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Wie frau das Fläschchen vermeiden kann

Stillcafé hilft Schwangeren und jungen Müttern mit praktischen Tipps, Tricks und Fachvorträgen

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„Stillen ist das Beste fürs Kind“, sagt Natascha Maier (links). Mit Kinderkrankenschwester Katja König (rechts) gehört sie zu den Stützen des Asperger Stillcafés. Foto: privat

Ludwigsburg. „Muttermilch ist das Beste fürs Kind“, ist Natascha Maier überzeugt. Denn: „Sie ist nicht nur Nahrung, sondern stärkt auch die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind.“ Natürlich stillt sie selbst ihren Sohn – auch wenn der inzwischen zwei Jahre alt ist. Ein früheres Abstillen sei völlig unnötig, sagt Maier. Das komme von ganz allein, wenn die Kinder zweieinhalb bis vier Jahre alt sind.

Das Wissen ums Stillen allerdings sei unter jungen Müttern nicht mehr weit verbreitet, seufzt sie. Und Hebammen, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, würden immer seltener – und demnächst so gut wie ganz verschwinden, wenn die Politik nicht endlich die Versicherungsproblematik löse, deretwegen sich freiberufliche Hebammen ihren Beruf kaum noch leisten können (wir berichteten mehrfach).

Mangelndes Wissen und fehlende Hebammen – in Asperg ist die Antwort darauf seit einigen Jahren ein Stillcafé namens Still-Leben für Schwangere und junge Mütter, das alle zwei bis drei Wochen dienstags in den Räumen der Evangelisch-Methodistischen Kirche (Wilhelmstraße 14) stattfindet. Hier erhalten unerfahrene oder unsichere Mütter Tipps und Tricks zu ganz praktischen Fragen: Wie kann ich Stillen und Beruf vereinbaren? Was tun, wenn die Brustwarzen wund werden? Wann wird es Zeit für Beikost? Wie schaffe ich es, dass mein Kind nachts möglichst lang durchschläft?

Fragen, mit denen auch Natascha Maier vor zwei Jahren zum Stillcafé kam. Inzwischen hat sie nicht nur ihre eigenen Erfahrungen gemacht, die sie Müttern weitergeben kann, die vor oder kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes stehen. Sie hat auch eine Kompaktausbildung zur Stillberaterin absolviert und komplettiert damit ein ehrenamtliches Fachfrauen-Team im Still-Leben, dem auch die Hebamme Bettina Dengler und die Kinderkrankenschwester Katja König angehören. Sie bieten den Besucherinnen nicht nur kostenlos Rat und Hilfe für den Alltag mit Baby – die Gruppe ist für viele junge Frauen auch ein Treffpunkt mit ähnlichen Gesprächsmöglichkeiten, wie sie Krabbelgruppen bieten. Außerdem stellt das Still-Leben Fachliteratur in einer kleinen Leihbibliothek parat und veranstaltet einmal monatlich Themenvormittage rund ums Stillen.

Die nächsten Termine: 22. September (Natürliches Abstillen, Ernähren im Sinne des Babys), 6. Oktober (offenes Café), 27. Oktober (Meine Traum-Geburt, Erinnerungen), 10. November (offenes Café), 24. November (Geschichte des Stillens und Ammenmärchen) sowie am 15. Dezember offenes Café), jeweils von 9.30 bis 11 Uhr. (pro)

Info: Das Still-Leben kann man auf Facebook besuchen: www.facebook.com/AfsStillcafeStillLeben?ref=ts&fref=ts