Logo

Wenn bunte Farben gute Laune machen

Rund 10,5 Millionen Euro hat der Neubau des Hauses am Wunnenstein gekostet. Gut angelegtes Geld, möchte man meinen, wenn man das Haus bei einem Rundgang vom lichten Gartensaal bis zu den freundlichen Zimmern besichtigt.

350_0900_18958_COKR06_04_18Wolschendorf_51.jpg
Großzügig sind die Zimmer der Bewohner ausgestattet, jeder kann eigene Möbel mitbringen. Beleuchteter Wasserdampf ergibt ein stimmungsvolles Ambiente im Foyer. Fotos: Holm Wolschendorf
350_0900_18960_COKR06_04_18Wolschendorf_48.jpg
Wohnen auf den Hügeln des Bottwartals.
350_0900_18959_COKR06_04_18Wolschendorf_55.jpg
Großzügig sind die Zimmer der Bewohner ausgestattet, jeder kann eigene Möbel mitbringen. Beleuchteter Wasserdampf ergibt ein stimmungsvolles Ambiente im Foyer. Fotos: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Schon der Eingangsbereich ist offen und sehr gemütlich eingerichtet, nichts lässt an ein Pflegeheim denken, eher kommen Gedanken an das Foyer eines gepflegten Hotels auf – sogar ein Feuer flackert im offenen Kamin. Das wärmt zwar nicht, sondern besteht aus beleuchtetem Wasserdampf, sieht aber äußerst effektvoll aus. „Das war meine Idee!“, sagt Stiftungsvorsitzender Hartmut Braun und ist hörbar stolz darauf.

Das Haus verfügt in Untergeschoss, Erdgeschoss, erstem und zweitem Obergeschoss über eine Fläche von rund 3300 Quadratmetern und ist vollkommen von Öl und Gas unabhängig.

Auf dem Dach sind Solarzellen, die das Wasser erwärmen, der Strom kommt von einer Photovoltaikanlage und geheizt wird mit Pellets. In den Lampen spenden LEDs Licht. Damit verbraucht das Gebäude nur 20 bis 25 Prozent der Energiemenge, die bisher nötig war. „Wir haben alles gemacht, was möglich und dabei bezahlbar war“, sagt Martin Walter vom Vorstand der Karl-Schaude-Stiftung.

Auffallend ist das Farbkonzept: Die Gänge und Wohnbereiche leuchten in Gelb, frischem Grün und Orange, auf dem Boden dämpft ein Vinylbelag in Holzoptik die Schritte, der Gartensaal im Untergeschoss, der sich zu einer Terrasse und dem Garten hin öffnet, hat besonders schöne Deckenlampen und kann dank Beamer und einer großen Leinwand in ein Heimkino umfunktioniert werden. „Bei der Fußball-Weltmeisterschaft wird es hier Public Viewing geben“, freut sich Martin Walter jetzt schon.

Die Wohnbereiche sind nach den sechs Hügeln des Bottwartals benannt; die Bewohner leben also quasi auf dem Lichtenberg, in Hohenbeilstein, auf dem Köchersberg, dem Böning, auf dem Forstkopf oder auf dem Harzberg. Die geräumigen Zimmer – zwischen rund 23 und 28 Quadratmeter groß, verfügen über Bad und Toilette und sind mit Pflegebett, Tisch und Stuhl ausgestattet. Die übrige Einrichtung besteht aus eigenen Möbeln der Bewohner.

Und weil das neue Haus am Wunnenstein gegenüber dem bisherigen Gebäude liegt, war auch der Umzug gut zu bewältigen. „Die Bewohner sind selbst in ihre neuen Zimmer hinübergelaufen oder wurden im Rollstuhl gefahren“, sagt Heimleiter Thomas Wieland. Selbstverständlich sind die alten Betten nicht mit umgezogen; sie wurden nach Osteuropa gespendet. Wieland: „Das Haus ist komplett neu ausgestattet worden.“

In der nächsten Zeit wird noch der Garten gerichtet und ein Weg direkt vom Haus am Wunnenstein ins Ortszentrum von Winzerhausen angelegt. An der Westseite hat die Karl-Schaude-Stiftung ein weiteres Haus gekauft; dort sollen Wohnungen für Mitarbeiter entstehen. Außerdem sichert das Grundstück die Zufahrt zu den Parkplätzen.