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Wo ist der schmalste Radweg ?

Mitmachen kann jeder beim Aufruf von VCD und Radwegeinitiative – 1,50 Meter breit sollte ein Einrichtungsradweg sein

Theo Wasser an einer Engstelle. Wenn man bei Gegenverkehr nicht hellwach ist, kommt es schnell zu brenzligen Situationen. Foto: privat
Theo Wasser an einer Engstelle. Wenn man bei Gegenverkehr nicht hellwach ist, kommt es schnell zu brenzligen Situationen. Foto: privat

Ludwigsburg. Es gibt sie, die besonders schmalen Radwege in Ludwigsburg. Etwa entlang des Schlosses, wo die Radfahrer bergab und bergauf so viel Platz haben, dass sie jederzeit aufpassen müssen, um einen Frontalcrash zu vermeiden. Oder in der Schlachthofstraße, ein zentraler Radweg für Schüler zum Bildungszentrum West, der nicht viel breiter ist als eine Lenkstange.

Die Landes- und Ortsgruppe des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und Vertreter der Ludwigsburger Radwegeinitiative haben nun eine Mitmachaktion aufgelegt, bei der die besonders schmalen Radwege gesucht werden. „In den Osterferien werden wieder viele Radtouren unternommen“, so die Initiatoren, die deshalb gespannt sind, was sie für Einsendungen bekommen werden.

„Messen Sie vor Ort die Breite der Radwege, möglichst an aussagekräftigen Stellen“, ruft der VCD dazu auf, mitzumachen. Der VCD hat ein Onlineformular vorbereitet, mit dem die Messergebnisse leicht erfasst werden können. Gleichzeitig bietet das Formular eine Orientierung für die Mindestbreiten verschiedener Radwegtypen.

Ein gemeinsamer Fuß- und Radweg sollte innerorts 2,50 Meter breit sein, außerorts zwei Meter. Bei einem getrennten Fuß- und Radweg sollte der Radweg, der in eine Richtung befahren wird, 1,50 Meter breit sein. Ist er in beiden Richtungen befahrbar, muss er zwei Meter breit sein. Schutzstreifen sind in der Straßenverkehrsordnung nicht näher definiert.

„Seit einigen Jahren gibt es Mindestbreiten für ausgeschilderte Radwege, doch viel zu oft werden diese nicht eingehalten“, stellt Tina Murphy, von der Radwegeinitiative Ludwigsburg fest. „Wenn die Radwege in Kombination mit Fußwegen geführt werden (wie an der Schlossstraße), ist das besonders unangenehm. Dadurch entstehen Konflikte zwischen den zwei nachhaltigsten Arten, mobil zu sein.“

Inzwischen stehen von Landesseite viele Fördermittel für den Ausbau von Radwegen zur Verfügung, deshalb möchte der VCD Engstellen und Problempunkte aufspüren und auf entsprechende Möglichkeiten aufmerksam machen.

Markus Schneid findet die Aktion klasse. „Wenn eine umfangreiche Statistik über die Breite von Radwegen vorliegt, kann die Verwaltung zielgerichtet agieren und Fördergelder beantragen“, stellt er fest. „Wir von der Radwegeinitiative sind natürlich mit dabei und hoffen, dass sich möglichst viele Ludwigsburger an der Aktion beteiligen.“

Er war auch schon selbst aktiv, hat sich die Engstelle vor der Eishalle angesehen. Die Strecke wird in Schulzeiten stark genutzt, nicht selten kommt es dort zu gefährlichen Begegnungen zwischen Radfahrern. Aber auch Fußgänger haben wenig Platz und weichen an dieser Stelle gern auf den Radweg aus. Schon seit vielen Jahren ist die Fuchshofstraße als eine Bus-Rad-Trasse geplant, verändert hat sich bislang nichts. Der Verkehrsclub ist mit der Messaktion ein Aktionspartner des SWR, der sich unter seiner Kampagne #besserRadfahren intensiv mit dem Thema Radfahren befassen will. Die Hinweise, die bis 22. April eingehen, will der Sender zusammen mit der Hochschule Karlsruhe auswerten. Im Juni sollen die Ergebnisse in einer Sendung präsentiert werden. (hpj)

Info: Unter bw.vcd.org/besserradfahren/ kommt man auf die Seite, in der die Mess- ergebnisse eingetragen werden können.