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Wie Kinder lernen, gesund zu essen

Minister Peter Hauk mit OB Michael Makurath, Konrad Epple sowie Alexia (5) und Lea (6) und der Kitaleiterin Corina Reul (von links). Foto: Holm Wolschendorf
Minister Peter Hauk mit OB Michael Makurath, Konrad Epple sowie Alexia (5) und Lea (6) und der Kitaleiterin Corina Reul (von links). Foto: Holm Wolschendorf
Was schaffen die Landwirte Monat für Monat? Ein Landwirtschaftskalender lädt Kinder auf eine Entdeckungsreise ein. Der bunte Kalender wird in diesen Tagen an alle Kitas in Baden-Württemberg verschickt. Im Kinderhaus Schloss in Ditzingen schaute Minister Peter Hauk persönlich vorbei und überreichte zwei Exemplare.

Ditzingen. Kinderhausleiterin Corina Reul freut es, obschon „ihre“ Einrichtung sicherlich zu denen im Land gehört, wo die Kinder schon sehr viel über gesunde Ernährung wissen. Ihr Haus ist als „BeKi“-Einrichtung rezertifiziert, das heißt, hier wird bewusste Kinderernährung vermittelt und gelebt.

Nachdem auf vielfachen Wunsch („Die Kinder kriegen nichts mehr mit“) ein Landwirtschaftskalender für die Schulen aufgelegt worden ist, möchte man nun auch die Jüngsten erreichen. „Es ist sehr wichtig, die Ernährung wieder in die Köpfe zu bekommen“, sagt Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Wie gut es funktioniert, mit dem Thema Ernährung schon in den Kitas anzusetzen, sehe er bei seinem fünfjährigen Sohn. „Er isst heute noch am liebsten Salat.“ Was für ihn selbst nun nicht erste Wahl sei, räumt er ein. Aber: „Man kann Kinder schon in frühester Jugend trimmen, was geschmacklich passt, so dass sie später die Entscheidungsfreiheit haben.“ Mit Blick auf die Krisen geprägte Zeit, in der die Menschen mehr auf ihr Budget achteten, wirbt Hauk dafür, auch auf das Zeitbudget zu schauen. Keinen Kartoffelsalat zu kaufen, sondern Kartoffeln zu schälen, zu kochen und den Salat selbst herzustellen. „In der Summe kommt so ein Produkt deutlich günstiger.“

Im Kinderhaus Schloss, wo derzeit 102 Mädchen und Jungen betreut werden, ist eine große Küche nicht zufällig Mittelpunkt der Einrichtung. In den Hochbeeten im Garten wächst einiges zum Naschen und Weiterverarbeiten. Lea und Alexia zeigen den Besuchern, darunter auch der CDU-Stadtrat und Landtagsabgeordnete Konrad Epple und Vertreterinnen des Landratsamts, die Ernte in spe. Einige Erdbeeren sind schon rot, Minze wuchert, es gedeihen Zucchini, Salat und Zwetschgen. „Die Kirschen sind auch bald reif“, merkt der Minister an. Im Haus dürfen alle die frisch gekochten Marmeladen und gebackenen Brötchen probieren.

Zu dem Landwirtschaftskalender – übrigens der gleiche wie für die Schulen – gibt es extra angepasst an die jüngere Altersstufe ein pädagogisches Begleitheft, mit dem die Kita-Fachkräfte mit ihren Kindern auf eine Entdeckungsreise durch die Landwirtschaft gehen können. Für jeden Monat gibt es ein Begleitheft, das die Fachkräfte aus dem Internet herunterladen können. Im Wonnemonat steht natürlich die Erdbeere im Mittelpunkt. Spielerisch wird allerlei gezeigt und erklärt, dabei werden die Entwicklungsfelder Körper, Sinne, Sprache und Denken vernetzt. Leckere und ganz einfache Erdbeerrezepte sind dabei, ebenso Bewegungseinheiten zum Erdbeerthema. Dazu gibt es einige Ausflugstipps wie Erdbeerplantagen in der Nähe oder Informationen zum Ökologischen Anbau. Hauk hat dabei die Zukunft im Blick: „Kinder können nicht früh genug mit der Landwirtschaft in Verbindung kommen. Nur so können sie zu bewussten und informierten Verbraucherinnen und Verbrauchern heranwachsen.“

Das gehört zum Programm im Kinderhaus Schloss. „Wir versuchen, der Ernährung der Kinder einen hohen Stellenwert einzuräumen“, unterstreicht Ditzingens OB Michael Makurath. Dies werde von pädagogischen und hauswirtschaftlichen Kräften übernommen. „Die Kinder sollen wissen, dass die Milch nicht aus dem Kühlschrank kommt, sondern aus der Kuh.“