Motto „Ludwigsburg bringt’s mit“ sind deshalb alle aufgefordert, eigene Behälter zum Metzger, Bäcker oder Restaurant mitzubringen.

Zusätzlich dazu sollen die Betriebe die Möglichkeit haben, Teil eines Mehrwegsystems auf Pfandbasis zu werden. Dabei arbeitet die Stadt mit dem Cleebronner Unternehmen „Local to go“ zusammen, das Mehrwegbehälter aus stabilem Kunststoff anbietet. Kunden hinterlegen bei den Betrieben dann ein Pfand – fünf Euro für einen Behälter, 2,50 Euro für einen Becher – und können die Behälter dann bei jedem teilnehmenden Betrieb zurückgeben. Aktuell hat „Local to go“ mehr als 70 Partnerbetriebe, vor allem in den Landkreisen Ludwigsburg und Heilbronn.

Auch die Betriebe hinterlegen für die Behälter ein Pfand

Die Stadt Ludwigsburg unterstützt die Gastronomiebetriebe bei der Anschaffung der Mehrwegbehälter. Wenn diese einen Vertrag mit „Local to go“ machen, zahlen sie monatlich eine Gebühr von knapp 40 Euro für Service und Werbung. Für die Behälter hinterlegen sie bei „Local to go“ auch ein Pfand, das genauso hoch ist wie das, was sie von ihren Gästen verlangen. Auf die nächsten zwei Jahre beschränkt und nur bei den ersten rund 20 Betrieben übernimmt die Stadt die Hälfte der monatlichen Gebühr. Auch andere Städte aus dem Kreis, etwa Steinheim und Marbach, haben für Betriebe die Teilnahme am Mehrwegsystem von „Local to go“ gefördert.

Möglich macht das in Ludwigsburg das Preisgeld, das die Stadt bei der Auszeichnung zur klimaneutralen Kommune 2019 gewonnen hat. Damit wird die Förderung für die Gastronomiebetriebe finanziert. „Wir wollen mit dem Preisgeld auch etwas an die Bevölkerung zurückgeben“, sagt Lars Keller, Leiter des städtischen Bereichs Zentrale Beschaffung und Vergabe.

Stadt hat sich gemeinsam mit Gastronomen für „Local to go“ entschieden

„Local to go“ versucht nicht als erstes Unternehmen, in Ludwigsburg ein Mehrwegsystem zu etablieren. Vor zwei Jahren stellte die Firma Rieber, die der Ludwigsburger Unternehmerfamilie Max Maier gehört, ihr Mehrwegsystem Eatainable mit Behältern aus Edelstahl vor. Für diese müssen Betriebe kein Pfand verlangen, stattdessen werden die Daten über eine App ausgetauscht. Zwar nutzten ein paar Restaurants in Ludwigsburg das System von Rieber und auch bei der diesjährigen Vesperkirche wurde das Essen zum Mitnehmen in die Edelstahlbehälter verpackt, aber einen richtigen Durchbruch schaffte das System nicht. Warum die Stadt nun mit einem Unternehmen aus Cleebronn zusammenarbeitet und nicht die Behälter aus Ludwigsburg fördert? Man habe sich mehrere Anbieter angeschaut, vier seien in die engere Auswahl gekommen, so Anna Hoeffler vom städtischen Team Klima und Energie. Letztendlich entschieden sich sowohl Stadt als auch befragte Gastronomiebetriebe für „Local to go“. Der Großteil der Betriebe habe sich für das Pfandsystem ausgesprochen, so Anna Hoeffler.

Info: Die Kampagne startet am Mittwoch, 18.Mai. Ab dann können Betriebe die Starthilfe beantragen. Mehr Informationen dazu gibt es online unter www.ludwigsburg.de/bringtsmit.

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